Neuheiten: Megastars, Supergroups und interessante Debütanten

Neuheiten: Megastars, Supergroups und interessante Debütanten

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Bei der Flut an Oktober-Neuerscheinungen könnte man meinen: Ja, is denn scho Weihnachten? Der Herbst bringt uns jede Menge neue Outputs – darunter befinden sich sowohl Megastars als auch kleinere, aber durchaus bekannte und beliebte Acts sowie auch Debütanten. Ein umfangreiches Spektrum und eine weitreichende Genre-Vielfalt. Hier ist unsere Auswahl…

Von Erk Bratke

Pink / „Beautiful Trauma“ (Sony Music): Ladies first – und damit gleich zu einem Superstar unserer Zeit. Seit die News zu P!NKs siebten Studioalbum erzählt waren, klebt die dazugehörige Single „What About Us“ auf der iTunes #1. Der Lyric-Clip dazu hat bereits knapp 5,5 Millionen Views gesammelt. Klar, darauf hätte man wetten können, ohne jedoch beim Gewinn eine gute Quote zu erhalten. Gewohnte Qualität eben.

Seit ihrem Karrierestart im Jahr 2000 veröffentlichte die US-amerikanische Pop-Rock-Sängerin Alecia Beth Moore (so der bürgerliche Name) bislang sechs Studioalben und ein Greatest Hits-Album. Sie verkaufte weltweit mehr als 42 Milllionen Alben, 75 Millionen Singles und 2,4 Millionen DVDs. Fünfzehn ihrer Singles erreichten die Top Ten der US-Billboard Chats, darunter vier Nummer-Eins-Hits. In Deutschland stehen bislang achtzehn Top-Ten-Singles und drei-Nummer-Eins-Hits zu Buche. Sie wurde mit drei Grammy Awards, einem Daytime Emmy Award, drei Billboard Music Awards, sechs MTV Video Music Awards, zwei MTV Europe Award und zwei People’s Choice Awards ausgezeichnet. 2013 war sie „Billboard’s Woman of the Year”. Ihre Tourneen, bei denen sie in den größten Arenen der Welt gastiert, sind regelmäßig ausverkauft. Everybody’s Darling also.

Und das neue Album? Der Erfolg scheint berechenbar. „Nix Neues“ könnten Kritiker der zweifachen Mutter vorwerfen. Ihre Fans freilich dürften die 13 neuen Songs lieben – wie immer. Einen Trailer zum neuen Album gibt’s hier: www.facebook.com/pink/videos

Dhani Harrison / „In///Parallel“ (BMG Rights / ADA/Warner Music): Längst ist der Sohn von Beatle George aus den großen Fußstapfen seines Vaters herausgetreten – auch wenn beim Durchlauf des Silberlings irgendwie stets „Vaters Erbe“ hörbar (allein die Stimme) zu sein scheint. Aber nein, der Dhani ist komplett eigenständig und hat seinen eigenen Weg gefunden.

Dieser brachte ihm imerhin schon einen Grammy Award (2004) ein. Seit der Veröffentlichung des letzten Albums seiner Alternative-Rockband thenewno2 vor vier Jahren beschäftigte sich der Harrison-Sprössling hauptsächlich mit Filmmusik. Er schrieb unter anderen den Soundtrack für „Beautiful Creatures“, das die LA Times für ihren „coolen Rocksound“ feierte, sowie für Sir Ben Kingsleys „Learning To Drive“. Außerdem schrieb er die Musik für vier TV Serien. All die Einflüsse, die er als Komponist gesammelt hat, spiegeln sich auf nun auch auf seinem ersten Soloalbum wider. Beschrieben wird es als eine Form cineastischer Soundlandschaft. Insofern stellt sich die Frage nach einer gewissen Eingängikeit seiner Songs eher nicht. Ja, die zehn Tracks sind wohl schwer zugänglich, gleichwohl aber höchst imposant und interessant.

Noch ein Wort zu seiner eigentlichen Band; der Erfolg von thenewno2 ging nämlich seinem „Ausflug ins Leben als Solokünstler“ voraus. Als die Band zum ersten Mal beim Coachella Festival auftrat, feierte das Magazin Spin ihre Show als die „beste Debüt-Performance des Festivals“. Und der Rolling Stone setzte sie auf die Liste der Top 10-Must-See-Bands des Lollapalooza. Vitamin B durch den berühmten Vater? Klar, in seiner Karriere arbeitete Dhani Harrison bereits mit einer Vielzahl gleichgesinnter Künstler zusammen, unter anderen mit RZA (Wu Tang Clan), Regina Spektor, Pearl Jam und Prince. Und: Erst kürzlich weihte er ELO in die Rock’n’Roll Hall Of Fame ein. So geht’s! Hörprobe der ersten Single „All About Waiting“

Revolution Saints / „Light In The Dark“ (Frontiers Records): Liebhaber des sogenannten AOR-Rock (aka Adult Oriented Rock) dürften dem italienischen Label „Frontiers“ geradezu zu Füßen liegen, denn dort sind so gut wie alle Kassenschlager der 1980er Jahre dieses Genres unter Vertrag und liefern nach wie vor herausragende Alben ab. Old-fashioned? Altherren-Mucke? Hausfrauen-Rock? Alles Quatsch! Zugegeben, der Stadionrock der „golden Eighties“ ist nun wahrlich nicht mehr top-angesagt, aber das ändert ja nichts an der Qualität der Sparte „Melodic Rock“.

Die Revolution Saints sind so etwas wie Redaktionslieblinge. Ein Trio, das den Titel „Supergroup“ zu Recht rägt. Protagonisten sind Deen Castronovo (Ex-Journey), Jack Blades (Night Ranger) und Doug Aldrich (Ex-Whitesnake, The Dead Daisies). Schon das gleichnamige Debüt (2015) war ein wahrer Hörgenuss. Das gilt auch für den jetzt vorliegenden Nachfolger. Insgeheim könnten sich Fans die Frage stellen: Ist dies das beste Journey-Album der jüngeren Vergangenheit?

Drummer Castronovo beeinderuckt einmal mehr mit seinen außerordentlichen gesanglichen Fähigkeiten. Über die Talente von Aldrich und Blades an den Saiteninstrumenten große Worte zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Schlussendlich ist das Songwriting genau so, wie man es in diesem Genre erwartet: hard-rocking beziehungsweise im Midtempo, balladesk, hymnenhaft und so weiter und so weiter.

Hat das Trio beim Debüt noch auf ein Featuring von Neil Schon und Arnel Pineda (beide Journey) gesetzt, so baut man diesmal ausschließlich auf die eigenen Künste, aber auch auf das msuikalische Gespür von Produzent und Songwriter Alessandro Del Vecchio, der die Band quasi zum Quartett macht. Eigentlich unverständlich, warum Rock-Radiosender fast ausschließlich auf die alten Gassenhauer setzen und an dem neuen Output nahezu komplett vorbeigehen. Lässt man Songs der Revolution Saints auf Partys laufen, ist die Tanzfläche meist voll und vom eher ahnungslosen Auto-Mitfahrer, der aus den Boxen auf die Ohren kriegt, kommt nicht selten die Frage: „Wow, wer ist das denn?“

 

 

Guano Apes / „Proud Like A God XX“ (Sony Music): „Einfach die richtigen Menschen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort“, so beschreibt Gitarrist Henning Rümenapp heute rückblickend die Entstehung des 1997er Debüts „Proud Like A God“, mit dem die Guano Apes vor zwei Dekaden den Durchbruch schafften. Ein Meilenstein seines Genres, der schon früh einen Ausblick auf den internationalen Kultstatus gab. Jetzt blicken die Crossover-Pioniere aus Göttingen zurück.

Das 20. Release-Jubiläum ist für die Band Grund genug, den bahnbrechenden Erstling in neuer Form ins Regal zu stellen. Auf den Tag genau 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint „Proud Like A God“ als remixte und remasterte Anniversary-Edition. Sechs Songs wurden komplett neu eingespielt, darunter das Remake des Megahits „Open Your Eyes (feat. Danko Jones)“. Dazu gibt es drei unveröffentlichte Bonustracks inklusive der brandneuen Single „Lose Yourself“.

„Obwohl die Originalversionen für sich selbst stehen, haben wir noch einmal einen Blick darauf geworfen und sie im modernen Soundgewand für das Jahr 2017 interpretiert“, erklärt Henning Rümenapp. „Wir haben viele unterschiedliche Wege ausprobiert, sich den Liedern noch einmal aus heutiger Musikersicht zu nähern. Und ich denke, wir haben genau den richtigen Ansatz gefunden“, meint der Gitarrist. Und die Bonustracks? Als besonderes Jubiläumsgeschenk an ihre treuen Fans haben sich Sandra Nasic und ihre Jungs mit „This Is Not America“ (David Bowie), „Precious“ (Depeche Mode) und „Lose Yourself“ (Eminem) zusätzlich drei ihrer Lieblingssongs vorgenommen und in „guanofizierter“ Form verewigt. Passt!

Zeitgleich zur Veröffentlichung von „Proud Like A God XX“ ging’s Anfang Oktober auf Tour. Auch in Hannovers Capitol hinterließ das Quartett einen gewohnt starken Live-Eindruck. Nach zwei letzten Deutschland-Gigs (am 2.11. in Berlin und am 3.11. in Leipzig) endet die aktuelle Gastpielreise am 5. November in Amsterdam.

Zur Feier des Tages: Die Guano Apes aus Göttingen haben ihr Durchbruchs-Debüt „Proud Like A God“ überarbeitet. Foto: Micha Lorenz

Zur Feier des Tages: Die Guano Apes aus Göttingen haben ihr Durchbruchs-Debüt „Proud Like A God“ überarbeitet. Foto: Micha Lorenz

Gloria / „DA“ (Grönland Records / Rough Trade): Zwei Jahre sind nach dem durchaus erfolgreichen Vorgängerwerk „Geister“ vergangen. Jetzt geben der TV-Moderator und Ex-Wir-sind-Helden-Musiker ein neues Lebenszeichen ab. Klaas Heufer-Umlauf und Marc Tavassol, Freunde seit Kindertagen, sind mit ihrem dritten Longplayer am Start. Herausgekommen ist ein fast schon schöngeistiges, gitarrenlastiges Indiepop-Album.

Ein Statement an die Popwelt. „Immer noch da“ heißt beinahe schon trotzig die erste Single-Auskopplung. Eine kleine Hymne, die für Festivals wie „Hurricane“ oder „Southside“ geradezu erfunden worden ist, die die Band zuletzt bespielte. „Das Gefühl, das sich live transportiert, was die Band so kann, das fließt ein in die Gestalt der Songs, ob man will oder nicht“, sagt Klaas Heufer-Umlauf. Es sei ein Stück, das uns wie nix davonträgt, im selben Moment aber auch dazu aufruft, innezuhalten, sich Gedanken zu machen und (vielleicht neu) zu positionieren. Mit dem Song legen Gloria eine Art Studie aus der gesellschaftlichen Mitte hin.

Textlich geht es häufig um diese vielseitigen Alltagsthemen. Natürlich auch um Beziehungsgeflechte, meist mit einem melancholischen Unterton, aber durchaus hoffnungsvoll. Wohltuend dabei, dass Gloria anders als ähnlich geartete Vertreter dieses Genres ohne die bekannten Phrasen zum Thema auskommen. Ab Dezember und bis Januar läuft die Tournee, die auch in Hannover Station macht – am 31. Januar 2018 im Capitol. Das neue Album präsentierten Klaas und Mark mit folgender Ankündigung:

 

William Patrick Corgan / „Ogilala“ (BMG / Warner): „Take Me As I Am“, singt Mr. Corgan in seinem Song „The Spaniards“. Jep, müssen wir wohl. Auch wenn sich diverse Kritiker begeistert zeigen, so dürften sich am zweiten Solo-Album von William Patrick Corgan aka Billy Corgan doch die Geister scheiden. Die elf Tracks (Spieldauer rund 38 Minuten) polarisieren. Vielleicht fiel das Ergebnis doch allzu sparsam aus, was gleichwohl keineswegs anspruchslos bedeuten soll.

Produzentenlegende Rick Rubin „hat die kargen Gitarrenlieder hübsch mit Klavier- und gelegentlichen Streicherpassagen ausgekleidet“, wobei er behutsam und dramaturgisch nachvollziehbar vorging. „So rücken zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Elemente in den Vordergrund, die für den frühen Corgan elementar waren: Zweifel, Verwundbarkeit, die Sehnsucht nach Liebe“, schrieb beispielsweise Spiegel Online. Das Album ist schnörkellos und schafft eine intime Atmosphäre. Neben den  Akustikgitarren, Streichern und Klaviermelodien steht Corgans charismatische Stimme im Zentrum – und die muss man mögen. Hier und da kann der zweifache Grammy-Gewinner, gefeierte Singer-Songwriter und Smashing Pumpkins-Frontmann schon mal nerven. Der Pumpkinsche Alternative Rock ist jedenfalls meilenweit entfernt, was freilich absolut gewollt zu sein scheint.

Seine erste Single „Aeronaut“ stellte Corgan bei The Tonight Show Starring Jimmy Fallon vor:

 

The Whiskey Foundation / „Blues & Bliss“ (Flowerstreetrecords / Broken Silence): Man nehme die Sounds der 60er und frühen 70er Jahre und transportiert sie ins 21. Jahrhundert – geschafft! Ruckzuck ist man beim mittlerweile dritten Werk des Münchner Quintetts. Kann sein, dass The Doors heute so klingen würden – hätte, hätte, Fahrradkette.

Die Label-Presse beschreibt die Musik des Fünfers wie folgt: „Zwei Uhr nachts in einer Bar im Mississippi-Delta der 60er. Die Luft zum Schneiden dick, im Hinterzimmer ein illegales Pokerspiel, gesellige Gestalten an der Theke und eine Musik, die den ganzen Raum zum Schwingen, Wippen und Tanzen bringt. Begleiten Sie The Whiskey Foundation in ihr Paralleluniversum und folgen Murats Reibeisen-Stimme, die Sie zusammen mit einem energischen Klavier, einem schleppenden Beat und elektrisierenden Riffs in eine andere Zeit an einen anderen Ort transportiert.“

Erste Erfolge feierten Murat Kaydirma, Julian Frohwein, Pascal Fischer, Franz Klein und Janis Gursky bereits mit ihrem Debütalbum „Take the Walk“, das 2013 auf den Markt kam. Konzerte sind das Lebenselixier der Band. Unermüdliche Auftritte bescherten den Jungs in der ganzen Nation eine eingeschworene, stetig wachsende Fangemeinde. Nur zwei Jahre nach ihrem Debüt begeisterte das Quintett zudem hunderttausende Musikfans als Vorband der AC/DC-Stadionkonzerte hierzulande sowie als Support der Deep-Purple-Shows in der Tschechischen Republik.

Der neue Silberling bringt alles, was diese Art von Mucke braucht – die nötige Dosis an Blues, Bluesrock, Psychedelic Rock sowie ein wenig Boogie Woogie und Jazz. Und schon läuft eine ausgiebige Tour zum Albumrelease mit Gastpiel in Hannover. Fetter Insidertipp: am 26. Januar 2018 im LUX.

Aus München: The Whiskey Foundation präsentieren ihr neues Album auch in Hannover. Foto: Markus Sawollek

Aus München: The Whiskey Foundation präsentieren ihr neues Album auch in Hannover. Foto: Markus Sawollek

Memo an Miller / „Neues Glück“ ( Department Music / Warner): Eigentlich sollte das Debüt der vier Jungs aus Mannheim schon im Sommer veröffentlicht werden. Jetzt könnte man meinen, was lange währt, wird endlich gut – besser gesagt: umso besser. Denn das Warten hat sich gelohnt. Die 13 Songs (rund 54 Minuten Spieldauer) kommen wesentlich frischer daher, als viele der derzeit angesagten deutschsprachigen Acts.

„Ohrwurm-Pop mit Ecken und Kanten“ nennt es die Label-Presse und meint damit wohl den satten Sprung in Richtung Indie-Rock. Dass es derart drauflos geht, ist wohl Verdienst der beiden Gitarristen Niko Stegmüller (Gesang) und Justin Wildenhain. Allerdings steht die Rhythmusfraktion  mit Felix Jacobs (Bass) und Lukas Schubert (Drums) nur selten hintenan. „Uns geht es immer darum, ein Gefühl abzufeiern“, sind die Jungs sich einig, „weniger Kopf, mehr Bauch – darum geht’s!“ Das liegt auch an den Texten, die die Dinge ohne großes Pathos auf den Punkt bringen. Viele der Songs stammen aus der Feder von Sänger Niko, der als Songwriter auch an der erfolgreichen Single „Herz über Kopf“ von Joris mitgearbeitet hat.

Auch live konnte das Quartett bereits begeistern. Das wurde bei einem Support-Gig für Udo Lindenberg ebenso wie bei Shows mit Silbermond oder Luxuslärm eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Symbolisch gesehen kann man Memo an Miller nur viel, viel Glück wünschen. Hier ist der Titeltrack „Neues Glück“ zu hören:

 

Schnelldurchlauf

Olympique / „Chron“ (Karmarama / Sony): Protagonisten der Salzburger Band sind Sänger Fabian Woschnagg und Schlagzeuger Nino Ebner. Seit Kindertagen machen sie gemeinsam Musik, anfangs im Kirchenchor, später in diversen Rockbands. 2015 sorgte ihr Vorgängeralbum „Crystal Palace“ für Aufmerksamkeit. Ein Jahr später trennte sich die Band von Keyboarder Leo Scheichenost. Es fällt schwer, eine passende musikalische Schublade zu öffnen. Ein Dutzend Songs, die sich aus verschiedenen Epochen der Rockmusik bedienen, aber auch HipHop-Einflüsse nicht außen vorlassen. Mächtige Sounds, brachial und einschmeichelnd zugleich. Fühlt man sich phasenweise an die Söhne aus Mannheim erinnert? Seit den Anfangstagen legen Olympique Wert auf hochkarätige Musikvideos, die international für Furore sorgten und für Filmpreise nominiert waren. Hier die Hörporbe zum Eröffnungstrack „R.O.F.“:

 

Bender & Schillinger / „Dear Balance“ (Duokat Records / Soulfood/Believe): Mittlerweile sind Linda Bender und Chris Schillinger bei ihrem dritten Album angekommen. Mit den acht Songs haben sich die Beiden in der Schublade zwischen Pop und Folk wohnlich eingenistet. Der Albumtitel avanciert zum Programm. Wagen wir mal einen ganz mutigen und vielleicht zu groß gearteten Vergleich: So könnten The Mamas & The Papas möglicherweise heute klingen. Eventuell aber will das Mainzer Duo auch nur ihr ureigenes Genre schaffen. Die Label-Presse meint jedenfalls: „Ergreifender kann Pop in Moll nicht klingen“ – hörbar im aktuellen Musikvideo „Harbour“:

 

Romes / „Romes“ (Five Seven Music): Die Band um die beiden Brüder Jacob Alexander (Gesang) und Nicolas Amadeus (Schlagzeug) lernt sich während ihrer Jugend in Irland kennen, um sich letztendlich mit den damaligen Schulfreunden Andrew Keyes (Bass) und James Tebbitt (Gitarre) zusammenzuschließen und die gegenseitige Leidenschaft für Musik zu teilen. Gemeinsam bastelt man an einem eigenen, möglichst vielseitigen Sound. In Kanada entsteht 2016 die erste EP des Indie-Pop-Quartetts und jetzt liegt das selbstbetitelte Debütalbum mit elf euphorischen Tracks vor. Songs wie „Tryna Be“ oder „When The Night Comes“ bestechen durch funkige Gitarren-Riffs und einprägsame Sythie-Melodien. Absolut Disco-inspiriert kommt „Unstoppable“ daher. Anspieltipp ist die aktuelle Single „Someone“:

 

Alina / „Die Einzige“ (Universal Music): Ein weiteres Debütalbum. Rein optisch fühlt man sich sofort an Adele erinnert. Aber auch stimmlich dürfte Alina mit dem britischen Superstar mithalten. „Ein nuancenreiches, warmes Timbre, das Nackenhaare zuverlässig in Reih und Glied aufrichtet“, so heißt es. Stimmt! Alina singt, besser gesagt zelebriert ihre eigenen Songs, die mit gnadenloser Offenheit die eigene Verletzlichkeit thematisieren und das Innere nach außen kehren. Gefühlvolle Hymnen, meist melancholisch, mit Selbstzweifeln und dennoch voller Kraft, Hoffnungen und positiver Energie. Hoher Wiedererkennungswert. Den ersten offiziellen Clip „Nie Vergessen“ gibt’s hier:

 

Diary Of Dream / „Hell In Eden“ (Accession Records): Es ist bereits das 13. Album der deutschen Band um Mastermind Adrian Hates, die anfangs dem Dark Wave-Umfeld zugeordnet wurde, in der Folge aber mehr und mehr auf Elektro und den sogenannten Future-Pop setzten. Die 13 neuen Songs kommen hymenhaft, energiegeladen und voller Bombast, phasenweise ziemlich düster daher. Die Texte gibt’s mal englisch, mal deutsch. „Hell In Eden“ – ist es Adrians Tagebuch der Träume? Außerdem auffällig: Die aufwendige Verpackung im Pappschuber. Der Silberling steckt in einer mehrfach aufklappbaren Hülle mit reichlich Informationen und Songtexten. Bliebe noch zu erwähnen, dass Diary Of Dreams anlässlich der aktuellen Deutschlandtour am 16. November im Musikzentrum/Hannover erwartet werden. Hörprobe hier:

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