• 15. Dezember 2018
Horst Fabisch legt den Vorsitz des Sportrings Barsinghausen nieder

Horst Fabisch legt den Vorsitz des Sportrings Barsinghausen nieder

Barsinghausen. Der Vorstand des Sportrings Barsinghausen hat am heutigen Sonntag, 24. April, seinem Vorsitzenden Horst Fabisch nahegelegt, den Vorsitz der sportlichen Interessenvereinigung niederzulegen. Fabisch kam dieser Aufforderung nach und erklärte: „Meinen Vorsitz lege ich nieder. Ich denke, dass dies sofort geschehen sollte“.

Von Wolf Kasse

Die Mail von Wolf-Kersten Baumann, dem 1. Vorsitzenden des TSV Egestorf, ging heute um 7.59 Uhr im Namen des Sportrings Barsinghausen raus. Darin heißt es: „Sehr geehrter Herr Fabisch, mit großen Sorgen haben wir von der drohenden Insolvenz des TSV Kirchdorf Kenntnis genommen, deren Vorsitzender Sie sind. Ein entsprechendes Verfahren und dessen vollständige Abwicklung beansprucht Zeit und einen kühlen Kopf, den Sie nun mehr denn je für die über 1.100 Mitglieder des TSV Kirchdorf beweisen müssen. Dies ist sicherlich auch für Sie persönlich kein einfacher Weg – insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass Sie mit Ihren Vorstandskollegen nicht länger vor rechtlichen und finanziellen Konsequenzen geschützt sein könnten. Die Barsinghäuser Sportlandschaft schaut allerdings nicht nur besorgt auf den TSV Kirchdorf, sondern genauso auf das derzeitige Erscheinungsbild des Sportrings, dessen Vorsitz Sie ebenfalls halten. Im Sinne aller Beteiligten – dem TSV Kirchdorf und seinen Sportlern, dem Sportring Barsinghausen und den Mitgliedsvereinen, und letztlich Ihrer Person – sollten Sie den Rücktritt als Sportringvorsitzender vollziehen, um auch den Neuanfang in der Organisation nicht zu gefährden. Denn nur wenn Sie sich mit voller Kraft, Konzentration und Verantwortung für den TSV Kirchdorf einsetzen, besteht die Möglichkeit, hier eine Reorganisation zu erreichen. Für die Aufgabe wünschen wir Ihnen alles Gute.“

Die Antwort-Mail von Horst Fabisch ließ nicht lange auf sich warten. Bereits um 9.02 Uhr ging sie bei dem stellvertretenden Sportring-Vorsitzenden Georg Olfermann ein. Fabisch schreibt: „Liebe Sportsfreunde, anbei meine letzte Presseerklärung, die die Situation im TSV Kirchdorf etwas deutlicher macht. Es bleibt aber die Bewältigung der dringend anstehenden strukturellen Veränderungen im Verein, deren Umsetzung gegen starke ‚Beharrungskräfte‘ von ewig Gestrigen im Vorstand, gegen Besserwisser, Gerüchteverbreiter und Wühler im Untergrund nicht einfach ist. In dieser Situattion haben wir die große Chance, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen und alte Zöpfe abzuschneiden. Dazu ist mein ganzer Einsatz erforderlich. Den Aufgaben im Sportring kann ich derzeit nicht gerecht werden. Meinen Vorsitz lege ich nieder. Ich denke, dass dies sofort geschehen sollte. Ich hatte ja auch schon mitgeteilt, dass ich bei der nächsten Vollversammlung nicht wieder antreten werde. Das ist sicherlich in eurem Sinne. Ich bitte um Mitteilung, wem ich die Unterlagen, die ich von Lothar (Brecht, Anm. d. Red.) erhalten habe, zusenden soll. Gruß Horst“.

Soweit der formelle „Schriftverkehr“. Im Vereinshaus an der Ammerke wurde dann aber am Abend doch noch deutlich Tacheless geredet. „Wir befürchten einen großen Schaden für den Sport allgemein“, erklärte Dr. Wolf-Kersten Baumann. Der TSV Kirchdorf habe enorm hohe Zuschuss-Summen für sein Spalterhals-Projekt bekommen. Gleichwohl habe der Verein noch nicht einmal seine Finanzen für 2014 offen auf den Tisch gelegt. „Wir wissen alle nicht genau, über welche Schuldensummen wir eigentlich reden sollen“, so Baumann. Es könne allerdings nicht angehen, dass nun womöglich zu Lasten der anderen Vereine öffentliche Gelder in die „Rettung“ des TSV Kirchdorf fließen.

„Auch ich sehe die Gefahr, dass jetzt Gelder in Richtung TSV Kirchdorf fließen, die dann dem Sport im Allgemeinen feheln“, so Georg Olfermann, Vorsitzender des TSV Goltern. Auch sein Verein habe, gemessen an der Mitgliederzahl, hohe Verbindlichkeiten auf sich genommen, die man aber aus eigener Kraft bewältigen werde. Olfermann sagte aber auch: „Ich zolle Horst Fabisch Respekt für den Schritt, den er jetzt gegangen ist, und ich danke ihm für die Arbeit, die er in der relativ kurzen Zeit seines Vorsitzes für den Sportring geleistet hat“.

„Man will ja helfen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass hier seitens der Politik im Vorfeld finanzielle Zugeständnisse gemacht werden“, unterstrich auch CDU-Ratsherr Karl-Heinz Neddermeier, Vorsitzender des SCB. Auch er äußerte sein Bedauern darüber, dass der TSV Kirchdorf bislang keine konkreten Zahlen auf den Tisch gelegt hat.

Neuanfang im Mai

Der Sportring will am 27. Mai im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen Neuanfang initiieren. Bis dahin wird Georg Olfermann als Interimsvorsitzender fungieren. „Ich werde das mit meinem Vorstandskollegen Hans-Heinrich Rohde abstimmen“, so Olfermann. Bis dahin soll auch ein neuer Satzungsentwurf abstimmungsreif gemacht werden. Ziel ist es, aus der bisherigen Interessengemeinschaft einen „Sportring Barsinghausen e.V.“ zu machen. Vom Vereinsstatus erhoffen sich die Vorstandsmitglieder eine Reihe von Vorteilen. „Unsere Arbeitsgruppen, die die Neustrukturierung vorbereiten, haben bereits eine gute Arbeit gemacht“, erklärte Goltermann. Wolf-Kersten Baumann will derweil eine Initiative starten, um Verwaltung, Politik und Sport wieder in einen engen Dialog zu bringen. „Es wäre schön, wenn wir das noch vor der Sitzung Ende Mai hinbekommen“, sagte Baumann.

Wollen einen Neuanfang für den Sportring Barsinghausen: Von links Jürgen Wien (BTV), Karl-Heinz Neddermeier (SCB), Wolf-Kersten Baumann (TSV Egestorf), Georg Olfermann (TSV Goltern), Karl-Heinz Tiemann (TSV Egestorf) und Hartmut Meier (Schützenverein Nordgoltern). foto:kasse

Wollen einen Neuanfang für den Sportring Barsinghausen: Von links Jürgen Wien (BTV), Karl-Heinz Neddermeier (SCB), Wolf-Kersten Baumann (TSV Egestorf), Georg Olfermann (TSV Goltern), Karl-Heinz Tiemann (TSV Egestorf) und Hartmut Meier (Schützenverein Nordgoltern). foto:kasse

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