Kropp geht – Möbes auch! Neues gibt’s beim Neujahrsempfang

Kropp geht – Möbes auch! Neues gibt’s beim Neujahrsempfang

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Barsinghausen (eb). Normalerweise nutzt die Fußballabteilung des TSV Barsinghausen ihren mittlerweile traditionellen Neujahrsempfang dazu, um möglichst positive Neuerungen für das noch junge Jahr anzukündigen. Anders dürfte es bei der diesjährigen Neuauflage sein, denn der TSV-Spartenvorstand meldete „maßgebliche Veränderungen“ für sein Bezirksligateam. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Nach einer Reihe von Gesprächen steht fest, dass sowohl Chefcoach Thorsten Kropp als auch sein Co-Trainer Jens Möbes zum Ende der laufenden Saison ihr Engagement bei den „Barsinghäuser Jungs“ beenden werden. Das teilte Jens Widdel aus dem Funktionärskreis der TSVer mit. Damit muss sich der „Alt-Manager“ nicht nur um eine neue sportliche Leitung bemühen, sondern obendrein auch nach einem neuen Manager Ausschau halten. Die Funktion des Teammanagers übte Möbes in Doppelfunktion an der Seite von Kropp und Widdel aus.

Eingerahmt: Die „Barsinghäuser Jungs“ mit ihren Trainern Thorsten Kropp (rechts) und Jens Möbes (links).

Doch der Reihe nach. Im Herbst des vergangenen Jahres schien zunächst ein berufsbedingter Wechsel von Thorsten Kropp dem Trainerengagement beim TSV B im Weg zu stehen. Dieses Problem konnte allerdings gelöst werden. Im Dezember 2016 warf dann der SV Gehrden seinen Hut in den Ring und warb um Kropp als Cheftrainer für die kommenden Spielzeit. Das teilte Kropp den TSV-Verantwortlichen auch mit und bat um Bedenkzeit. Man vertagte sich auf den Januar des neuen Jahres.

„Jetzt ist es Fakt. Thorsten Kropp wird uns zum Saisonende verlassen, um ab Sommer bei unserem Nachbarn in Gehrden in gleicher Funktion tätig zu werden“, bestätigt Widdel. Beide Teams seien bereits informiert, hieß es von den Beteiligten. „Ich gehe absolut im Guten“, schiebt der scheidende Übungsleiter hinterher. Für das TSV-Team täte es ihm leid, man sei schon sehr stark zusammengewachsen, aber es gebe eben einige Gründe für seinen Entschluss.

Vorn an stehe der Gedanke an seine junge Familie – und der Zeitfaktor. „Hetzerei von der Arbeit, um meine kleine Tochter abends überhaupt noch zu Gesicht zu bekommen, dann zum Training“, erklärt Kropp, der in der Burgbergstadt beheimatet ist und nur zwei Minuten Fußweg-Entfernung vom SVG-Sportplatz wohnt. Das erleichtere Frau und Tochter das Dabeisein bei „Vaters Hobby“ – vor allem auch am Wochenende – ungemein. Darüber hinaus habe sich der Trainer auch über den viel zitierten Begriff der Abnutzungserscheinungen seine Gedanken gemacht. „Klar, das derzeitige Team trainiere ich zwar erst im dritten Jahr. Aber viele der Jungs coache ich schon seit ihrer B-Jugendzeit, also rund sieben Jahre. Ich denke, da muss auch mal was Anderes kommen“, verdeutlicht Kropp. Durchaus kein so abwegiger Gedanke, wie ein kurzer Rückblick seines Barsinghäuser Engagement dokumentiert.

TSV Barsinghausen und SV Gehrden – es sind diese beiden Vereine, zu denen Thorsten Kropp eine besondere Affinität besitzt. Bereits mit 19 Jahren wurde der heute 36-Jährige erstmals am Deister vorstellig. Nach seiner aktiven Jugendfußballerzeit bei den Sportfreunden Ricklingen kickte er kurzfristig in der I. Herren des TSV. Als er mit dem damaligen Coach Franz Genschick nicht zurecht kam, schloss er sich dem SV Gehrden an. „Das lag nahe, weil meine Frau eben aus Gehrden kommt“, so Kropp. Dort spielte er zusammen mit dem späteren langjährigen TSV-Trainer Carlo de Cosmo, von dem er als späterer SVG-Jugendtrainer einiges mit auf dem Weg bekam.

Vorstellung: Im Juni 2011 stellten der United-Vorstand mit Carsten Siegert (links) und Berthold Kuban (rechts) den damals knapp 30-jährigen Kropp als B-Jugendtrainer vor.

Der Gehrdener De Cosmo war bereits in Barsinghausen gelandet, als Kropp im Juni 2011 bei Basche United anheuerte – zunächst als Trainer der I. B-Junioren. Nach zwei erfolgreichen Jahren stieg er in die A-Jugend auf und führte das BU-Team schon im ersten Landesligajahr zum Vizemeistertitel. „Seit dieser Zeit müssen heutige Herrenspieler wie Wittkohl, Wissel, Triebsch, Martin, die Abram-Brüder, Culha und Dudek mit mir auskommen“, schmunzelt Kropp.

Vier Jahre Jugendtrainer bei United, in denen der Kontakt zum SV Gehrden – auch familiärbedingt – nie abriss. Zwischenzeitlich fungierte er als Spieltrainer der SVG-Reserve in der Kreisliga, ehe das Angebot des TSV B zur Übernahme des Bezirksligateams erhielt und zugriff. Seine akribische Arbeit war positiv aufgefallen. „Dennoch war das damals zweifellos ein Risiko für uns. Ein blutjunger Trainer, ohne Lizenz für eine eigentlich gut funktionierende Einheit“, blickt Jens Widdel zurück. Doch der Schritt zahlte sich aus, denn Kropp schaffte schon in seiner ersten Saison den zuvor jahrelang vergeblich angestrebten Aufstieg in die Landesliga – vor allem auch durch Verjüngung des Teams und der Integration seiner ehemaligen Jugendspieler.

Meister 14/15: Der Aufstiegsjubel im REWE-Sportpark – Thorsten Kropp hatte den TSV in die Landesliga geführt.

„Viele echt gute Jungs“, sagt Kropp heute kurz und knapp. Von deren Einstellung und der Liebe zu ihrem Hobby zeigt sich der Trainer immer noch beeindruckt. Meisterschaft und Aufstieg, 15 Heimsiege, toller Fußball mit mehreren Systemen  in der Saison 2014/2015, dazu ein enorm charakterstarkes Team – Highlights für den Trainer. „Selbst in der darauffolgenden Abstiegssaison war ich Fan von dieser Mannschaft“, betont Kropp.

Was nimmt er aus seiner Zeit in Barsinghausen mit? „Dankbarkeit, vor allem Dankbarkeit für all die Möglichkeiten, die mir die Vorstandspersonen von Basche United und vom TSV Barsinghausen als unerfahrenen Trainer gegeben haben“, sagt Kropp – „und auch eine Portion Stolz auf das funktionierende Team“. Gleichwohl freue er sich auf die neue Herausforderung in Gehrden. „Auch dort gibt es Potenzial und etliche Jungs, die ich aus meiner Jugendtrainerzeit beim SVG noch kenne.“

Für die Rückrunde in Barsinghausen erhofft er sich einen „positiven Knall“. Die Vizemeisterschaft in der Bezirksliga hält er noch für möglich. „Germania II sehe ich ganz klar vorne weg, aber wer weiß, vielleicht erhält ja Platz 2 noch die Möglichkeit zur Aufstiegsrelegation“, blickt Kropp voraus.

Akribisch: Vorbereitende Trainingsmaßnahmen gehören zu den Stärken von Thorsten Kropp.

Zeitgleich mit dem Chefcoach wird auch Jens Möbes seine Koffer beim TSV B packen. „Mein Engagement war ganz klar an das von Thorsten gekoppelt“, sagt Möbes, der zunächst seit Ostern 2016 als Co-Trainer und später in Doppelfunktion auch als Teammanager fungierte. Rein sportlich sehe er Kropps Entschluss nicht unbedingt als Fortschritt, gleichwohl aber als Herausforderung. „Basche ist eine absolut intakte Mannschaft, deren Weiterentwicklung aber noch lange nicht am Ende ist“, urteilt Möbes.

Auch für Möbes gelte bis zum Saisonende die Devise „100 Prozent für den TSV“. Mit dem Spartenvorstand habe er abgesprochen, dass er als Teammanager auch für mögliche Interessenten für den Trainerjob zur Verfügung stehe. „Wenn gewollt, dann kann man mich für Gespräche kontaktieren“, sagt Möbes.

Highlight: Thorsten Kropp im Interview mit Stadionsprecher Holger Bratke (Mitte) und Trainerkollege Daniel Stendel (links) beim 96-Intermezzo im Sommer 2016.

„Wir wissen natürlich genau, was wir an unserem Team haben. Wir wissen aber auch, was wir an unseren beiden scheidenden Trainern hatten“, bekräftigt Dennis Völkers. Der 1. Stellvertretende Spartenleiter findet es absolut schade, dass die Zusammenarbeit mit Kropp und Möbes nach der Saison endet. Als langjähriger Spieler der I. Herren weiß er um die Kompetenz des Duos. Gemeinsam mit Abteilungskollege Widdel wolle man sich um eine adäquate Nachfolge bemühen – „was uns zweifellos nicht leicht fallen wird.“ Ob ein neuer Trainer, Teammanager und/oder Mannschaftsbetreuer schon zum anfangs erwähnten Neujahrsempfang präsentiert werden könne, sei fraglich. „Eine Herkulesaufgabe“, wie auch Jens Widdel weiß.

Übrigens: Der Neujahrsempfang mit geladenen Gästen aus Sport, Wirtschaft und Politik findet am Montag, 13. Februar, ab 19 Uhr statt. Präsentator ist diesmal das „Gasthaus zur Schweiz“, das mittlerweile unter der Regie vom früheren TSV-Spieler und -Trainer Jörg Mangelsen geführt wird. Die Barsinghäuser setzen damit ihr traditionelles Stelldichein als „Reise von Sponsor zu Sponsor“ fort, um gegenseitige Synergie-Effekte zu fördern. Ob es an dem Abend auch positive Nachrichten gibt? Abwarten…

Aufstiegsglückwünsche: Thorsten Kropp mit Jörg Mangelsen (rechts) – der Chef vom „Gasthaus zur Schweiz“ präsentiert das TSV-Neujahrstreffen 2017.

Zum Thema

Seit dem 22. Januar befindet sich das Kropp-Team in der Vorbereitung für den Bezirksliga-Rückrunde. Eine langfristige Winterpause hat sich das Gros der Mannschaft allerdings nicht gegönnt. Wie in den Vorjahren traten die „Barsinghäuser Jungs“ bei etlichen Hallenturnieren an – bekanntermaßen höchst erfolgreich, denn sowohl beim Hamelner Supercup als auch beim Sportbuzzer-Masters wurde die Finalrunde erreicht.

Nach dem Ende der Hallenrunde steht ein umfangreiches Vorbereitungsprogramm an. Die Trainer Kropp und Möbes haben neben unterschiedlichen Trainingseinheiten auch jede Menge Testspiele ins Auge gefasst, deren Austragungen freilich von den Witterungsbedingungen abhängig sind. Die Termine: am 4. Februar gegen Lüdge (15 Uhr), am 5. Februar gegen 1. FC Wunstorf (15 Uhr), am 8. Febvruar gegen TuS Mecklenheide (19.15 Uhr), am 11. Februar gegen Victoria Sachsenhagen (16 Uhr), am 12. Februar gegen TSV Stelingen (14 Uhr), am 18. Februar gegen Blaues Wunder (15 Uhr), am 19. Februar gegen Ramlingen/Ehlershausen II (14 Uhr) sowie am 26. Februar gegen Ramlingen/Ehlershausen I (14 Uhr).

Doch zunächst steht nochmals der Budenzauber mit den beiden attraktiven Finalteilnahmen an. Der Dewezet-Supercup feiert am 28. Januar in der Hamelner Rattenfängerhalle seine zehnte Auflage. Abermals haben sich die Bezirksligakicker des TSV Barsinghausen qualifiziert, ebenso wie der FC Eldagsen. Beide Clubs bestritten im Vorjahr das Finale. Titelverteidiger Eldagsen trifft in der Gruppe 2 auf den SV Lachem, TSV Klein Berkel sowie TuS Germania Hagen. Die „Barsinghäuser Jungs“ wurden in Gruppe 3 gelost und streiten mit dem FC Springe, dem TSV Bisperode und dem MTSV Aerzen ums Weiterkommen. Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr.

Eine Hammergruppe erwischte der TSV Barsinghausen beim Sportbuzzer-Masters, das einen Tag später am 29. Januar in der hannoverschen Swiss Life-Hall über die Bühne geht. Gruppe A: TSV Krähenwinkel/Kaltenweide (Titelverteidiger), HSC Hannover, TSV Stelingen; Gruppe B: SC Hemmingen/Westerfeld, TuS Davenstedt, OSV Hannover; Gruppe C: TSV Burgdorf, FC Springe, SV BE Steimbke; Gruppe D: TSV Havelse, TSV Barsinghausen, FC Eldagsen. Beginn ist um 13 Uhr.

Budenzauber: Thorsten Kropp wird beim Sportbuzzer-Masters in Hannover seinem Team zur Seite stehen. Fotos: Bratke

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