• 20. Oktober 2018
Stunde der Wintervögel

Stunde der Wintervögel

Region (wk). Noch bis Sonntag, 10. Januar findet deutschlandweit die sechste „Stunde der Wintervögel“ statt. Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Unter allen Teilnehmern werden als erste Preise ein hochwertiges Zeiss-Fernglas und ein Trekking-Fahrrad von Volkswagen verlost. Außerdem gibt es Gutscheine für Bücher zu gewinnen, Igelhäuser, Fledermausquartiere und Vogelnistkästen, Vogelbücher und Naturstimmen-CDs.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen jene Vogelarten, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren oder Deutschland als Wintergäste aus dem Norden besuchen. Die über viele Jahre hinweg mit der gleichen Methode erfassten Beobachtungen aus dem ganzen Land sind für die Naturschützer ein einmaliger Datenschatz. „Die Stunde der Wintervögel gibt uns Aufschluss über die Bestandsentwicklung unserer Gartenvögel. Die schnell verfügbare Auswertung der Daten kann uns erste Alarmsignale über den Rückgang bestimmter Arten senden, so dass wir entsprechende Naturschutzmaßnahmen planen können“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Langfristig können auch Änderungen des Zugverhaltens von Vögeln dokumentiert werden. So wurden in den vergangenen Jahren verstärkt Zugvögel gezählt, die unsere Breiten normalerweise im Winter verlassen, wie Mönchsgrasmücken, Hausrotschwänze oder Stare. Sie ersparen sich offenbar zunehmend den Zug in den Süden. Hier gibt es detaillierte Infos für alle, die mitzählen möchten: stunde-der-wintervoegel

Mit bis zu 93.000 Teilnehmern und fast 2,8 Millionen gemeldeten Vögeln ist die „Stunde der Wintervögel“ die größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland. Sie liefert sowohl deutschlandweit als auch regional ein genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer sind die Ergebnisse.

Trotz wenig winterlichen Wetters, Sturm und Regen haben bei der letzten Auflage Anfang 2015 mehr als 77.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen. Insgesamt gingen Meldungen aus 53.000 Gärten und Parks mit über zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am fleißigsten.

Viele Vogelarten wurden etwas häufiger beobachtet als im Vorwinter, im Durchschnitt wurden 39 Vögel je Garten notiert. Dabei baute der Haussperling seine im Vorwinter erstmals eroberte Spitzenposition gegenüber der Kohmeise weiter aus. Auf den Bronzerang rückte der Feldsperling vor, gefolgt von Blaumeise, Amsel, Grünfink und Buchfink. Elster, Rabenkrähe und Rotkehlchen.

Insgesamt wurden 161 verschiedene Arten gemeldet, auf die zehn häufigsten entfielen aber rund 75 Prozent der Individuen. Genau auf diese häufigen und allgemein bekannten Vögel kommt es uns mit der Aktion besonders an. Wir wollen herausfinden, wie sich die Allerweltsvögel in unseren Gärten entwickeln.

Ergänzt wird die heimische Vogelwelt von Wintergästen aus Nord- und Osteuropa, zum Beispiel von Rotdrosseln uind Seidenschwänzen. Deren Zahlen waren 2015 allerdings vergleichsweise gering.

Neu: Die Schulstunde der Wintervögel

In diesem Jahr feiert als Begleitaktion die „Schulstunde der Wintervögel“ Premiere. Vom 11. bis 15. Januar lädt die NAJU Kinder ein, die heimischen Wintervögel und ihren Lebensraum zu entdecken. Für jeden Tag im Aktionszeitraum liefert die NAJU ein Spiel, eine Forscheraufgabe oder eine Bastelidee sowie einen kindgerechten Meldebogen. Mehr auf www.naju.de/sdw

Hier können die Ergebnisse direkt gemeldet werden:

 

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