VHS Calenberger Land
  • 18. August 2018

Die Fräsmaschine hat ausgedient

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Premiere für die Aufkleber: Uwe Müller (links) und Peter Jeinsen freuen sich auf möglichst viele interessierte Fahrradbesitzer. foto:kasse

Barsinghausen (wk). Fahrräder sind beliebt – nicht nur bei ihren rechtmäßigen Besitzern, sondern auch bei Dieben. Letzteren will die Polizei jetzt mit einer neuen Form der Fahrrad-Registrierung das „Handwerk“ etwas schwerer machen. Künftig ersetzt ein Aufkleber in Verbindung mit einer Registrierung in einer Datenbank das alte Verfahren der Fahrrad-Codierung, bei der noch manuell eine Nummer in den Rahmen graviert wurde. Am Montag, 8. Juni, lädt die Polizei Barsinghausen interessierte Fahrradbesitzer zu einer ersten Einführungsaktion ein. Sie findet in der Zeit von 12 bis 16 Uhr auf dem Gelände des Kommissariats in der Knappschaftstraße 1 statt.

Ganz wichtig: Wer sein Fahrrad registrieren lassen möchte, der muss einen Eigentumsnachweis sowie einen gültigen Personalausweis mitbringen – und natürlich das Fahrrad. Die Daten zum Besitzer werden zusammen mit den Grunddaten des Fahrrades auf einem Antragsformular vermerkt. Mit der Unterschrift erklärt sich der Zweiradbesitzer damit einverstanden, dass diese Daten in der Fahrradbesitzerdatei der Polizei Niedersachsen gespeichert werden. Nach 15 Jahren werden die Daten automatisch gelöscht (Verlängerung ist möglich). Die Einwilligung zur Speicherung kann aber auch jederzeit schriftlich widerrufen werden. Jugendliche benötigen übrigens eine Einverständniserklärung der Eltern, um ihr Rad registrieren zu lassen.

Sind alle Angaben vollständig, dann wird das Fahrrad mit einem Aufkleber versehen, der eine individuelle Codenummer enthält. Diese Aufkleber können nicht mehr abgezogen werden, bei einem entsprechenden Versuch würde der Aufkleber vollständig zerstört. „Es dauert sehr lange, ihn abzubekommen“, sagt der Kontaktbeamte Uwe Müller. Auch ohne den Aufkleber kann die Polizei anhand der erfassten Daten – dazu gehört auch eine Rahmennummer, falls vorhanden – das Fahrrad dem rechtmäßigen Besitzer zuordnen. Deshalb ist es auch wichtig, die Registrierung ändern zu lassen, wenn man sein Rad verkaufen oder verschenken möchte.

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Hoher Aufwand: Die mechanische Gravur der Codierungsnummer. foto:kasse

Seit etlichen Jahren bot die Polizei die Fahrradcodierung in der mechanischen Variante an. Dabei wurden mit kleinen Fräsgeräten Nummern in die Rahmen der Räder eingraviert. Seinerzeit sponsorten Versicherungsgesellschaften die notwendigen Geräte. Für die Polizei war der zeitliche Aufwand indes nicht unerheblich. Seit drei Jahren gibt es in Niedersachsen die „schnellere“ Variante mit den Aufklebern in Verbindung mit der landesweit abrufbaren zentralen Datenbank. Die funktioniert so gut, dass das Land sie auch anderen Bundesländern anbietet. Jetzt hat auch die Polizeidirektion Hannover die Umstellung angeordnet.

Fahrräder, die noch nach der alten Methode codiert wurden, müssen nicht zwingend noch einmal registriert werden. Sinn macht der neue Aufkleber aber schon, da die Daten nur in Verbindung mit der neuen Nummer auch in der landesweiten Datenbank erfasst werden können. Die Registrierung eines Fahrrades ist kostenlos.

„Wir hoffen, dass wir noch mehr Fahrräder als bisher registrieren können“, sagt Uwe Müller. Aus gutem Grund, denn die Fahrraddiebstähle nehmen weiterhin zu. Im Jahr 2013 wurden in Barsinghausen 74 Fahrraddiebstähle gemeldet, im letzten Jahr waren es bereits 107 Fälle. Und auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden schon etliche Räder als gestohlen gemeldet.

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Reger Andrang: Bei den bisherigen Codieraktionen haben bereits viele Barsinghäuser ihre Räder erfassen lassen. Wer mag, der kann sein Rad erneut kostenlos vorführen und mit dem neuen Aufkleber versehen lassen. foto:kasse

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