• 22. November 2018
Wanderausstellung „Frauen der Reformation“ in Barsinghausen

Wanderausstellung „Frauen der Reformation“ in Barsinghausen

Barsinghausen (wk). Die Wanderausstellung „Frauen der Reformation“ wird vom 30. Januar bis 26. Februar 2016 in Barsinghausen gezeigt. Dazu gibt es auch ein entsprechendes Rahmenprogramm. Veranstalter sind die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Barsinghausen, die evangelisch-lutherische Marienkirchengemeinde und der Bildungsausschuss des Kirchenkreises Ronnenberg.

„Wir wollen damit einen Beitrag leisten, um auf das 500-jährige Reformationsjubiläum aufmerksam zu machen. Eine kleine historische Rückschau, die aufzeigt, wie die Zeit vor 500 Jahren die Gesellschaft umfassend verändert hat und das dabei auch Frauen einen erheblichen Anteil hatten“, so die Organisatoren.

In der Klosterkirche und im Rathaus I werden insgesamt 19 Banner ausgestellt. Zwölf mutige Frauen aus Mitteldeutschland und ihre charakteristischen Leistungen im Zuge der Reformation werden so präsentiert. Am Beispiel dieser zwölf Frauen kann man den Unterschied zwischen den Lebenswelten von damals und heute erfahren. Die Reformationszeit wird unter den Aspekten Nonnen und Klöster, Erziehung und Bildung, Ehefrau und Mutter, Priestertum aller Getauften, Diplomatie und Krieg oder Tod als Alltagsbegleiter erläutert.

„Jüngere Menschen sollen staunen und begreifen, dass es nicht ungewöhnlich war, wenn eine Frau 10 bis 15 Kinder hatte, von denen 12 nicht erwachsen wurden. Die Erfahrung, dass der Besuch einer Schule nicht selbstverständlich war, hilft den Stellenwert von Bildung in den Fokus zu rücken. Die beispielhafte Lebensführung der vorgestellten Frauen soll zeigen, wie der gelebte Glaube Kraft gab gegen große Widerstände zu handeln und dem eigenen Gewissen zu folgen. Insgesamt soll deutlich werden, dass es nicht Luther allein war, der die Reformationszeit geprägt hat, sondern dass er ganz viele Männer und eben auch Frauen an seiner Seite hatte“, heißt es in einer Beschreibung der Ausstellung.

Die Veranstalter laden alle Interessierten ein, die Ausstellung zu besuchen und zu erkennen, dass es bereits vor circa 500 Jahren Aufbrüche zu einer Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft gab. Eingeladen wird zudem zum Besuch der Veranstaltungen des Rahmenprogramms. Durch Kunst und Musik soll das Lebensgefühl von damals projiziert werden. Historische Vorträge untermauern, wie Luther und seine Zeitgenossen prägend waren für das freiheitliche und emanzipatorische Leben, Denken und Handeln heute.

Das Programm

Musik-ReformationszeitZur Ausstellungseröffnung am Samstag, 30. Januar, tritt das Wennigser Künstlerpaar Duo HORA im Saal des Gemeindehauses der Mariengemeinde auf. Mit Gesang und Sprache werden Personen aus der Zeit der Reformation lebendig. Genreübergreifend und unterhaltsam, humorvoll und skurril stellen sie die Kraft und Energie der Frauen im Zusammen- oder Gegenspiel mit den Männern dar.

Am Sonntag, 7. Februar, findet ein Konzert in der Klosterkirche Barsinghausen statt. Unter der Gesamtleitung von Kirchenkreiskantor Christian Windhorst wird Musik der Reformationszeit und des 17. Jahrhunderts zu Gehör gebracht. Das Johann Rosenmüller-Ensemble unter der Leitung von Arno Paduch spielt auf historischen Instrumenten und verspricht einen hochkarätigen Ohrenschmaus. Außerdem singt eine erstmalig zusammengestellte Kirchenkreiskantorei mit Christian Windhorst an der Orgel.

Am Donnerstag, 18. Februar, wird der Historiker Prof. Dr. Michael Rothmann, geschäftsführender Leiter des Historischen Instituts der Universität Hannover, einen Vortrag im Gemeindehaus der Mariengemeinde halten. Sein Thema lautet „Bildungschancen in der Zeit der Reformation“.

In einem Projektgottesdienst am Sonntag, 21. Februar, wird das Thema „Frauen in der Reformationszeit“ in der Klosterkirche in einen biblischen Bezug gebracht.

Der Abschluss wird gestaltet mit einem Frauenmahl im Sporthotel Fuchsbachtal am Freitag, 26. Februar 2016. Dazu verspricht Prof. Dr. Dr. Ina Wunn, Religionswissenschaftlerin an der Universität Hannover, einen fulminanten Festvortrag. Sie referiert zum Thema „Von Luthers Käthchen bis zur Bundeskanzlerin – Frauenmacht im Wandel der Jahrhunderte.“ Ein dreigängiges Festmenü sorgt für das leibliche Wohl. Zu diesem Essen sind bewusst nur Frauen eingeladen. Wer teilnehmen möchte, kann für 30 Euro eine Karte im Rathaus II, Raum 131, bei Susanne Brandts oder im Sporthotel Fuchsbachtal erwerben oder sich schenken lassen.

Die Veranstalter danken den Sponsoren, die diese Veranstaltungsreihe ermöglichen. Dazu zählen die Stadtsparkasse Barsinghausen, die Hanns-Lilje-Stiftung, der Kirchenkreis Ronnenberg, der Förderkreis der Mariengemeinde, die Mariengemeinde sowie die Stadt Barsinghausen. Ein besonderes Dankeschön richtet sich an das ehrenamtliche Team der offenen Klosterkirche, das während der Besichtigungszeiten die Aufsicht in der Kirche führen wird.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung wird zu besichtigen sein im Rathaus I zu den normalen Öffnungszeiten in der Woche (Montag bis Donnerstag 8 bis 15.30 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr) sowie in der Klosterkirche vor und nach Gottesdiensten, dem Rahmenprogramm und zu Sonderöffnungszeiten in der Woche. Der Eintritt ist frei. Nach Vereinbarung gibt es auch Fürungen für Schulklassen oder Konfirmandengruppen.

Weitere Informationen gibt es in öffentlich ausliegenden Flyern, auf der Internetseite der Stadt Barsinghausen sowie bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Barsinghausen Susanne Brandts unter 05105/774-2334. Zum Flyer geht es auch hier direkt über diesen Link: Flyer Frauen der Reformation

 

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