Professor Rolf Zimmermann über Philosophie nach Auschwitz

Professor Rolf Zimmermann über Philosophie nach Auschwitz

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Gedenkstätte Ahlem: Vortragsveranstaltung im Regionshaus

Region (red). Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem liest der Philosophieprofessor Rolf Zimmermann am Donnerstag, 1. Juni 2017, aus seinem Buch Philosophie nach Auschwitz. Darin nimmt er eine grundsätzliche Neubestimmung von Moral in Politik und Gesellschaft vor. So lautet auch der Untertitel seiner Publikation. Es geht ihm darum zu zeigen, inwieweit Auschwitz keine Abweichung vom moralischen Handeln war, sondern als Gattungsbruch oder Gattungskrise zu verstehen ist. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, 30169 Hannover, in Raum N 001.

„Auschwitz“ ist zum Signum für die moralische Katastrophe des Holocaust geworden. Die philosophische Verarbeitung des Geschehens muss dem Riss im moralischen Bild des Menschen Rechnung tragen. Sie muss zu einem neuen geschichtlichen Moralverständnis führen, ist Zimmermann überzeugt. Politisch zwingt Auschwitz zu einer an Menschenrechten orientierten rechtsstaatlichen Grundverfassung auf nationaler wie internationaler Ebene. Dazu gehört eine politische Moral der historischen Verantwortung. Die hat sich gesellschaftlich in der Ablehnung von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu bewähren.

Rolf Zimmermann ist seit 1983 Professor für Philosophie in Konstanz. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Bereiche Ethik, politische Philosophie und Geschichte der Moral(en). Seine Bücher Philosophie nach Auschwitz: Eine Neubestimmung von Moral in Politik und Gesellschaft (2005) und Moral als Macht: Eine Philosophie der historischen Erfahrung (2008) weisen ihn als Fachmann für das Thema aus. Foto: Rolf Zimmermann © privat

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