VHS Calenberger Land
  • 18. August 2018
Ferienzeit ist kein Problem für die Schwerpunktwehr Barsinghausen

Ferienzeit ist kein Problem für die Schwerpunktwehr Barsinghausen

Barsinghausen (wk). Ist die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in der Ferienzeit beeinträchtigt? „Nein, wir haben ausreichend Einsatzkräfte zur Verfügung“, stellt Holger Afemann, Ortsbrandmeister der Schwerpunktwehr Barsinghausen, fest. CDU-Mitglieder statteten jetzt der Schwerpunktwehr im Feuerwehrhaus an der Egestorfer Straße einen Besuch ab. „Im Rahmen unserer Sommertour wollen wir verschiedene Einrichtungen besuchen, in denen ehrenamtlich gearbeitet wird“, erläuterte CDU-Stadtverbandschef Gerald Schroth den Hintergrund der einstündigen Stippvisite.

Holger Afemann erläuterte die besonderen Aufgaben der Schwerpunktwehr. Aufgrund der Ausstattung mit Spezialgerät und Spezialfahrzeugen steht die Schwerpunktwehr allen Ortswehren im Ernstfall zur Seite. So ist beispielsweise die Drehleiter bei der Schwerpunktwehr stationiert. Die wird auch schon mal in anderen Kommunen mit eingesetzt, wenn es die Lage erfordert. So halfen die Barsinghäuser Blauröcke beispielsweise am vergangenen Sturm-Wochenende in Gehrden aus.

Zunehmend stellen die aktiven Einsatzkräfte allerdings fest, dass es mit den großen Fahrzeugen wie der Drehleiter oder dem modernen Löschgruppenfahrzeug LF20 mitunter eng wird. Das betrifft nicht nur das leidige Thema Rettungsgasse bei Einsätzen auf der Autobahn, sondern auch immer öfter bestimmte Ortslagen mit enger Bebauung oder großen Baustellen. Mittlerweile ist die Patientenrettung das Hauptgeschäft im Drehleitereinsatz. Dabei sind es nicht nur übergewichtige Personen, die mit der Drehleiter und dem Rettungskorb aus der Wohnung geholt werden müssen. Manche Treppenhäuser sind so eng, dass der Rettungsdienst einen Patienten nicht auf diesem Weg abtransportieren kann.

Die Drehleiter wird in diesem Jahr übrigens zehn Jahre alt, darum geht es im Herbst auch zur großen Inspektion. „Wir bekommen für diese Zeit aber ein Ersatzfahrzeug, damit die Einsatzfähigkeit erhalten bleibt. Das ist im Wartungsvertrag enthalten“, so Holger Afemann.

Die Schwerpunktwehr verfügt aktuell über 85 Einsatzkräfte, darunter 15 Frauen. Ein ausreichendes Polster, um auch in Ferienzeiten gut aufgestellt zu sein. Zum Glück sind viele Aktive im Schichtdienst tätig, so dass auch tagsüber stets ausreichend Personal verfügbar ist. Schwieriger wird es indes bei Feuerwehrmitgliedern, die bei großen Firmen wie etwa Federal Mogul oder auch Bahlsen arbeiten. „Früher gab es dort Springer-Kräfte, heute steht oft ein Mitarbeiter allein in der Fertigungskette. Da ist es dann nicht mehr möglich, den Arbeitsplatz zu verlassen, um zu einem Einsatz zu fahren“, bedauert Holger Afemann. Noch sind alle Einsatzkräfte ehrenamtlich tätig. Nachbarkommunen rüsten da schon auf. So gibt es etwa in Wunstorf oder Lehrte bereits einige hauptamtliche Kräfte, zum Teil über die örtlichen Bauhöfe eingestellt.

Bei einem Rundgang durch das Gerätehaus stellte Afemann den Gästen alle Einrichtungen vor. Die Schwerpunktwehr hat ihr Domizil nach langer Planungsphase vor vier Jahren bezogen. Man habe sich inzwischen ganz gut eingelebt, meinte Afemann. Im Feuerwehrhaus gibt es auch Einrichtungen wie die Werkstatthalle und den Waschplatz, die von allen 17 Ortswehren genutzt werden. Auch die Jugendwehr hat einen ordentlich großen Raum zur Verfügung. Insgesamt 38 Köpfe zählt die Jugendwehr, die den Nachwuchs für den aktiven Dienst sichert.

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