Judoka trauern um Alfred Traeder

Judoka trauern um Alfred Traeder

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Barsinghausen. Die Sparte Judo & Ju-Jutsu des TSV Barsinghausen trauert um ihren langjährigen Trainer Alfred Traeder, der Ende März im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Von Jürgen Hörstel

Alfred Traeder hatte 1952 in Duisburg nach seiner Ausbildung zum Feinmechaniker mit Judo begonnen. Dass hier ein außergewöhnliches Talent zum fernöstlichen Kampfsport gefunden hatte, zeigte sich daran, dass er schon 1954 seine Gürtelprüfung zum 1. Dan bestand. Ab diesem Jahr war er durchgehend bis 1960 Landesmeister in Nordrhein-Westfalen. 1956 wurde er Dritter bei den Deutschen Meisterschaften, im gleichen Jahr erhielt er den 2. Dan. Ein Jahr später erkämpfte er sich bei den Deutschen Meisterschaften in Kirchheim/Teck den 1. Platz in seiner Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm. Insgesamt dreimal war er zusammen mit der Mannschaft des „Schwarzweiß-Westend Hamborn“ auch Deutscher Judo-Mannschaftsmeister.

Ein weiterer Höhepunkt seiner Judo-Laufbahn folgte 1958, als Alfred Traeder nach Ausscheidungswettkämpfen in Paris als einer von nur zwei deutschen Teilnehmern zu den Weltmeisterschaften nach Japan fahren durfte. Dort konnte er mehrere Kämpfe auch gegen Japaner für sich entscheiden. Seine Begeisterung für den Judo-Sport war so groß, dass er gleich nach der WM mehrere Monate in Japan blieb und im Kodokan, dem japanischem Zentrum des Judo-Sports mitten in Tokio, intensiv trainierte. Nach bestandener Prüfung zum 3. Dan kehrte er nach Deutschland zurück und baute in Hannover eine Judo-Schule auf, die er 23 Jahre lang hauptberuflich betrieb. Seit 1963 lebte er mit seiner Frau in Wiedensahl bei Stadthagen, wo er auch seiner zweiten großen Leidenschaft, dem Pferdesport, nachgehen konnte.

Beim TSV Barsinghausen war Alfred Traeder von 1986 bis 2012 als Trainer von Kindern und Jugendlichen tätig. Auch die älteren Judoka konnten von seinen über 60 Jahren Judo-Erfahrung profitieren. 2007 wurde Alfred Traeder vom Niedersächsischen Judoverband NJV zum „Trainer des Jahres“ gekürt. Und im Rahmen der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Judo-Sparte in Barsinghausen wurde ihm 2013 der 4. Dan verliehen.

Alfred Traeder war ein exzellenter Judoka, auch mit weit über 70 Jahren noch regelmäßig auf der Matte und für alle Barsinghäuser Judoka ein Vorbild. Meistens waren es gerade seine kleinen Tipps und Kniffe, mit denen sich die Techniken verbessern ließen. Auf und neben der Matte war Alfred wegen seiner umgänglichen und ruhigen Art von allen sehr geschätzt, dabei besonders auch wegen seines trockenen, aber liebevollen Humors.

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