• 26. Mai 2018
NFV-Präsident Günter Distelrath startet mit viel Elan in seine erste Amtszeit

NFV-Präsident Günter Distelrath startet mit viel Elan in seine erste Amtszeit

Barsinghausen. Mit der Verabschiedung des langjährigen NFV-Präsidenten Karl Rothmund ist eine Ära zu Ende gegangen. Zum Jahresbeginn 2018 hat sein Nachfolger Günter Distelrath die Arbeit als Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes aufgenommen. Eine erste große Veranstaltung hat er mit dem traditionellen Neujahrsempfang des NFV bereits hinter sich gebracht. Jetzt blickte er gemeinsam mit Rothmund den NFV-Direktoren auf das vergangene Jahr zurück. Unterm Strich kann der NFV 2017 als erfolgreiches Jahr verbuchen – in allen Bereichen.

Von Wolf Kasse

Im Saal Brandenburg des NFV-Sporthotels trafen sich alte Bekannte wieder. Im Gespräch mit DJ-Redakteur Wolf Kasse kamen bei Günter Distelrath Erinnerungen an die 1980er Jahre hoch, als er bei der Stadtsparkasse Barsinghausen fünf Jahre lang im Vorstand aktiv war und man oft miteinander zu tun hatte. Jetzt also mit gänzlich neuen Aufgaben zurück in Barsinghausen. Der Verbandstag 2017 habe für ihn schon eine besondere Zäsur dargestellt, sagte Distelrath. Da wurde der 68-Jährige nämlich zum 5. NFV-Präsidenten gewählt. Zuvor hatte Karl Rothmund ein ganzes Dutzend Jahre lang dieses Amt bekleidet, nachdem er bereits zuvor 15 Jahre lang als Verwaltungsdirektor des NFV erfolgreich tätig war. „Karl Rothmund kam aus der Wirtschaft zum NFV und übernahm damals ein schwieriges Amt“, so Distelrath. Er habe herausragende Leistungen für den Fußball erbracht und sei nicht ohne Grund zum Ehrenmitglied des NFV und des DFB ernannt worden.

NFV-Präsident 5.0: Günter Distelrath (rechts) und sein Vorgänger Karl Rothmund.

NFV-Präsident 5.0: Günter Distelrath (rechts) und sein Vorgänger Karl Rothmund.

Günter Distelrath selbst ist beim NFV ebenfalls kein Neueinsteiger. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Geschäftsführer des Sparkassenverbandes Niedersachsen stieg er 2008 in die Verbandsarbeit ein. Er übernahm den Posten des Vorsitzenden für die Zulassungskommission für die Oberliga Niedersachsen und kümmerte sich ab 2011 als NFV-Vizepräsident Finanzen um die wirtschaftliche Seite des NFV. „Der Verband hat ein solides finanzielles Fundament“, stellte Distelrath fest. Das sei in den vergangenen Jahren unter Karl Rothmund und dessen Mannschaft geschaffen worden. Der NFV könne mit einer guten Infrastruktur und hochinteressanten Anlagen vor Ort, die bis hin zur Nationalmannschaft gerne genutzt werden, punkten. „Der Verband ist zukunftsorientiert aufgestellt, das sage ich sehr deutlich“, erklärte Distelrath. Der NFV hat aktuell rund 670.000 Mitglieder.

Ehrenamt

Vier Themenschwerpunkte hat sich Günter Distelrath vorgenommen. Obenan steht für ihn das Thema Ehrenamt und damit verbunden die Nachwuchsgewinnung. „Der Amateursport auf der einen und der Profisport auf der anderen Seite befruchten sich gegenseitig. Ohne die Basis funktioniert die Spitze nicht und ohne Leuchttürme in der Spitze wird die Basis nicht attraktiv sein“, ist Distelrath überzeugt. Dabei müsse man schauen, dass man nicht nur neue Ehrenamtler gewinnen, sondern auch die vorhandenen bei der Stange halten könne. „Das Stichwort hierbei ist Ehrenamtskultur“, sagt Distelrath. Dabei müsse auch eine entsprechende Würdigung und Anerkennung der Leistungen im Ehrenamtsbereich erfolgen. Ein Thema, dem sich der neue Verbandspräsident intensiv widmen will.

Demographie

Das Thema Demographie sei in jüngster Zeit ein wenig in den Hintergrund getreten, gleichwohl sei es „ein Mega-Thema unserer Gesellschaft“, meint Günter Distelrath. In Niedersachsen gebe es zwar noch Bereiche, in denen man Zuwachs verzeichne, aber eben auch Bereiche, in denen die Bevölkerung um 25 bis 30 Prozent schrumpfe. „Das geht auch bei uns hautnah rein, wir befördern deshalb freiwillige Zusammenschlüsse, damit wir auch in Zukunft noch in allen Klassen genügend Mannschaften haben“, beschreibt Distelrath die Zukunftsstrategie. Zum Jahresende 2017 schrumpfte die Zahl der vom NFV betreuten Kreise von 43 auf 40, für 2018 kündigte Distelrath weitere Zusammenschlüsse an, unter anderem in der Region Hannover. Insgesamt werde die Zahl der Kreise auf 33 zurückfallen, auch das sei der Demographie geschuldet.

Digitalisierung

Ebenfalls ein Mega-Thema quer durch die gesamte Gesellschaft sei das Thema Digitalisierung. Hier habe der NFV in der Vergangenheit schon viel bewegt, sagte Distelrath mit Blick auf den gesamten Online-Bereich des NFV. Immer mehr junge Leute nutzen Nachrichtenplattformen wie WhatsApp, um miteinander zu kommunizieren. Der NFV biete bereits Lehrgänge an, zum Beispiel im Schiedsrichterwesen, in denen die Infos nur noch teilweise vor Ort vermittelt würden, ergänzt durch E-Learning. In der Zukunft werde auch die Kontrolle der Spielberechtigung auf den Spielfeldern nicht mehr über den klassischen Pass, sondern digital per Fingerabdruck oder ähnliches erfolgen. „Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, das ist aber auch gut so“, sagt Distelrath.

Bestandsentwicklung

Den vorhandenen Bestand pflegen und weiterentwickeln, das ist der 4. Schwerpunkt, den sich Distelrath selbst gesetzt hat. „Ich werde in den ersten Monaten in die Bezirke und Kreise gehen, mit den Vereinen sprechen und deren Sorgen und Probleme abfragen“, kündigt Distelrath an. Gleichzeitig wolle er schauen, wo der NFV selbst aktiv werden kann, um die Vereine verwaltungsmäßig zu entlasten. Man müsse auch schauen, wo man die Zuwendungen vom NFV für die Vereine anders gestalten könne und darüber nachdenken, ob man bestimmte Beträge künftig eventuell nicht mehr erheben werde.

Das Sporthotel

Für das Sporthotel zog der stellvertretende NFV-Direktor und Geschäftsführer des Hotels Bernd Dierßen eine durchweg positive Jahresbilanz. Dierßen bezeichnete den NFV als „die Mutter des Hotels“, und man sei dankbar, diesen großen Partner an der Seite zu haben. Bereits 2016 habe das Sporthotel ein Rekordergebnis abgeliefert, und darum sei es nicht selbstverständlich, dass man dieses Ergebnis 2017 noch einmal toppen konnte – bei gleichbleibender Zahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Hotelbereich sind 35 Personen fest angestellt, hinzu kommt noch ein Pool an qualifizierten Aushilfskräften. Ein besonderes Dankeschön richtete Dießen an Hoteldirektorin Kerstin Busch und ihr Team. Die Zimmerauslastung sei 2017 von 68 auf 72 Prozent gestiegen, das sei ein vergleichsweise sehr guter Wert, lobte Dierßen. Er berichtete von einer sehr stabilen Personalsituation, was gerade in der Gastronomie nicht selbstverständlich sei. Man habe die Fluktuation fast auf null fahren können. Seit drei Monaten habe das Hotel einen neuen Küchenchef, der in renommierten Häusern und auf Kreuzfahrtschiffen tätig war und einen eigenen neuen Blickwinkel mitbringe. Zudem bringe er mit seinen 55 Jahren eine gewisse Reife und daher eine sehr gute Personalführung mit. „Das ist mir sehr wichtig“, so Dierßen. Im Sporthotel werden seit vielen Jahren schon Hotel- und Restaurantfachleute sowie Köche ausgebildet. „Das ist eine Sache, die in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist“, hob Dierßen hervor.

Erfolgreiches Team: Hotel-Geschäftsführer Bernd Dierßen und Hoteldirektorin Kerstin Busch.

Erfolgreiches Team: Hotel-Geschäftsführer Bernd Dierßen und Hoteldirektorin Kerstin Busch.

Einen Schwerpunkt im Hotelbetrieb bildet das Tagungsgeschäft mit großen Firmen. „Hier kommt die gute Zusammenarbeit mit dem NFV zum Tragen“, sagte Dierßen. Viele Tagungsteilnehmer würden zudem ergänzende Angebote wie den Fitnessbereich oder den Fuchsbau nutzen.

Zur Auslastung des Hotels tragen auch Familienfeiern, Events und Trainingslager bei. Das mache sich insbesondere im Sommer, wenn das Tagungsgeschäft eher schwach sei, bemerkbar, so Dierßen. Er verzeichnete zudem eine Zunahme bei den Wochenendurlaubern. Bei denen sei Mountainbiken oder Wandern besonders angesagt. „Es ist sicher auch im Interesse der Stadt Barsinghausen, dass wir viele Menschen für den Deister und das Umland begeistern“, merkte Dierßen an. Hoteldirektorin Kerstin Busch ergänzte, dass es auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Besucherbergwerk Klosterstollen gebe. „Wir können unseren Gästen jetzt auch sonntägliche Einfahrten in den Klosterstollen vermitteln“, freute sich Busch, die zum Jahresende erstmals selbst eine Einfahrt in den Klosterstollen unternommen hatte. Ein Erlebnis, auf das sich auch der neue NFV-Präsident Günter Distelrath schon freut.

Messegäste seien ebenfalls wichtig für das Hotelgeschäft, aber das sei nicht mehr so einfach wie in früheren Zeiten, stellte Bernd Dierßen fest. Darum sei man dankbar für jede weitere Messe, die in Hannover und Umgebung veranstaltet werde.

Höhepunkte im sportlichen Bereich waren aus der Sicht des Hotelbetriebs der alle drei Jahre stattfindende NFV-Verbandstag, ein Event, das stets mit viel Aufwand verbunden sei, sowie die Trainingslager verschiedener Bundesligisten wie Mainz, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und auch Jena. „Jena hat erst kürzlich bei uns ein Winterlager durchgeführt, das war ein sehr angenehmes Miteinander“, so Bernd Dierßen. Darüber hinaus wachse das Geschäft mit den Handballern. Die Hannover Recken waren zu Gast in Barsinghausen, Minden war da und momentan habe man einen russischen Erstligisten zu Gast. „Diese Dinge passen zum NFV, geben aber auch dem Hotel immer wieder einen wirtschaftlichen Schub“, freute sich Dierßen über die Aktivitäten jenseits des Fußballs.

Hat viel zu bieten: Der Wellnessbereich des Sporthotels genügt auch gehobenen Ansprüchen.

Hat viel zu bieten: Der Wellnessbereich des Sporthotels genügt auch gehobenen Ansprüchen.

Von der Hobbit-Höhle zum Sporthotel

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation habe man in den vergangenen Jahren massiv investieren und damit das Niveau des Hotelbetriebs noch einmal deutlich anheben können. „Wir haben jetzt auch die letzten Zimmer auf einen sehr guten Stand gebracht, die Hotelflure renoviert beziehungsweise erneuert, einen zweiten Massageraum eingerichtet und Parkettböden ausgetauscht. „Nächste Woche bekommt auch der Raum Berlin einen neuen Parkettboden, für mich der schönste Raum mit Blick zum Deister“, kündigte Dierßen an. „Wenn man dort herüberblickt, fällt einem immer wieder auch die Historie des Hauses ein. Wir hatten den Heimatbund Niedersachsen hier, da habe ich mir die alten Unterlagen mal angeschaut. In den 1950er Jahren wurden oben auf den Bergwiesen die ersten Gebäude gebaut. Es gab große Widerstände, ich stelle mir vor, dass es so ein bisschen wie bei Herr der Ringe war, da haben hier wahrscheinlich noch die Hobbits gewohnt. Es war alles mit viel Grün ausgestattet, und wenn ich jetzt sehe, was sich hier alles entwickelt hat, das ist schon enorm. Das ist sicher auch den Menschen geschuldet, die damals hier verantwortlich waren vom NFV. Karl Rothmund hat das zu seiner Zeit sicher auch noch einmal enorm gepusht und mit Günter Distelrath haben wir jetzt einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden für das Hotel, der ähnlich tickt und denkt. Da sind wir sehr dankbar, denn nur dann, wenn wir auch die entsprechende Unterstützung haben, ist auch in Zukunft dieser Weg möglich“, so Dierßen.

Grüne Idylle: Blick über die Bergwiese. Heutzutage hätte ein Bauprojekt wie das Sporthotel an dieser Stelle wohl wenig Chancen auf Realisierung.

Grüne Idylle: Blick über die Bergwiese. Heutzutage hätte ein Bauprojekt wie das Sporthotel an dieser Stelle wohl wenig Chancen auf Realisierung.

Investitionen

Managt die Investitionen: NFV-Direktor Steffen Heyerhorst.

Managt die Investitionen: NFV-Direktor Steffen Heyerhorst.

Jahr für Jahr investiert der NFV große Summen für den Erhalt und den Ausbau seiner Anlagen in Barsinghausen. NFV-Direktor Steffen Heyerhorst berichtete über den aktuellen Stand. Bereits 2016 wurde mit der Kernsanierung der Sportschule II begonnen, und die Maßnahme ist noch nicht beendet, obwohl die Einrichtung seit Februar 2017 wieder in Betrieb ist. Rund 2 Millionen Euro investierte der NFV, hinzu kamen im Laufe des Jahres 2017 noch einmal rund 200.000 Euro für Brandschutzmaßnahmen. Die finale Schlussabnahme durch den Bauingenieur und den Brandschutzsachverständigen steht jetzt im Februar 2018 an. Bis dahin seien noch einige Brandlasten zu beseitigen. Auch müssen noch neue Möbel für die Flure angeschafft werden, die einer besonderen Zulassung in Sachen Brandschutz bedürfen. Der NFV erhielt vom Land beziehungsweise vom Landessportbund einen Zuschuss in Höhe von einer Million Euro, allerdings nicht allein für die Kernsanierung, sondern auch für andere Maßnahmen aus den Vorjahren.

Gelohnt hat sich das Ganze allemal. So kann die Karl-Laue-Halle jetzt für Events mit bis zu 800 Personen genutzt werden. Die Halle, die jetzt sogar über eine moderne Selbsthilfelöscheinrichtung verfügt, kann auch für Abi-Bälle und ähnliche Anlässe genutzt werden.

Laut Heyerhorst ist auch die Agenda für 2018 bereits gut gefüllt. So sollen Brandschutzmaßnahmen in der Sportschule I fortgesetzt werden. Rund 160.000 Euro sind dafür eingeplant. Außerdem soll die hauseigene Cafeteria komplett erneuert werden, inklusive Außenfassade und Mobiliar. Dafür wurden weitere 150.000 Euro veranschlagt. Zudem wird das alte, mit Betonziegeln versehene Dach der Sportschule I erneuert (145.000 Euro), diverse Fenster müssen ausgetauscht werden (140.000 Euro) und die über 30 Jahre alte Heizungs- und Warmwasserversorgung wird ebenfalls ersetzt (137.000 Euro). „Unterm Strich investieren wir im Jahr 2018 inklusive Baunebenleistungen runde 750.000 Euro“, rechnet Steffen Heyerhorst zusammen.

Präsident Günter Distelrath sprach von einer erheblichen Summe, die investiert werden soll. „Wir haben ja in der Vergangenheit schon Millionenbeträge investiert“, so Distelrath. Das sei auch bedeutend für die heimische Wirtschaft: „Wir schauen natürlich, dass wir die Aufträge dorthin vergeben, wo wir auch leben und arbeiten“. Die Handwerksbetriebe hier in der Region seien durchweg wettbewerbsfähig.

Infrastruktur

Achtet auf Nachhaltigkeit: Der stellvertrtende NFV-Direktor Jan Baßler.

Achtet auf Nachhaltigkeit: Der stellvertretende NFV-Direktor Jan Baßler.

Einen Überblick über die Nutzung der NFV-eigenen Infrastruktur gab Jan Baßler. Der stellvertretende NFV-Direktor und Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung berichtete, dass die seit Februar 2017 wieder zur Verfügung stehende Sportschule II im letzten Jahr 18.366 Übernachtungen verbuchen konnte. 2016 seien es durch den Umbau deutlich weniger gewesen. Aktuell sei die Sportschule für dieses Jahr schon zu 81 Prozent ausgebucht. „Das wird sicherlich dazu führen, dass die Übernachtungszahlen im kompletten Jahr 2018 in Richtung 20.000 Übernachtungen steigen werden“, schaut Baßler voraus.

Ebenfalls sehr erfreulich – und auf die gute Zusammenarbeit von NFV, Sportschule und Hotel zurückzuführen – sei die Entwicklung des Studios B54. „Wir haben dort mal so eine Art 10 Jahres-Ziel herausgegeben mit der magischen Grenze von 400 Mitgliedern, die wir im letzten Jahr erstmalig überschritten haben“, bilanzierte Baßler. Das sei ein toller Erfolg in einem schwierigen Umfeld, zumal es in Barsinghausen ja zwei sehr gute andere Fitnessstudios gebe. Eine Umfrage unter den Mitgliedern habe ergeben, dass es das naturnahe und familiäre Umfeld im Studio B54 sei, was die Mitglieder bewege, dort zu trainieren. Im Kontext mit der Größe des Studios und der Anzahl der Mitglieder werde es für die Zukunft eine Herausforderung sein, dieses familiäre Umfeld zu erhalten.

Ein toller Ausblick: Das Studio B54 punktet mit direkter Nähe zur Natur.

Ein toller Ausblick: Das Studio B54 punktet mit direkter Nähe zur Natur.

Nachhaltigkeit

Als erster Landesverband im Deutschen Fußball Bund hat der NFV im letzten Jahr einen Nachhaltigkeitsbericht herausgegeben. Für Jan Baßler zählt auch der Bereich Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zur Nachhaltigkeit. Bereits im 9. Jahr biete der NFV Stellen für ein FSJ an. Aktuell gibt es sieben FSJler. Vier werden zentral eingesetzt beim NFV, drei weitere arbeiten dezentral im Bereich des DFB-Mobil (zwei in Lüneburg und eine FSJlerin im Bezirk Weser-Ems. „Das sind tatsächlich mittlerweile fast richtige Mitarbeiter für uns geworden, die also nicht für Kaffee kochen und Parkplatz-Einweisen zuständig sind, sondern innerhalb kürzester Zeit unseren Mitarbeitern helfen, ihre Aufgaben zu erledigen“, so Baßler. Nicht ohne Grund habe man jetzt bereits im zweiten Jahr hintereinander einen FSJler davon überzeugen können, ein duales Studium beim NFV fortzuführen.

Zum 1. Nachhaltigkeitsbericht selbst habe es viele positive Rückmeldungen gegeben, vor allem von der Basis. Der Bericht werde von den Vereinen im Dialog mit Sponsoren, mit kommunalen Trägern und auch den eigenen Mitgliedern genutzt um zu zeigen, dass Fußball eben mehr als ein 1:0 ist oder der klassische Spielbetrieb, sondern dass Fußball imstande ist, gesellschaftliche Probleme anzugehen und dass er als Transportriemen zur Mitlösung dieser Probleme genutzt werden kann. „Besondere Anerkennung in der Nachhaltigkeitsszene im Sport bundesweit haben wir dafür erhalten, dass wir sehr genau Ziele definiert und niedergeschrieben haben, die wir uns in den nächsten drei Jahren auferlegt haben“, sagt Jan Baßler. Das sei sicherlich das Schwierigste am Nachhaltigkeitsbericht, konkret Ziele zu benennen, wo man noch etwas verbessern oder verändern könne. Als Beispiele nannte Baßler die Fortsetzung der Kreisfusionsbestrebungen, das Vorantreiben der Flexibilisierung des Spielbetriebs (Norweger Modell) und die Digitalisierung der Spielberechtigungsprüfung (Passkontrolle). Ebenfalls ein großes Thema sei die Gesamtstrategie zum Thema Fair Play, aber auch vor allem die Gewaltprävention. Dies werde den Fußball auch weiterhin herausfordern, denn Fußball solle ein Familiensport sein, wo Eltern die Kinder begleiten, wo man sich wohlfühlt und gerne seine Freizeit verbringt. Hier geht es zum NFV-Nachhaltigkeitsbericht_2017

Finanzen

Kümmert sich um das Geld: NFV-Direktor Bastian Hellberg.

Kümmert sich um das Geld: NFV-Direktor Bastian Hellberg.

Verantwortlich für die Finanzen des NFV zeichnet NFV-Direktor Bastian Hellberg. Der gelernte Banker, der neben dem Studium bei der Sparkasse eine Ausbildung absolvierte, betreut unter anderem die vielen großen und kleinen Partnerfirmen des NFV. „Wir haben Partner, die uns unterstützen und helfen, aber auch nur deshalb, weil der Verband große Gegenleistungen liefern kann“, so Hellberg. Bei der Vielzahl großer Partner stünden auch immer wieder mal Vertragsverlängerungen an. Aktuell sei das bei Krombacher der Fall. Der Vertrag läuft saisonbedingt zum 30. Juni 2018 aus. Er sei hoffnungsvoll, den Vertrag „mit für uns sehr akzeptablen Bedingungen“ verlängern zu können, erklärte Hellberg. Ähnlich sei das bei Adidas, wo 2019 neue Verhandlungen anstünden. „Die Gespräche laufen, wir sind auf einem guten Weg, alle großen Partnerschaften zu verlängern. Auch alle kleineren Partnerschaften sind im Fluss“, so Hellberg. Der NFV-Direktor freute sich auch darüber, dass die Sparkasse die FSJler des NFV mit einem kleinen Salär unterstütze.

Als „Flaggschiff“ bezeichnete Bastian Hellberg die Sparkassen-Fußballschule. Seit nunmehr zwölf Jahren seien die Angebote nahezu komplett ausgebucht. Rund 1.000 Kinder und Jugendliche nehmen Jahr für Jahr die Angebote wahr und lernen dabei auch die Stadt Barsinghausen kennen. Im Schnitt bleiben die Teilnehmer drei bis vier Tage, macht also entsprechend 3.000 bis 4.000 Übernachtungen. Zusätzlich sei der NFV mit der Sparkassen-Fußballschule auch dezentral unterwegs, wobei es im letzten Jahr sechs Veranstaltungen mit rund 400 Teilnehmern gab.

Mag keine Schulden: NFV-Ehrenpräsident Karl Rothmund.

Mag keine Schulden: NFV-Ehrenpräsident Karl Rothmund.

Zum Thema Finanzen merkte Ehrenpräsident Karl Rothmund an, dass man in der Vergangenheit bei allen nötigen Investitionen immer Wert daraufgelegt habe, keine Schulden aufzubauen. „Das hat dazu geführt, dass der NFV praktisch schuldenfrei ist“, so Rothmund. Und das, was an Krediten bezahlt werden müsse, werde über die Wirtschafts-GmbH gemacht und könne ohne Schwierigkeiten getilgt werden.

Leistung und Gegenleistung ergänzen sich, fasste NFV-Präsident Günter Distelrath zusammen. Als langjähriger Direktor Finanzen wird er sicherlich in Zusammenarbeit mit seinen Direktoren darauf achten, dass die finanzielle Basis des NFV auch weiterhin auf einem soliden Fundament ruht.

Die NFV-Führungsriege 2018: Von links stellvertetender NFV-Direktor und Sporthotel-Geschäftsführer Bernd Dierßen, Hoteldirektorin Kerstin Busch, NFV-Direktor Bastian Hellberg, NFV-Direktor Steffen Heyerhorst, NFV-Präsident Günter Distelrath und der stellvertetende NFV-Direktor Jan Baßler.

Die NFV-Führungsriege 2018: Von links stellvertretender NFV-Direktor und Sporthotel-Geschäftsführer Bernd Dierßen, Hoteldirektorin Kerstin Busch, NFV-Direktor Bastian Hellberg, NFV-Direktor Steffen Heyerhorst, NFV-Präsident Günter Distelrath und der stellvertetende NFV-Direktor und Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung Jan Baßler.

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