• 19. November 2018
„Wir müssen den Politikern<br> Feuer unter den Arsch machen“

„Wir müssen den Politikern
Feuer unter den Arsch machen“

Barsinghausen. Mit der provokativen These der „Sorge, dass die Kluft zwischen der öffentlichen Wahrnehmung des Sportrings und den Leistungen unserer Sportvereine immer größer wird und die Sportförderung immer stärker leidet“, hatte NFV-Präsident Karl Rothmund die 37 Mitgliedsvereine des Sportrings, dessen Vorsitzenden Lothar Brecht und Brechts möglichen Nachfolger Henning Theilmann zu einer Diskussionsrunde in das Sporthotel Fuchsbachtal eingeladen.

Von Uwe Serreck

TSV-Vorsitzender Klaus-Jürgen Dallmann.

TSV-Vorsitzender Klaus-Jürgen Dallmann

Klaus-Jürgen Dallmann, der Vorsitzende des TSV Barsinghausen, verurteilte den Weg Rothmunds an die Öffentlichkeit. Am Ende einer im Laufe des Abends immer hitziger geführten Diskussion gab es dennoch einen Konsens der anwesenden 20 Vereinsvertreter und die Erkenntnis: Der Barsinghäuser Sport muss Änderungen in der Kommunikation mit der Stadt herbeiführen, um die Sportförderung zu erhalten oder vielleicht künftig sogar wieder mehr Gelder zu bekommen.

Einen klaren Standpunkt bezog der 1. Stadtrat Georg Robra, der sich „Redlichkeit“ im Gespräch untereinander wünscht: „Ich kann hier heute Abend keine verbindliche Aussage treffen, aber wenn die Ansprache der Vereine gegenüber der Verwaltung so bleibt, wie sie ist, wird es nicht mehr Geld geben.“

Henning Theilmann

Henning Theilmann

Zu Beginn des Treffens bedauerte Rothmund, mit seiner kolportierten Aussage über den Sportringvorstand „Idioten, die keine Eier haben“, über das Ziel hinaus geschossen zu sein: „Der Satz ist mir nicht bewusst, aber wenn ich ihn gesagt habe, entschuldige ich mich dafür.“ Als Fehler bezeichnete es Rothmund auch, Henning Theilmann als neuen Vorsitzenden ins Gespräch gebracht zu haben.

Wesentlich drastischer formulierte Rothmund seine Kritik am Barsinghäuser Sport, dem das „Wir-Gefühl“ fehle und der „kommunikativ schlecht aufgestellt“ sei. Eine schlechte Arbeit attestierte er dem Sportring, „der in seiner Struktur nicht mehr seinen Aufgaben gerecht wird.“

Die Feststellung, dass die Vereine nicht im Integrationsbeirat oder anderen Gremien der Stadt vertreten sind, sorgte für eine hitzige Diskussion. „Das hat Wunden aufgerissen, die nicht nötig sind“, bekräftigte Lothar Brecht. Nach knapp zwei Stunden setzte sich die Auffassung von Wolfgang Meier, dem Vorsitzenden des Fördervereins Lehrschwimmbecken, durch: „Wir müssen den Politikern Feuer unter den Arsch machen.“

Über die Frage, wie das gelingen kann, über personelle Änderungen im Sportringvorstand und über die Forderung Rothmunds, dass künftig jeder Verein im Sportring nur noch eine Stimme haben soll, muss die Hauptversammlung des Sportrings am 11. September entscheiden. Karl Rothmund wird dazu seine Thesen als Diskussionspapier zur Verfügung stellen.

Zum Abschluss stellte Henning Theilmann klar: „Die Kandidatur wurde an mich herangetragen. Ich würde das Amt gerne annehmen, um zu versuchen, dem Sport eine stärkere Lobby zu geben.

Ernste Gesichter: Die Vereinsvertreter wollen an der Außendarstellung des Sportrings arbeiten. Fotos: Serreck

Ernste Gesichter: Die Vereinsvertreter wollen an der Außendarstellung des Sportrings arbeiten. Fotos: Serreck

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