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  • 21. August 2018
Blues-Wunderknabe mit Posterboy-Look

Blues-Wunderknabe mit Posterboy-Look

Es heißt, die Zeit verging wie im Flug: Gerade noch Straßenmusiker und dann als vom Radio entdeckter Blues-Wunderknabe mit Posterboy-Look gefeiert, legte der mittlerweile 22-jährige Deutsch-Däne eine überraschende Blitzkarriere hin. Jetzt hat Jesper Munk sein zweites Album am Start.

Von Erk Bratke

Jesper_Munk_CoverJesper Munk / „Claim“ (Warner Music): „Rotzlöffel-mäßig“, so kommt Jesper auf dem CD-Cover daher. Nein, das ist natürlich nicht als Schimpfwort gemeint, sondern eher ein Look – frech, dreist, arrogant und vielleicht unbelehrbar. Vielmehr noch könnte die Mucke seines Zweitlingswerk „Claim“ derart beschrieben werden, freilich im positiven Sinne.

Gut eineinhalb Jahre nach seinem hochgelobten Debüt hat Jesper Munk eine lange musikalische Reise hinter sich – von Los Angeles über New York zurück nach München und dem ländlichen Niederding. In Eigenregie, aber auch mit den Produzenten Mocky (Feist, Jamie Lidell), Jon Spencer (Jon Spencer Blues Explosion, Heavy Trash, Pussy Galore), Sepalot (Blumentopf) stellte er sich neuen Forderungen und Ansprüchen. Stilistisch hat der Sänger, Songwriter und Gitarrist sein Spektrum erweitert. Die 14 Songs basieren auf den Blues-Wurzeln, bringen aber auch Rock, Punk, Glam, Folk und Soul ins Spiel – rotzfrech.

Mit seinem gefeierten Debütalbum „For In My Way It Lies“ tourte er dreimal als Headliner durch Deutschland und trat zudem mit Legenden wie Michael Hurley, Willard Grant Conspiracy und Eric Burdon & The Animals oder mit deutschen Topacts wie Bosse oder Sportfreunde Stiller auf. Die Musikpresse sieht in ihm eine neue Generation, die den Blues auch in Deutschland wieder populärer macht. Hier und da wurden bereits Vergleiche mit Jack White, The Black Keys und Gary Clark Jr. gezogen.

Neben vielen, vielen kernigen Songs (auch stampfender Glamrock kommt zu seinem Recht) wagt sich Jesper sogar an Randy Newmans große Late Night-Ballade „Guilty“ heran. Die Labelpresse spricht von einer vokalen Ausnahmeperformance, die Unterstützung durch Akkordeon und Hammond erfährt und zu einem der Höhepunkte in Munks Liveset avanciert.

Apropos: Davon kann man sich Mitte des kommenden Monats live überzeugen. Jesper Munk geht auf Tour und gastiert dabei am 16. April im Lux/Hannover. Weitere Termine im Norden: am 12. April in Hamburg/Knust und am 15. April in Bremen/Modernes.

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