Revanche geglückt! Begehrte Quali-Punkte beim MTM-Cup

Revanche geglückt! Begehrte Quali-Punkte beim MTM-Cup

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Kirchdorf. Erst Kirchdorf in Basche und jetzt Basche in Kirchdorf. „Passt schön auf den Pokal auf, damit er nicht kaputt geht. Andernfalls könnte das sonst eurem Hallo-Cup auch passieren“, scherzte Christoph Noltemeyer vom Kirchdorfer Fußballvorstand. Soeben hatten die Nachbarn aus der Kernstadt den MTM-Cup gewonnen und ließen den großen Pokal sorglos jubelnd von Hand zu Hand gleiten.

Von Erk Bratke

Wenn man so will war es eine geglückte Revanche für das Bezirksligateam des TSV Barsinghausen. Hatte der TSV Kirchdorf die „Barsinghäuser Jungs“ bei deren eigenem Weihnachtsturnier im Finale per Neunmeterschießen bezwungen, so hatten jene bei der dritten Auflage des MTM-Cups die Nase vorn – abermals im Entscheidungsschießen, allerdings nicht gegen die Gastgeber, sondern gegen den beeindruckend stark aufspielenden TuS Davenstedt. Kurios dabei: Die Barsinghäuser gingen mit Dennis Mehrkens als Torwart erfolgreich durchs Turnier. Der etatmäßige Mittelfeldakteur kurbelte nicht nur den Spielaufbau der TSVer an, sondern parierte auch den entscheidenden Neunmeter im Finale. Doch der Reihe nach…

Der TSV Kirchdorf hatte den MTM-Cup erstmals auf zwei Tage angelegt. 15 Mannschaften gingen im Schulzentrum am Spalterhals in drei Vorrundengruppen ins Rennen. Damit sei die Kapazitätsgrenze erreicht, urteilte Cheforganisator Jörg Trampenau. Eine gute Besetzung, denn immerhin waren fünf Bezirksligisten (inklusive der A-Junioren von Basche United) am Start. Zunächst galt es eine Hiobsbotschaft am Tag vor Turnierbeginn wegzustecken: Kurzfristig hatte die SG Bredenbeck abgesagt. „Gut, dass wir innerhalb von zwei Stunden mit dem MTV Rethmar das Starterfeld wieder komplettieren konnten“, bilanzierte Trampenau, der gemeinsam mit Uwe Hoppe auch die Regie am Hallensprecherpult übernommen hatte.

Packende Torraumszenen: Heiß her ging es in den Strafräumen – hier eine Szene der Halbfinalbegegnung zwischen Davenstedt und Kirchdorf (8:2).

Packende Torraumszenen: Heiß her ging es in den Strafräumen – hier eine Szene der Halbfinalbegegnung zwischen Davenstedt und Kirchdorf (8:2).

Wie schon beim Barsinghäuser Hallo-Cup war auch der Kirchdorfer MTM-Cup ein Treffen der heimischen Fußballszene. Allein aus dem Stadtgebiet Barsinghausen waren acht Vertretungen dabei. Kein Wunder also, dass die Veranstalter an beiden Tagen mehr als 250 Zuschauer im Schulzentrum zählten. Neben dem durchaus attraktiven Hallenfußball wurde dem Publikum auch beim Catering einiges geboten. Ehefrau Trampenau führte am reichhaltigen Kaffee-Kuchen-Brötchen-Büffet die Regie, während „Grillmeister Schmuse“ vor der SZ-Halle seine beliebte Bratwurst auf dem Rost bräunen ließ.

Als sich nach dem ersten Turniertag die Spreu vom Weizen getrennt hatte, begann für Zuschauer und Teams gleichermaßen der Kampf mit dem Blitzeis. Glücklicherweise konnte Turnierorganisator Trampenau tags darauf vermelden: „Nix passiert. Alle haben die recht schwierige Heimfahrt gemeistert und mehr oder weniger gut überstanden.“ Das traf auch auf den TSV Bisperode zu, der die wohl weiteste An- und Rückreise zu absolvieren hatte.

Mit acht Teams – aufgeteilt in zwei neuerliche Spielgruppen – ging es am zweiten Veranstaltungstag in die Zwischenrunde. Dabei hatten sich weitgehend die Turnierfavoriten durchgesetzt. Gar verlustpunktfrei blieben die beiden späteren Endspielteilnehmer aus Barsinghausen und Davenstedt in ihren Gruppen. Gastgeber Kirchdorf und Bezirksliga-Spitzenreiter Germania Egestorf/Langreder II belegten jeweils den zweiten Gruppenplatz und komplettierten somit das Halbfinale.

Klare Sache: Die beiden Partien waren schließlich eine eindeutige Angelegenheit der souveränen Finalisten. Basche schlug Germania überraschend deutlich mit 4:0 und Davenstedt spielte mit Kirchdorf beim 8:2 quasi Katz und Maus. Festzuhalten waren noch zwei Verletzungen, die sowohl den TSV B als auch den TSV K in den nächsten Tagen – vielleicht sogar Wochen – beschäftigen dürften. Während die „Barsinghäuser Jungs“ die Verletzung von Marcel Dunsing schadlos überstanden (zumindest im Turnierverlauf), konnten die Kirchdorfer den Verlust von Torwart Jens Trampenau nicht kompensieren.

Turniersieger: Der TSV Barsinghausen mit den Sponsoren Thomas Glapa (links) und Timo Haase (Dritter von rechts).

Turniersieger: Der TSV Barsinghausen mit den Sponsoren Thomas Glapa (links) und Timo Haase (Dritter von rechts).

Dunsing war auf dem Hallenboden umgeknickt. Eine Bänderverletzung, und zwar am gleichen Knöchel, an dem der TSV-Abwehrchef bereits Anfang 2016 einen Mittelfußbruch erlitten hatte. Ein ähnliches Missgeschick unterlief auch Keeper Trampenau, der sich das Knie verdreht hatte. „Hoffentlich ist nichts gerissen“, blickte Kirchdorfs Schlussmann sorgenvoll voraus.

Bevor es zum Finale ging, standen sich der TSV Kirchdorf und Germania II im Nachbarschaftsderby und Spiel um Platz 3 gegenüber. Nach regulärer Spielzeit stand es 2:2. Ein Neunmeterschießen musste her, das die Egestorfer mit 3:2 für sich entschieden.

Das Endspiel stand auf Messers Schneide. Für Turnierchef Trampenau trafen verdientermaßen die beiden besten Mannschaften aufeinander. Der TSV Barsinghausen ging mit 1:0 in Front, musste aber kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich zum 1:1 hinnehmen. Turnierneuling Davenstedt zeigte eine beeindruckende Leistung und verlangte den Barsinghäusern alles ab. Abermals musste die Entscheidung vom Neunmeterpunkt fallen. Wie bereits erwähnt, avancierte ausgerechnet Feldspieler Dennis Mehrkens als Torwart zum Matchwinner – er parierte einen Schuss der Davenstedter, während seine Teamkollegen alle Neunmeter verwandelten. Sieg!

Ausgezeichnet: Alexander Wissel (von links) vom Turniersieger TSV Barsinghausen, Lennart Ptok (SF Anderten) als bester Torwart des Turniers und Torschützenkönig Tobias Zak vom TSV Kirchdorf. Fotos: Bratke

Ausgezeichnet: Alexander Wissel (von links) vom Turniersieger TSV Barsinghausen, Lennart Ptok (SF Anderten) als bester Torwart des Turniers und Torschützenkönig Tobias Zak vom TSV Kirchdorf. Fotos: Bratke

Thomas Glapa und Timo Haase, die beiden MTM-Geschäftsführer, überreichten Siegprämie und Pokal an die „Barsinghäuser Jungs“. Feiern durfte obendrein Lennart Ptok von den Sportfreunden Anderten, der zum besten Keeper des Turniers gekürt wurde, sowie auch Kirchdorfs Tobias Zak, der mit zwölf Treffern als Torschützenkönig ausgezeichnet wurde. Indes zog der Turnierleiter ein zufriedenstellendes Fazit. „Es war ein attraktives und faires Turnier“, betonte Trampenau und hatte für die Gäste vom DJK SC Polonia Hannover als fairste Mannschaft ein Sonderlob parat. Mit null Punkten und 6:20 Toren bildeten sie das Schlusslicht aller 15 Teams.

Zum Thema 1

Der MTM-Cup in Kirchdorf gehört in den Reigen der Qualifikationsturniere zum Sportbuzzer-Masters (DJ berichtete). Die attraktive Endrunde mit den besten zwölf Teams der Region Hannover findet am Sonntag, 29. Januar, von 13 bis 19 Uhr in der hannoverschen Swiss Life-Hall statt. Mittlerweile sind acht von insgesamt 15 Wertungsturnieren absolviert.

Und aufgepasst! Die heimischen Vertretungen haben gute Chancen bei diesem „Festtag für Hannovers Fußballszene“ dabei zu sein. Hinter dem führenden OSV Hannover (36 Punkte) rangieren derzeit der TSV Barsinghausen (28 Zähler) und der TSV Kirchdorf (25) auf den Quali-Plätzen 2 und 3. Ebenfalls gute Chancen hat auch der 1. FC Germania Egestorf/Langreder, der mit 22 Punkten hinter dem HSC Hannover (23) derzeit den 5. Platz belegt.

Zum Thema 2

Verzichten muss der TSV Kirchdorf auch weiterhin auf Marvin Schlömer. Der bisherige Defensiv-Allrounder, der aus der Jugendspielgemeinschaft Basche United hervorging, fehlte den „Schwarz-Weißen“ zuletzt ein halbes Jahr aufgrund eines Auslandsaufenthaltes in Neuseeland. „Es stimmt, ab sofort mit Marvin bei Germania spielen“, bestätigte Kirchdorfs Spartenleiter Walter Kroll auf Nachfrage.

Vereinswechsel: Marvin Schlömer bei einem Stadtmeister-Auftritt im Kirchdorfer Dress. Der 20-Jährige wechselt mit sofortiger Wirkung zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Foto: Bratke

Vereinswechsel: Marvin Schlömer bei einem Stadtmeister-Auftritt im Kirchdorfer Dress. Der 20-Jährige wechselt mit sofortiger Wirkung zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Foto: Bratke

Der 20-jährige Schlömer war mit dem Wechselwunsch an seinen Heimatclub herangetreten und hatte um die Freigabe gebeten. Er wage den Schritt zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder, um möglicherweise im Regionalligakader Fuß zu fassen. TSV-Fußballchef Kroll betonte, dass er die Freigabe-Zusage der Egestorfer auch bei einer Rückkehr Schlömers zum TSV Kirchdorf habe.Merken

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