Kunstverein Gehrden zeigt Pop-Art aus Hannover

Kunstverein Gehrden zeigt Pop-Art aus Hannover

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Gehrden. Die Poster mit dem Motiv „Smaugs Witwe“ waren am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung im Gehrdener Rathaus sehr gefragte Objekte. Stefan Stettner, der Pop-Art-Künstler aus Hannover, hatte alle Hände voll zu tun, die vom Kunstverein kostenlos herausgegebenen Sammlerstücke zu signieren.

Von Andreas Cieslik-Eichert und Georg Weber

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Anerkennung: Künstler Stefan Stettner bedanke sich bei der Vorsitzenden Angelika Salfeld und ihrem Team des Kunstvereins Gehrden für die Ausstellung im Gehrdener Rathaus.

Angelika Salfeld, Vorsitzende des Kunstvereins Gehrden, freute sich, die zahlreich erschienenen Besucher bei der Ausstellungseröffnung im Bürgersaal begrüßen zu können. Ihre erste Reaktion auf die frisch arrangierte Ausstellung drückte sie mit einem Zitat des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein aus: „Wow!“. Überwältigt sei sie von der Farbigkeit dieser Präsentation: Auffallend und grell wirken die unterschiedlich formatierten und pfiffig gehängten Arbeiten des Künstlers Stefan Stettner, der unterschiedliche Motive aufgreift und sie plakativ in seiner spezifischen Bildsprache, angelehnt an die der Pop-Art, umsetzt. Alle Bilder sind handgemalt und nicht im Siebdruckverfahren hergestellt – wie es Andy Warhol in den 60er-Jahren beispielsweise machte.

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Giso Westing, Maler und Philosoph aus Hannover, führte in die Bilderwelt des Pop-Art-Künstlers Stefan Stettner ein. Fotos: Andreas Cieslik-Eichert

„Die Bilder enthalten und zeigen viel Humor“, so der Philosoph und Maler Giso Westing, der eine Einführung in die Bilderwelt Stefan Stettners gab. Folglich es sei auch nicht besonders humorvoll, eine Kunstkritik im herkömmlichen Sinne mit Erklärungen und Interpretationen anzubieten. Deshalb versuchte Westing vielmehr einen philosophischen Blick auf die Bilder seines Kollegen und suchte dafür einen Anhaltspunkt bei Immanuel Kants Betrachtungen zum Begriff des Schemas. Damit der Betrachter das Wahrgenommene einordnen und beurteilen könne, ist als Vermittlung zwischen sinnlicher Anschauung und der logischen Begrifflichkeit ein Schema nötig. Stettner bediene sich in seiner Bildsprache eines Schemas, indem er komplexe Zusammenhänge reduziere, in sinnlich ansprechende Formen übersetze und dem Betrachter auf diesem Wege vielfältige Erkenntnisse ermögliche. Alle Bilder erzählen in ihrer intensiven Farbwahl und zugenommenen Zeichensetzung individuelle Geschichten, die jeweils zu Assoziationen und zum Weiterdenken anregen.

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Interessierte Zuhörer: Etwa 70 Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung des Kunstvereins ins Gehrdener Rathaus.

Mit dieser Ausstellung betont der Kunstverein Gehrden wieder einmal die Aktualität der Pop-Art. Bereits 2005 widmeten die Gehrdener Kuratoren dem Pop-Künstler Aaron Vidal eine viel beachtete Ausstellung. Der Kunstverein versucht durch seine Ausstellungen, aktuelle Tendenzen in der Kunstszene aufzugreifen und in Ausstellungen dem Gehrdener Publikum zu präsentieren, aber auch Weiterentwicklungen einzelner Kunstrichtungen näherzubringen.

Die Ausstellung „Stefan Stettner“ ist noch bis zum 04. Juli 2015 im Bürgersaal des Gehrdener Rathauses zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags 15 bis 18 Uhr und nach Absprache. In seinem (Maler-)Lebenslauf beschreibt Stefan Stettner, dass er bereits mit zwölf Jahren sein erstes Ölbild gemalt hat. Nach dem Studium der Innenarchitektur und Möbelbau an der Kunstakademie Stuttgart studierte Stettner noch Kunstgeschichte in Rio de Janeiro. Seine ersten Arbeiten stellte er 1971 in Heidelberg und Stuttgart aus. 1972 flog er nach Portugal und arbeitete als Innenarchitekt in Lissabon und Porto. Die Malerei packte Stefan Stettner und Ausstellungen in Porto und Lissabon folgten. Als technischer Direktor eines marktführenden Büromöbelherstellers erhielt er 1997 den Design-Preis der Stadt Rio de Janeiro. Anfang der 1990er Jahre lebte er gleichzeitig in Stuttgart und Rio den Janeiro, zeitweilig auch in Berlin und New York. Vor 25 Jahren kam er nach Deutschland zurück. Stettner fand 2004 in Hannover endgültig zur Malerei und beschloss: „Ich bin Maler“.

Am Mittwoch, 10. Juni, findet um 17 Uhr im Bürgersaal ein Gespräch mit dem Künstler Stefan Stettner statt. Dazu bringt der Künstler auch seine Beistelltische im Pop-Art-Design mit.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Kunstverein Gehrden sind auf der Homepage zu finden: www.kunstverein-gehrden.de

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