• 17. November 2018
Regenbogen-Rettungswochen: Keine Angst vor Blaulicht & Sirene

Regenbogen-Rettungswochen: Keine Angst vor Blaulicht & Sirene

Barsinghausen (jh/wk). Bereits seit vielen Jahren engagieren sich die großen Rettungsdienstleister wie die das DRK, die Johanniter oder der ASB dafür, dass Kinder keine Angst vor dem Arzt oder dem Krankenwagen, der meist mit Blaulicht und Sirene anrückt, zu haben brauchen. In Zeiten, in denen Reifen von Einsatzfahrzeugen zerstochen und immer mehr Rettungskräfte attackiert werden, erscheint dieses Engagement in Sachen Aufklärung wichtiger denn je.

Erst vor wenigen Tagen kam es in Essen zu einem dramatischen Zwischenfall, als der Reifen eines Einsatzfahrzeugs zerstochen und der ältere Patient deswegen zu spät in die Klinik kam. Der Mann verstarb, die Kriminalpolizei ermittelt. Der NDR berichtet aktuell für den Raum Niedersachsen über eine starke Zunahme von Gewalt gegen Rettungskräfte. Rund 150 Rettungssanitäter, Notärzte und Feuerwehrleute seien im vergangenen Jahr in Niedersachsen angegriffen worden. Das seien 50 Attacken mehr als im Vorjahr, so der NDR.

Da kann man offenbar gar nicht früh genug damit anfangen, den Sinn und Zweck von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst zu erklären. Sie alle leisten spezielle Hilfe, wenn Menschen in Not geraten. Im Barsinghäuser Kindergarten Regenbogen standen jetzt besondere „Rettungswochen“ an. Hierzu gehörten Besuche bei der Polizei sowie der Feuerwache der Schwerpunktwehr Barsinghausen. Auch die Notfallrettung stand auf dem Stundenplan der Kita-Kinder, und dabei war der ASB gefragt.

Einfach mal ausprobieren: So funktioniert das im Rettungswagen. Foto: ASB/Heumann-Friedrichs

Einfach mal ausprobieren: So funktioniert das im Rettungswagen. Foto: ASB/Heumann-Friedrichs

Dirk Zeitler und Marvin Fuchs von der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des ASB erklärten den rund 75 Kindern, wie ein richtiger Rettungswagens (RTW) ausgestattet ist. Das leuchtend orangefarbene Auto mit dem Funkrufnamen 60-44 ist ein Ersatzfahrzeug der hauptamtlichen ASB-Rettungswache Barsinghausen an der Siegfried-Lehmann-Straße und wurde für die Vorführung in der Kita ausnahmsweise zur Verfügung gestellt. Sozialassistentin Katrin Mück erklärte, dass alle Kinder mit der Notrufnummer 112 vertraut seien und diese im Ernstfall auch anwählen könnten. „Unsere Projektwoche zum Thema Rettungswagen begann spielerisch mit einem Kasperle-Theater. Zusätzlich haben wir Bastel- und Bewegungsangebote noch mit eingebunden“, so Katrin Mück.

Neugierig und mitunter auch ein wenig aufgeregt nahmen die Kleinen alles im RTW genau unter die Lupe. Egal ob Blutdruck messen, Kopfverband anlegen oder Sauerstoffsättigung im Blut messen: Jedes Kind durfte einmal auf der gelben Stryker-Trage sitzen, sich im Notfallrettungsfahrzeug umschauen und das Blaulicht einschalten. Die ehrenamtlichen SEGler versuchten mit dieser Aktion, den Kindern die Angst vor einem Rettungswagen zu nehmen. Und sie hoffen sicher auch, dass sich das Verständnis für die Wichtigkeit ihrer Arbeit einprägt, damit es künftig keine Attacken mehr gegen Helfer und Retter gibt – seien sie nun ehrenamtlich oder hauptberuflich tätig.

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