VHS Calenberger Land
  • 19. August 2018
Die Toten Hosen entdecken ihre Liebe zu Hannover neu

Die Toten Hosen entdecken ihre Liebe zu Hannover neu

Hannover (eb). So, damit das mal klar ist: Campino & Co. haben Hannover wieder lieb. Vergessen ist der 18. Mai 2013, als die „Roten“ die Düsseldorfer Fortuna mit einem 3:0 in die Zweitklassigkeit schossen. Kein Groll mehr, alles vergessen, vergeben und gut. Verständlich, denn „F95“ ist nun wieder aufgestiegen – zurück in die Erstklassigkeit. Erstklassig, das sind Die Toten Hosen sowieso. Und das bestätigen sie dann auch ganz locker vor 25.000 DTH-Enthusiasten auf der abermals ausverkauften Expo-Plaza.

Es scheint gar so, als wenn die Hosen Niedersachsens Landeshauptstadt ganz besonders lieb gewonnen hätten. Immerhin machten die Düsseldorfer Alt-Punks binnen von nur sechs Monaten zum zweiten Mal in Hannover Station. Das für gab’s ein „doppeltes sold out“. Gleich zu Beginn, als Campino zum Song „Auswärtsspiel“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 2002 aufruft, erklärt der 55-Jährige die alten, eher schlechten Erinnerungen an Hannover für beendet. Mehr noch: Später, als der pop-lastige Ohrwurm „Wannsee“ vom aktuellen Album „Laune der Natur“ (2017) kommt, wird dieser kurzerhand umgetextet: „Maschsee, Maschsee, wann seh‘ ich Dich endlich wieder – Maschsee, Maschsee, ich komm‘ zurück zu Dir“.

Überhaupt scheinen DTH an jenem „Tage wie diese“ (klar, den Mega-Hit zum Mitgrölen gibt’s in der Folge auch) an alles gedacht zu haben. Neben dem vollen Hosen-Programm heizen handverlesene Vorbands schon mächtig ein: Schmutzki, The Adicts und die Donots machen aus dem Plaza-Gastspiel ein amtliches Mini-Festival. Da spielt sogar das Wetter entgegen der Vorhersagen bis zum Ende mit. Die Sonne bleibt hartnäckig. Keine Spur von den Gewittern, die für den ganzen Nachmittag und Abend angekündigt waren, weshalb Veranstalter HC im Vorfeld für eine mögliche Evakuierung betriebsam vorplanen musste.

Fahnenmeer: You'll never walk alone- und Totenkopf-Banner dürfen bei einem Hosen-Konzert nicht fehlen. Fotos: Bratke

Fahnenmeer: You’ll never walk alone- und Totenkopf-Banner dürfen bei einem Hosen-Konzert nicht fehlen. Fotos: Bratke

Insgesamt spielen sich Die Toten Hosen mit ihrem Set durch drei Dutzend Jahre ihrer Bandgeschichte. Uralt-Klassiker wechseln mit aktuellen Hits ab. Zwischendurch immer wieder ein Fahnenmeer der Ultra-Fans. Pyro gibt’s auch – am Bühnenrand und quasi von den Hosen und ihren Helfershelfern selbst erlaubt. Und wer muss darüber besonders schmunzeln? Ron-Robert Zieler und Simon Terodde. Auch die beiden Fußballprofis aus Stuttgart und Köln haben ihren Spaß. Alle, wirklich alle sind gut drauf – die Expo-Plaza rockt und bebt. So soll es sein!

Totaler Ausverkauf

Tags darauf gab’s schon das nächste ausverkaufte Konzert. Station in Dresden, DDV-Stadion. Am Donnerstag und Freitag, 7. und 8. Juni, folgt die Waldbühne – zweimal sold out. Am 16. Juni spielt „die Laune der Natour“ auf der Bürgerweide in Bremen. Nach einer kurzen Pause geht’s mit zwei weiteren ausverkauften Konzerten in Stuttgart (21. Juli, Canstatter Wasen) und Hamburg (15. August, Trabrennbahn Bahrenfeld) weiter. Am 1. September kommen Die Toten Hosen nochmals in unsere Nähe: zum Open Air am Weserufer in Minden – ausverkauft, logo!

Aber auch auf der Expo-Plaza geht’s noch weiter, und zwar mit Iron Maiden (DJ berichtete). Für das Gastspiel der Heavy Metal-Pioniere sind bereits weit über 20.000 Tickets verkauft, wie Karsten Seifert von Hannover Concerts mitteilte.

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