Elvis und Jimi gehen doch eigentlich immer…

Elvis und Jimi gehen doch eigentlich immer…

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Für Liebhaber der Musikgeschichte ist Fakt: Elvis Presley und Jimi Hendrix gehen immer! Sowohl über den King Of Rock’n’Roll als auch über den Revolutionär der E-Gitarre liegen jetzt neue Bücher vor – zeitlich gesehen eine Punktlandung. Während das eine Werk schon allein durch seine besondere Aufmachung besticht, gilt das andere als „ultimativer Guide“.

Von Erk Bratke

Elvis – Die Legende (von Gillian G. Gaar/autorisiert vom Graceland Archiv, Übersetzung von Paul Fleischmann, Hannibal-Verlag, Hardcover, 192 Seiten, durchgehend farbig bebildert, ISBN 978-3-85445-622-3, Preis 29,99 Euro): Der King starb am 16. August 1977, doch seine Legende lebt weiter. Zum 40. Todestag heißt es nach wie vor: unerreicht, unvergänglich, unvergessen! Elvis ist immer noch der weltweit bestverkaufende Solokünstler aller Zeiten. „Er lebt“ titelte erst kürzlich die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ und widmete dem King eine Doppelseite. Und auch das „Rolling Stone“-Magazin erscheint in seiner aktuellen August-Ausgabe mit einer schlicht gehaltenen Presley-Titelseite und der Headline „Elvis lebt“.

Im Laufe der Jahrzehnte entdeckten immer wieder neue Fan-Generationen seine Musik und seine Filme. Die alten haben niemals aufgehört, seine Songklassiker zu hören, zu „Hound Dog“ oder „Jailhouse Rock“ zu tanzen oder zu „Always On My Mind“ und „In The Ghetto“ zu träumen. Elvis war nicht nur irgendein Rocksänger. Er war der Inbegriff eines Lebensgefühls. Und dabei verkörperte er ganz und gar den amerikanischen Traum: Aus ärmsten Verhältnissen stammend, schaffte es ein einfacher Lastwagenfahrer zum international gefeierten Star und Plattenmillionär.

Den faszinierenden Lebensweg skizziert die Journalistin Gillian G. Gaar meisterhaft: von Elvis‘ bescheidenen Anfängen im provinziellen Tupelo über die legendären Aufnahmen im Sam Phillips‘ Sun Studios bis zu seinem Aufstieg zum Teen-Idol und schließlich zum Entertainer, der mit seinen ausgefeilten Shows das Publikum in Las Vegas begeisterte. Und dem der Erfolg nicht nur Ruhm und Reichtum brachte, sondern auch den Weg zu Exzessen und Drogensucht öffnete.

Das Werk entstand in enger Kooperation mit Elvis‘ Nachlassverwaltern und mit vollem Zugriff auf die umfangreichen Archive von Graceland. Mehr als 150 Fotos, ergänzt um eine Fülle von Erinnerungsstücken wie persönlichen Briefen, Rezepten, Telegrammen, Konzerttickets oder Tourprogrammen illustrieren die sorgfältig recherchierte Fakten. Elvis‘ Werk wird dabei genauso berücksichtigt wie sein Privatleben.

Die Autorin lebt in Seattle und ist Expertin auf ihrem Gebiet. Sie schreibt für Musikmagazine wie Mojo, Rolling Stone und Goldmine. Obendrein verfasste sie bereits eine Reihe von Rockbiografien, unter anderem über Nirvana, Green Day oder die Red Hot Chili Peppers. Auch ihre illustrierte Rock-Biografie der Doors erschien im letzten Jahr im Hannibal-Verlag.

Der ultimative Jimi Hendrix Guide (von Gary J. Jucha, Übersetzung von Alan Tepper, Broschur, 488 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-85445-618-6, Preis 26,99 Euro): Klangmagier, Revolutionär der E-Gitarre, begnadeter Komponist oder Jahrhundertgenie – auch der Name Jimi Hendrix fällt stets nur im Zusammenhang mit Superlativen. Der ebenfalls aus ärmlichen Verhältnissen stammende Musiker wurde zum Superstar der Flower-Power-Ära und gilt heute noch als Ikone einer ganzen Generation. Mit Songs wie „Purple Haze“, „Hey Joe“ oder „Voodoo Child“ erschuf er Meilensteine der Rockgeschichte. Wer war Jimi wirklich und wo begann der Mythos? Diesen Fragen geht Gary J. Jucha nach.

Der Autor begleitet den schon mit 27 Jahren verstorbenen James Marshall Hendrix von Beginn an – von seiner Zeit als Begleitmusiker von Little Richard und den Isley Brothers über die Londoner Tage bis zum Woodstock-Festival und dem letzten Auftritt auf Fehmarn. Statt einer rein biografischen Darstellung konzentriert er sich dabei auf einzelne Aspekte: auf die Hintergründe einzelner Songs oder zu Hendrix‘ Equipment, auf die Groupies, Drogen und Tourneen, aber auch auf die Alben, die Hendrix zu Lebzeiten einspielte, und den scheinbar endlosen Strom posthumer Veröffentlichungen.

Obwohl Jucha, renommierter Autor und früherer Chefredakteur des Magazins „Hellbomb“, bekennender Jimi Hendrix-Fan ist, liefert er keineswegs eine unreflektierte Glorifizierung. Vielmehr thematisiert er komplexe und kontroverse Themen wie zensierte Plattencover, Anfeindungen seitens des weißen Establishments, den Streit um Hendrix‘ Erbe und auch Spannungen innerhalb diversen Bands. Jucha bring Licht in das Dunkel, indem er bislang übersehene und verschollenen Facetten von Hendrix‘ Werk und Leben präsentiert. Der ultimative Jimi Hendrix Guide dokumentiert alle Karrierestationen der Gitarrenlegende und deckt darüber hinaus bislang unbekannte Zusammenhänge auf – ein Buch, das begeistert, das Maßstäbe setzt und das rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum des legendären Hendrix-Debüts „Are You Experienced“ vorliegt.

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