Langenäcker: SPD moniert Baumängel, die es gar nicht gibt

Langenäcker: SPD moniert Baumängel, die es gar nicht gibt

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Barsinghausen (wk). Massive Kritik hat der Vorstand der SPD-Abteilung Barsinghausen an der Ausführung der frisch sanierten Straße Langenäcker geübt. Dumm nur, das es diese Mängel gar nicht gibt. Dazu meint Rafael Krause, der zuständige Bauleiter von der Stadtentwässerungsgesellschaft: „Ich hätte mir gewünscht, dass man mich vor Herausgabe der Pressemitteilung einmal angesprochen hätte. Dann hätte man die Irritationen sicher vermeiden können“.

Der SPD-Abteilungsvorstand hatte nach einem Ortstermin eine „Nachbesserung“ gefordert. Die frisch sanierte Straße Langenäcker weise „an einigen Stellen bis zu 4 Zentimeter tiefe Löcher auf“, heißt es in der Pressemitteilung der SPD. Dort, wo Schachtdeckel in die Straße eingelassen sind, seien diese „nicht überall an das Straßenniveau angepasst“ worden. Jan Schriefer, Bauingenieur und Mitglied im SPD-Vorstand, erklärte, dass dies „schlicht eine schlechte Bauausführung“ sei, die von vornherein so nicht hätte umgesetzt werden müssen.

„Natürlich gehen wir davon aus, dass die Verwaltung das bei der Baufirma reklamiert hat und dass nachgebessert wird“, so Abteilungsvorsitzender Dirk Härdrich. Dennoch sei es unverständlich,  dass die Straße so überhaupt freigegeben worden und die Firma nicht sofort zur Nachbesserung verdonnert worden sei. Es mache jedenfalls, so die einhellige Meinung der Mitglieder des SPD- Abteilungsvorstandes, einen sehr schlechten Eindruck für die Stadt, wenn solche Arbeitsergebnisse abgeliefert würden. „Diesen Eindruck könnte man vermeiden“, so Härdrich.

Faktenlage sieht anders aus

Tatsächlich sieht die Sachlage ein wenig anders aus. Die Baumaßnahme Langenäcker ist nämlich überhaupt noch nicht abgeschlossen, demzufolge hat es auch noch keine Abnahme gegeben. Zuständig ist auch nicht „die Verwaltung“, sondern die Stadtentwässerungsgesellschaft als Auftraggeber, wie Tiefbauamtsleiter Michael Dettmann auf Anfrage des Deister Journals mitteilte. Gleichwohl meinte Dettmann, dass es sich um einen ganz normalen Vorgang handele. Es sei bei jeder Straßenbaumaßnahme so, dass erst der Asphalt aufgebracht und als letzter Schritt die Versorgungsschächte auf das endgültige Niveau gebracht werden.

Genau das bestätigte Torsten Holzhausen, Betriebsleiter des Stadtentwässerungsbetriebs. Es handele sich um „bekannte Restarbeiten“ am Langenäcker, die noch in dieser Woche erledigt werden sollen. Die zuständige Firma sei seit dem heutigen Mittwoch, 12. Juli, wieder an der Arbeit. Es sei aus verschiedenen Gründen in den letzten Monaten zu einer Verzögerung der Gesamtarbeiten gekommen, so hätten beispielsweise einige Versorgungsträger erst verspätet mit dem Einbau ihrer Leitungen begonnen. Auch die beginnenden Sommerferien hätten für Zeitverzug gesorgt. Das sei der Grund dafür gewesen, dass sein Kollege Rafael Krause als zuständiger Bauleiter den Langenäcker bereits vorzeitig für den Straßenverkehr wieder freigegeben habe, damit die Anlieger und vor allem auch die Geschäftsleute dort wieder fahren können.

„Die großen Gullideckel wurden sofort auf das Endniveau angeglichen, lediglich einige Hydrantendeckel seien übrig geblieben, so Holzhausen. Gleichwohl sei die Straße mit einer Tempo 30-Beschränkung wieder voll befahrbar. Von einer angeblich gestürzten Radfahrerin, von der in der SPD-Pressemitteilung die Rede war, sei ihm nichts bekannt. „Da hätte sich sicher die Polizei längst bei uns gemeldet“, meinte Holzhausen. Möglicherweise hat die Radfahrerin den Unfall ja aber auch nicht gemeldet. Denkbar ist es schon, dass ein abgesenkter Hydrantendeckel einen Radfahrer zu Fall bringen kann. Da wären beleuchtete Warnbaken zur Absicherung sicher eine gute Idee.

Rafael Krause unterstrich ebenfalls, dass die Baumaßnahme insgesamt noch gar nicht abgeschlossen sei. Bereits vor vier Wochen sei mit der ausführenden Baufirma das weitere Vorgehen bezüglich der Restarbeiten abgestimmt worden. „Diese Arbeiten wurden am heutigen Mittwoch (12. Juli 2017) erledigt“, so Krause. Am Abend informieren Krause und Jochen Möller, Geschäftsführer der Stadtwerke, die Anlieger des Langenäckers und andere interessierte Bürgerinnen und Bürger über diese und weitere Baumaßnahmen der Stadtwerke beziehungsweise der Stadtentwässerungsgesellschaft.

 

Übers Ziel hinausgeschossen: Der SPD-Abteilungsvorstand Barsinghausen moniert angebliche Baumängel am Langenäcker - allerdings ist die Baumaßnahme dort noch gar nicht abgeschlossen.

Übers Ziel hinausgeschossen: Der SPD-Abteilungsvorstand Barsinghausen moniert angebliche Baumängel am Langenäcker – allerdings ist die Baumaßnahme dort noch gar nicht abgeschlossen.

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