• 17. November 2018
Verein Unser Barsinghausen bricht alte Strukturen auf

Verein Unser Barsinghausen bricht alte Strukturen auf

Barsinghausen (wk). Der Verein Unser Barsinghausen hat wichtige Weichen für die zukünftige Arbeit in Sachen Stadtmarketing gestellt. Im Rahmen einer Plenumssitzung am Montagabend im Saal des Restaurants Palast sprachen sich die Mitglieder bei lediglich vier Stimmenthaltungen für eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge aus. Damit soll die finanzielle Grundlage für künftige Aktionen abgesichert werden. Außerdem wurde beschlossen, die Struktur der bisherigen verkaufsoffenen Sonntage aufzubrechen. Künftig sollen auch Vereine und Gewerbetreibende als allen Ortsteilen der Deisterstadt aktiv in das Geschehen eingebunden werden. Ein erster Versuch in diese Richtung ist für den Herbstmarkt 2016 geplant.

Die Mitglieder des Vereins sind offenbar bereit, die neuen Wege mitzugehen und dafür auch noch mehr Geld als bisher zu investieren. Normalerweise löst es in Vereinen immer eine größere Debatte aus, wenn es um höhere Beiträge geht. Umso erfreuter zeigte sich das gesamte Vorstandsteam, als die vorgeschlagene Anhebung kurz und bündig bei lediglich vier Enthaltungen angenommen wurde. Der Vorsitzende Hendrik Mordfeld hatte zuvor darauf hingewiesen, dass auch die Stadt Barsinghausen und die Stadtsparkasse einen anteiligen Beitrag zur Finanzierung der Vorhaben des Vereins leisten. „Wenn wir unseren Beitrag nicht anpassen, werden sicher auch unsere Partner nach unten korrigieren“, meinte Mordfeld. Durch die Anhebung werden rund 4.000 Euro pro Jahr zusätzlich in die Vereinskasse fließen. Bei der Beitragsgestaltung hat die Arbeitsgruppe des Vereins verschiedene Aspekte wie etwa die Größe von Betrieben berücksichtigt und auch eine Pauschale für Vereine eingearbeitet (Einzelheiten siehe Zum Thema).

Herbstmarkt: Nächstes Jahr soll dieser verkaufsoffene Sonntag den Ortsteilen beziehungsweise den Vereinen gewidmet werden. foto:kasse

Herbstmarkt: Nächstes Jahr soll dieser verkaufsoffene Sonntag den Ortsteilen beziehungsweise den Vereinen gewidmet werden. foto:kasse

Frischen Wind will der Vorstand in die künftigen Großveranstaltungen bringen. An den vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr soll festgehalten werden, allerdings sollen sie teilweise neu gestaltet werden. An dem verkaufsoffenen Sonntag im Mai in Kombination mit der Autoschau will man festhalten, auch der Novembermarkt soll weitgehend unverändert ablaufen. Neue Ideen gibt es für den Ostermarkt und den Herbstmarkt. „18 = 1“ lautete die Formel, die Hendrik Mordfeld vorstellte. Die auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Formel hat einen simplen Hintergrund. Die Stadt Barsinghausen hat 18 Ortsteile, und der Verein Unser Barsinghausen hat sich, wie es der Name ja auch schon impliziert, Stadtmarketing für die ganze Stadt auf die Fahne geschrieben. Man möchte gern das angestaubte Image des „Marktstraßenvereins“ loswerden und es wurde deshalb überlegt, wie man die Ortsteile besser einbinden kann. Daraus entstand die Idee, einen verkaufsoffenen Sonntag den Vereinen zu widmen. Unter dem Motto „Von Skaten bis Skat“ sollen alle Vereine der Deisterstadt eingeladen werden, sich im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags in der Innenstadt zu präsentieren. Die dort ansässigen Geschäftsleute sind aufgefordert, die Vereine dabei zu unterstützen und gegebenenfalls Infrastruktur wie Stromanschluss, Wasser oder Toiletten zur Verfügung zu stellen. Neben den klassischen Vereinen sollen auch Dorfgemeinschaften, Schulen, Kirchen oder Feuerwehren die Gelegenheit zur Teilnahme erhalten. Lediglich eine Einschränkung ist vorgesehen: Parteien bleiben außen vor.

Ein weiterer verkaufsoffener Sonntag soll dazu dienen, den Ortsteilen und den Gewerbegebieten ein zentrales Forum in der Innenstadt zu bieten. So könnten etwa 18 Besonderheiten die Ortsteile repräsentieren und die Gewerbebetriebe könnten eine kleine Leistungsschau mitten in der Stadt zeigen. Auch hierbei gilt, dass die ortsansässigen Händler die Gäste aus den Ortsteilen und den Gewerbegebieten möglichst gut unterstützen.

Das Rahmenprogramm will der Verein Unser Barsinghausen jeweils gemeinsam mit den Teilnehmern abstimmen. Externe Aussteller sollen nur dort zugelassen werden, wo es noch einen freien Platz gilt. Die Vereine sollen zudem die Möglichkeit erhalten, durch den Verkauf von Speisen und Getränken etwas für die Vereinskasse zu erwirtschaften. Auch hier gilt, dass externe Gastronomie möglichst außen vor bleiben sollte. „Wir wollen die Barsinghäuser Gemeinschaft demonstrieren und die Vielfalt der Vereine und Institutionen in den Mittelpunkt rücken“, erklärte Hendrik Mordfeld. Dafür sei man auch bereit, auf entsprechende Einnahmen durch externe Standbetreiber zu verzichten.

Kein Weihnachtsmarkt

Auf die Durchführung des Weihnachtsmarktes wird der Verein Unser Barsinghausen in diesem Jahr verzichten. Der Vorstand setzt auf eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Weihnachtsdorf und führt entsprechende Gespräche. Das Weihnachtsdorf könne den Bedarf besser und vor allem über einen längeren Zeitraum abdecken als der bisherige Weihnachtsmarkt, ist sich Hendrik Mordfeld sicher. Der Verein Unser Barsinghausen wird mit einer eigenen Bude beim Weihnachtsdorf vertreten sein.

Neue Homepage in Arbeit

Hat den Überblick: Thomas Böhm konzipierte die Kundenumfrage für den Verein Unser Barsinghausen. foto:kasse

Hat den Überblick: Thomas Böhm konzipierte die Kundenumfrage für den Verein Unser Barsinghausen. foto:kasse

Thomas Böhm, der sich für den Verein um das Marketing kümmert, kündigte an, dass die neue Internetseite des Vereins demnächst freigeschaltet werde. Sie soll eine Plattform für alle Vereinsmitglieder bilden und zudem eine Vernetzung mit sozialen Medien herstellen. Geplant sind zudem ein spezieller Kunst- und Kulturkalender sowie ein Projekt mit dem Tourismusverein, bei dem es um Testimonials von Gästen der Deisterstadt geht. „Wir wollen insbesondere den Bereich Kunst und Kultur hochwertig vermarkten“, erläuterte Böhm. Für die Stadt Barsinghausen meldete sich Andreas Schröter von der Stabstelle Gremienbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit zu Wort. Er warb für den Terminkalender, den die Stadt auf ihrer Internetseite www.barsinghausen.de anbietet. Mit diesem Tool könne man nicht nur die eigenen Termine bekanntmachem, sondern auch frühzeitig abklären, was sonst noch so läuft. Damit ließen sich eventuelle Terminkollisionen vermeiden. Klappen kann das allerdings nur, wenn sich auch möglichst alle Veranstalter in diesem Kalender eintragen.

Neue Info-Tafeln

In Zusammenarbeit mit der Stadt will der Verein Unser Barsinghausen an markanten Stellen im Stadtgebiet, so beispielsweise an den Ortseingängen oder an der Bundesstraße 65, mehrere feste Stelltafeln errichten. Bürgermeister Lahmann stellte dafür die Hilfe der BBI in Aussicht. Auf diesen Stelltafeln soll für Veranstaltungen des Vereins wie etwa die verkaufsoffenen Sonntage geworben werden. In Absprache mit dem Vorstand sollen die Tafeln aber auch anderen Vereinen und Institutionen zur Verfügung gestellt werden.

Mitarbeit erwünscht

Es gbit bereits mehrere Arbeitsgruppen im Verein Unser Barsinghausen, die sich um verschiedene Themenbereiche kümmern. Weitere Gruppen sollen nach Bedarf hinzukommen. Vorsitzender Hendrik Mordfeld meinte dazu, es gäbe „reichlich Gelegenheit, sich in die Arbeit einzubringen“. Der Verein wird auch weiterhin Workshops anbieten, so soll es im November oder Dezember um das Thema „Alleinstellungsmerkmal“ gehen. Im November soll auch die vom Verein initiierte Kundenumfrage vorgestellt werden. Laut Thomas Böhm, der die Umfrage erarbeitet hat, beteiligten sich rund 1.300 Bürgerinnen und Bürger, das entspreche einer Teilnehmerquote von erstaunlichen 5 Prozent – trotz des Poststreiks.

Unser-Barsinghausen-Umfrage-29092015

Gute Resonanz: Rund 1.300 Bürgerinnen und Bürger aller relevanten Altersgruppen beteiligten sich an der Umfrage des Vereins Unser Barsinghausen

Zum Thema

Die neuen Beiträge für Mitglieder des Vereins Unser Barsinghausen für 2016 im Überblick:

  • Neuer Mitgliedsbeitrag: 8,- Euro / Monat
  • Abbuchung in der Regel jährlich (Beiträge und Werbebeiträge)
  • Vereine: pauschal 50,- Euro / Jahr

Staffelung der Werbebeiträge in der Fußgängerzone:

  • 1 – 3 Mitarbeiter 180,- Euro / Jahr
  • 3 – 6 Mitarbeiter 360,- Euro / Jahr
  • 7 – 10 Mitarbeiter 540,- Euro / Jahr
  • ab 10 Mitarbeiter 680,- Euro / Jahr

Außerhalb der Fußgängerzone:

  • 1 – 3 Mitarbeiter 90,- Euro / Jahr
  • 3 – 6 Mitarbeiter 180,- Euro / Jahr
  • 7 – 10 Mitarbeiter 270,- Euro / Jahr
  • ab 10 Mitarbeiter 340,- Euro / Jahr

Gewerbe ohne Ladengeschäft:

  • 180,- Euro / Jahr

 

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