• 15. Dezember 2018
Willkommen in Basche unterstützt Willkommensfest

Willkommen in Basche unterstützt Willkommensfest

Barsinghausen (wk). Im Willkommenskreis der Mariengemeinde, der sich „Willkommen in Basche“ nennt, kam vor der Sommerpause die Idee auf, zusammen mit den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft Hannoversche Straße ein Willkommensfest zu feiern. Dieses Fest findet am Freitag, 23. September, ab 16 Uhr statt. Neben Musik und landestypischem Essen sowie einigen Aktionen wie Torwandschießen und Jonglage sollen auch die Wünsche der Bewohner und die Angebote des Willkommenskreises gesammelt und zusammengeführt werden.

Unterstützt wird diese Veranstaltung durch Geld- und Sachspenden der Stadtsparkasse, der Mariengemeinde und der Bäckerei Hünerberg. Logistische Unterstützung leistet der örtliche Arbeiter-Samariter-Bund. Vertreten wird dabei die Mariengemeinde als Trägerin des Willkommenskreises durch Pastorin Uta Junginger und durch Dirk Härdrich als Sprecher des Willkommenskreises.

AfD: „Nicht willkommen“

Während es bereits eine ganze Reihe von Initiativen gibt, die sich darum kümmern, dass Flüchtlinge hier in Barsinghausen gut aufgenommen und integriert werden, hat es die neue Ratsfraktion der AfD nicht so mit den Flüchtlingen. Wörtlich heißt es auf der AfD-Internetseite zum Thema Kommunalpolitik: „Die AfD Barsinghausen ist gegen den Neubau eines Asylbewerberheimes – egal, an welchem Standort. Wir plädieren für eine Unterbringung in einzelnen Wohnungen. Entgegen der Meinung der etablierten Parteien und deren Anhänger heißen wir die Flüchtlinge nicht willkommen, sondern haben Mitleid mit Ihnen, weil sie ihre Heimat verlassen mussten. Keiner dieser Flüchtlinge, die sich eigentlich in ihrer Heimat ein Leben aufbauen wollten, hat jemals ein Interesse daran gehabt, ins kalte Nordeuropa zu gehen. Gewalt und Vertreibung ließen vielen Menschen keine andere Wahl. Wir wehren uns jedoch dagegen, uns über die Ankunft der neuen Mitbürger freuen zu müssen.“

Nunja, eine derart zynische „Mitleidsbekundung“ lässt Nordeuropa tatsächlich auch am heißesten Sommertag noch kalt erscheinen. Natürlich muss sich niemand „über die Ankunft der neuen Mitbürger freuen“, aber „wehren“ muss man sich dagegen auch nicht, schließlich wird ja niemand zur Freude gezwungen. Wie die AfD tickt, kann man auch an einem anderen Beispiel auf der AfD-Internetseite gut ablesen: „Seit September 2015 kamen nahezu sämtliche ‚Flüchtlinge‘ über sichere Drittstaaten nach Deutschland. Sie sind demnach illegal hier im Land. Die Stadt  Barsinghausen sollte sich durch ‚Integrationsmaßnahmen‘ nicht am Bruch internationaler Vereinbarungen beteiligen und sich dadurch zur Komplizin von Straftaten machen. Geordnete Rückführung in die Heimatländer muss Vorrang vor allen Bleibe-Diskussionen haben! In der Zwischenzeit ist es eine öffentliche Aufgabe, für schlichte Wohnmöglichkeiten und sinnvolle Beschäftigung dieser Menschen zu sorgen.“ Der vorweggestellte Satz, im Zusammenhang mit Asylrecht und Integration seien „… in erster Linie die Interessen der hier bodenständigen Bevölkerung zu beachten“, zeigt schon deutlich auf, wie menschenverachtend und gefühlskalt hier agiert wird.

„Mit der Vielfalt die Zukunft gestalten“

Anlässlich des bundesweiten Auftakts der „Interkulturellen Woche“ am Sonntag, 25. September, im Grenzdurchgangslager Friedland erklärt die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf: „Das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche ist gut gewählt: ,Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt‘. Unser Land besteht nämlich nicht aus ,uns‘ und ,den anderen‘. Gewalt und Rassismus dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Mit der Vielfalt in unserer Gesellschaft gestalten wir die Zukunft unseres Landes. Den Geflüchteten begegnen wir mit Offenheit und Solidarität. Dass der Bundesauftakt der Interkulturellen Woche an diesem Sonntag, 25. September, ab 15 Uhr in Niedersachsen auf dem Platz vor der St. Norbert Kirche in Friedland stattfindet, freut mich besonders, denn gelebte Vielfalt gehört zur Gründungsgeschichte Niedersachsens. Das belegt im Übrigen das Museum Friedland, das am Sonntag seine Türen weit geöffnet hat. Ich würde mich freuen, wenn zahlreiche Menschen die Gelegenheit nutzen, das erst im März 2016 neu eröffnete Museum Friedland an diesem Tag zu besuchen. Das Museum ist nur wenige Gehminuten vom Platz vor der St. Norbert Kirche entfernt und der Eintritt in die Ausstellung ,Fluchtpunkt Friedland‘ ist an diesem Tag für alle Besucherinnen und Besucher frei.“

Hintergrund:

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt. Der Tag des Flüchtlings ist Bestandteil der IKW.

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