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  • 22. Juli 2018
Traditionen zu Weihnachten – auch in der lokalen Sportszene

Traditionen zu Weihnachten – auch in der lokalen Sportszene

Barsinghausen. Weihnachten und Jahreswechsel ohne Traditionen – wär‘ ja wohl blöd, oder? Auch in der lokalen Sportszene der Deisterstadt gibt es rund um die letzten Tage im Jahr immer wieder traditionelle Events, die sich in einer inoffiziellen Beliebtheitsskala ganz weit oben platzieren – sowohl bei aktiven als auch bei passiven Sportinteressierten.

Von Erk Bratke

Die hier zusammengetragenen Beispiele reichen von der Benefiz-Gala „Sportler für Sportler“, die von den beiden Platzhirschen HV Barsinghausen und 1. FC Germania Egestorf/Langreder veranstaltet wird, über die Reihe des städtischen Mittternachtssport bis hin zum weihnachtlichen Hallenfußballturnier und dem abschließenden Silvesterlauf durch den Deister. Die beiden letztgenannten Veranstaltungen haben die längste Tradition und werden alljährlich vom TSV Barsinghausen ausgerichtet.

Sportler für Sportler

Zum nunmehr vierten Mal fand die Benefiz-Gala von HVB und FC in der Glück-Auf-Halle statt, die schon im Vorjahr vom DEISTER JOURNAL aufgrund einer Rekord-Spendensumme als „Volltreffer“ tituliert worden war. Die Initiatoren Gerd Köhler und Jan Baßler konnten es kaum fassen, denn die Neuauflage toppte das Ergebnis aus 2016 mit 4200 Euro nochmals und ließ das Spendenbarometer auf die neue Rekordmarke von 5400 Euro in die Höhe schnellen. Wow!

Hintergrund: Zu Weihnachten 2014 brachten die Handballer des HV Barsinghausen und die Fußballer des 1. FC Germania Egestorf/Langreder die Benefiz-Gala auf den Weg. Seitdem zeigt das Event durchaus sportliche Vielfalt. Höhepunkt ist jeweils der Vergleich der hochklassigen Herrenteams beider Clubs in ihren jeweiligen Sportarten – je 15 Minuten Fußball und Handball. Die gesammelten Zuschauereinnahmen und Spenden (privat und gewerblich) werden halbiert und anderen Vereinen beziehungsweise Projekten der Deisterstadt unterstützend zur Verfügung gestellt. Damit trifft das Motto „Sportler für Sportler“ quasi den Nagel auf den Kopf. So wurden 2016 der in einer Finanzkrise steckende TSV Kirchdorf sowie die sieben Barsinghäuser Grundschulen für zusätzliche Sportprojekte bedacht. Diesmal wurden der Förderverein Freibad Goltern und das Team der Barsinghäuser Ferien-Sport-Wochen (FeSpoWo) auserkoren.

Strahlten um die Wette: Rolf Hennies (von links) vom Betreiberverein des Freibads und Heide Hamann vom Förderverein Freibad Goltern sowie Melissa Beute und Celine Homeyer (FeSpoWo) mit den beiden Initiatoren Gerd Köhler und Jan Baßler sowie Sponsoren und Teams im Hintergrund.

Strahlten um die Wette: Rolf Hennies (von links) vom Betreiberverein des Freibads und Heide Hamann vom Förderverein Freibad Goltern sowie Melissa Beute und Celine Homeyer (FeSpoWo) mit den beiden Initiatoren Gerd Köhler und Jan Baßler sowie Sponsoren und Teams im Hintergrund.

Jeweils 2700 Euro erhielten die beiden Adressaten per symbolischer Scheckübergabe. Die FeSpoWo-Organisatorinnen Melissa Beute und Celine Homeyer sowie Heide Hamann vom Förderverein Freibad Goltern und Rolf Hennies vom Betreiberverein des Freibads strahlten um die Wette und konnten ihr Glück kaum fassen. Das Freibad Goltern möchte seinen Anteil in erster Linie in die Technik des Bades investieren. Die Fe-Spo-Wo-Macher wollen das Geld für Sportausstattung, Übungsleiter und Mahlzeiten für die teilnehmenden Kinder nutzen.

Mitsingen erwünscht: Nach der Präsentation ihrer Projekte luden Gerd Köhler und die Grundschulkids zum Mitsingen ein.

Mitsingen erwünscht: Nach der Präsentation ihrer Projekte luden Gerd Köhler und die Grundschulkids zum Mitsingen ein.

Zum Sport: Die Tribüne war abermals gut besetzt; viele Sportinteressierte wollten sich das Spektakel kurz vor Weihnachten auch diesmal nicht entgehen lassen. Zum Start führten Barsinghäuser Grundschulkids einen Auszug ihrer Sportprojekte vor. Im Anschluss folgte ein erster sportlicher Vergleich: Fußballclub hüben und Handballverein drüben brachten Leistungsträger aus früheren Zeiten aufs Parkett. Die Allstars-Partie endete ohne großartige Überraschungen – 4:0 für Germania im Fußball und 8:1 für den HVB im Handball.

Neu im Programm: Diesmal kickten und warfen ehemalige Leistungsträger von Germania und dem HVB gegeneinander – einzige weibliche Sportlerin im Feld war Ina Wildhagen (Mitte), frühere Klasse-Handballerin und heutige Spitzen-Triathletin.

Neu im Programm: Diesmal kickten und warfen ehemalige Leistungsträger von Germania und dem HVB gegeneinander – einzige weibliche Sportlerin im Feld war Ina Wildhagen (Mitte), frühere Klasse-Handballerin und heutige Spitzen-Triathletin.

Das jährliche Highlight war das Duell der beiden I. Herrenmannschaften mit einer Ergebnis-Wiederholung aus dem Vorjahr. Nur kurzzeitig sah es nach einer Sensation aus, denn die Handballer gingen im Fußballvergleich gleich zweimal in Führung (1:0 und 2:1). Als dann Niklas Teichgräber zum 2:2 egalisiert hatte und Torjäger Hendrik Weydandt die erstmalige Führung der Germanen erzielte, gab es kein Halten mehr – Endstand 7:2. Aus dem Handballvergleich ging wie erwartet der HVB als Sieger hervor (12:3). Wie gehabt – 1:1 im Vergleich. Wie gehabt auch das Entscheidungsschießen beziehungsweise -werfen – Germania behielt wie 2016 die Oberhand (3:1).

Spielausgang freilich egal, denn: „Gewonnen hat in jedem Fall der Sport“, bekräftigte Karl-Heinz Neddermeier. Der stellvertretende Bürgermeister dankte den Veranstaltern, Spendern und Teilnehmern für ihr Engagement. Obendrein vergaß er nicht, die zahlreichen Ehrenamtler in den Sportvereinen zu erwähnen. Ohne sie wäre insbesondere der Fortbestand des Jugendsports nicht zu sichern. Was gerade daraus werden kann, zeigte sich im Verlauf der Veranstaltung am Beispiel von Ziya Önder. Das junge Turn-Ass vom TSV Kirchdorf demonstrierte sein erstaunliches Können und heimste den wohl größten Applaus des Abends ein. Verdient!

Beeindruckend: Kirchdorfs Turn-Ass Ziya Önder demonsatrierte sein Können gleich an mehreren Geräten wie hier am Barren. Fotos: Bratke

Beeindruckend: Kirchdorfs Turn-Ass Ziya Önder demonsatrierte sein Können gleich an mehreren Geräten wie hier am Barren. Fotos: Bratke

Mitternachtssport

Auch der von der Stadt veranstaltete Mitternachtssport hat Tradition. Zuletzt gab es allerdings eine anderthalbjähriger Pause. Jetzt gibt es einen neuen Streetworker, der noch vor dem Weihnachtsfest zur Wiederaufnahme des beliebten Fußballturniers eingeladen hatte. Kilinc Ertugrul ist seit wenigen Wochen im Kinder- und Jugendbüro der Stadt Barsinghausen als Diplom-Sozialpädagoge angestellt und wollte die Veranstaltung wiederaufleben lassen. „Der Mitternachtssport als Gewalt- und Suchtpräventionsangebot ist ein ungewöhnliches Angebot, zu einer ungewöhnlichen Zeit, da insbesondere in den Abendstunden der Wochenenden die Langeweile unter Jugendlichen und die Verlockung der Straße am größten ist“, erklärte Ertugrul im Vorfeld des Turniers.

Angesprochen waren alle interessierten Jugendlichen ab 14 Jahren zum Fußballturnier in der Sporthalle der KGS-Goetheschule. Vier Mannschaften konnte der neue Streetworker begrüßen. „Ich freue mich, dass nach so einer langen Pause der Mitternachtssport zurück ist und dass wir neben den Sportlern auch zahlreiche Zuschauer in die Halle locken konnten“, resümierte Ertugrul zufrieden. Die vier Teams spielten in einer Runde „Jeder gegen Jeden“ und schließlich das Finale der besten zwei Mannschaften aus. Der Spielplan stellte die Ausdauer der Jugendlichen wahrlich auf die Probe. Ein Spiel lief über 2×10 Minuten und zwischen den Begegnungen gab es nur wenig Pause, um sich an dem kostenfreien Getränke- und Obstbuffet zu stärken. Kurz vor Mitternacht setzte sich dann die Mannschaft „Lokomotive Barsinghausen“ gegen die Mannschaft „Weißer Schnee“ mit 6:4 nach dem Elfmeterschießen durch. Platz 3 ging an die Mannschaft „Das Goldene M“ vor dem „FC Afrin“ auf Rang 4.

Siegerteams: Stolz zeigten sich die Top 3-Teams beim Mitternachtssport in der KGS. Foto: privat

Siegerteams: Stolz zeigten sich die Top 3-Teams beim Mitternachtssport in der KGS. Foto: privat

Auch Jugendpfleger Björn Wende zeigte erfreut über die gute Resonanz bei der Wiederaufnahme. Zufrieden nahm er zur Kenntnis, dass auf Wunsch der teilnehmenden Jugendlichen im Winter 2018 ein weiteres Fußballturnier im Rahmen des Mitternachtssport stattfinden solle. Der genaue Termin werde zeitnah bekannt gegeben, hieß es.

Hallo-Cup

Das Hallenfußballturnier des TSV Barsinghausen am 2. Weihnachtsfeiertag hat die wohl längste Tradition der Sportveranstaltungen zum Fest – nicht nur in Barsinghausen, sondern wohl auch in der gesamten Region. Aus einem zunächst internen TSV-Turnier vor über 40 Jahren wurde über den „Ottomar-Börnert-Gedächtnispokal“, der „Guder-Cup“ und „DLZ-Cup“ sowie schließlich der „Hallo-Cup“, der am 26. Dezember seine nunmehr sechste Auflage feiert. Vor allem durch die Resonanz der Zuschauer ist dieser Wettbewerb aus dem jährlichen Sportkalender nicht wegzudenken.

Vorgesehen sind einmal mehr zwei Vorrundengruppen mit jeweils sechs Mannschaften aus der Deisterstadt und der Region. Die Organisation des Turniers lag abermals in den Händen des Bezirksligateams des gastgebenen TSV B, der ebenso seine zweite Mannschaft und (nach einer einjährigen Pause) auch die A-Junioren der JSG Basche United an den Start bringt. Neben den „Barsinghäuser Jungs“ dürften auch die Nachbarn vom TSV Kirchdorf wieder zu den Favoriten zählen. Letztgenannte gehen als Titelverteidger ins Rennen.

Titelverteidiger: Sieg – da wird schnell ein Selfie gemacht. Foto: Bratke

Titelverteidiger: Sieg – da wird schnell ein Selfie gemacht. Foto: Bratke

Übrigens: Nachdem der Turnierplan fertig gestellt war, mussten die Organisatoren erneut „Hand anlegen“. Eine kurzfristige Absage der SG Bredenbeck ereilte die Barsinghäuser. Schnellstmöglich wurde nach einer weiteren Mannschaft Ausschau gehalten, um das Starterfeld wieder zu komplettieren. Fündig wurden die TSVer beim Mühlenberger SV. Die aktuelle Gruppeneinteilung sieht nun wie folgt aus:

Profi-Sport-Gruppe: TSV Barsinghausen II, Mühlenberger SV, SG Letter 05, SV Dedensen, Basche United, VSV Hohenbostel.

Rewe-Gruppe: TSV Barsinghausen I, SV Northen/Lenthe, TSV Kirchdorf, SC Steinhude, SC Lohnde 96, TSV Bantorf.

Turnierstart in der Barsinghäuser Glück-Auf-Halle an der Bergamtstraße ist um 10 Uhr (Eintritt 5 Euro). Außerdem Bemerkenswert: Der „Hallo-Cup“ ist bereits zum dritten Mal Teil von insgesamt 19 Qualifikationsturnieren für das große Sportbuzzer-Masters, das am 28. Januar in der hannmoverschen Swiss Life-Hall ausgetragen. Es geht also noch vor dem Jahreswechsel um wichtige Masters-Punkte.

Silvesterlauf

Apropos Jahreswechsel: Zum nunmehr 27. Mal lädt der TSV Barsinghausen zu seinem Silvesterlauf ein. „Ein geselliges Laufen ohne jeden Zeitdruck“, wie Chef-Organisator Siegfried Lehmann mitteilte. Interessierte können aus drei Strecken wählen – von der anspruchsvollen 9,25 Kilometer-Distanz mit circa 200 Meter Höhenunterschied über die 5,8 km leicht wellige Strecke mit dem Wendepunkt an der Bärenhöhle in Egestorf und dem 2,4 km-Lauf mit geringer Steigung (Wendepunkt am Spalterhalsbach), der sich vor allem an die Bambinis richtet.

Der Start-Ziel-Bereich ist wie gewohnt am REWE-Sportpark in Barsinghausen, Langenkampstraße 41, wo sich auch die Umkleiden und Duschen befinden. Startzeit ist um 11 Uhr. Meldungen sind nicht erforderlich. Auch ein Startgeld wird nicht erhoben. „Einfach kommen und mitmachen“, sagt Lehmann. Warm- und Kaltgetränke hält der Veranstalter bei Zielankunft bereit.

Letzte Sportveranstaltung des Jahres: Im Vorjahr zählte der Veranstalter rund 130 erwachsene und 30 jugendliche Läuferinnen und Läufer beim Silvesterlauf. Foto: Bratke

Letzte Sportveranstaltung des Jahres: Im Vorjahr zählte der Veranstalter rund 130 erwachsene und 30 jugendliche Läuferinnen und Läufer beim Silvesterlauf. Foto: Bratke

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