• 18. Dezember 2018
Eine attraktive Mischung aus Handball und Basketball

Eine attraktive Mischung aus Handball und Basketball

Barsinghausen (eb). Schnelle Manöver, durchaus Körperkontakt mit packenden Zweikämpfe, dazu rasante Sprints, gezielte Torwürfe und akrobatische Paraden – und das Ganze auf dem Wasser. Die Wettkämpfer sind mit einem Kanu, einem Paddel, Schwimmwesten und Schutzhelmen ausgerüstet. Na klar, hier ist vom Kanu-Polo die Rede – ein Hausbesuch.

Ortstermin in Großgoltern, denn dort wird eben jener Wassersport gespielt. Zum Hintergrund: Rund 10.000 aktive Athleten zählt der Deutsche Kanu-Verband. Kanu-Polo ist damit eine der kleineren Sportarten im DKV, kann allerdings auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblicken. Umschrieben wird das Spiel als eine Mischung aus Handball und Basketball mit einer Prise Rugby. In Barsinghausen betreibt der Calenberger Canoe Club, kurz CCC genannt, diesen durchaus attraktiven Sport – und dies nicht erst seit gestern.

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Teambesprechung: Trainer Stefan Suckow und CCC1 in der Pause beim Spiel gegen den RSV Hannover. Fotos: Bratke

Die Clubgründung geht auf das Jahr 1985 zurück. „Eher zufällig“, wie es auf der Vereinshomepage heißt. Eine Gruppe von Kanu-Sportlern – vorerst zumeist die sogenannten Wanderfahrer – wollten im Winterhalbjahr ihren Sport keineswegs ruhen lassen und im Deisterbad trainieren. Die Stadt Barsinghausen als Trägerin des Bades vergibt organisierte Trainingszeiten jedoch nur an eingetragene Vereine. Das führte schließlich zur Gründung des örtlichen Kanu-Vereins, der folgend auch das Kanu-Polo (1995) auf seine Agenda stellte.

Initiator und Wegbereiter: Pionier der Deister-Kanuten war lange Jahre Heribert Giegerich – ein Ehrenamtler, der sich auch im Sportring Barsinghausen für seinen Sport einsetzte sowie darüber hinaus im Regionssportbund Hannover (RSB) als Stellvertretender Vorsitzender fungierte. Heute stehen Stefan Suckow und Beate Siebecke an der Vorstandsspitze des CCC.

Beobachter am Beckenrand: Unter den Zuschauern war auch Landestrainer Björn Wende (rechts).

Beobachter am Beckenrand: Unter den Zuschauern war auch Landestrainer Björn Wende (rechts).

Im Jahre 2006 traf der Club eine wegweisende Entscheidung und es gelang so etwas wie ein großer Wurf: In Goltern wurde ein Grundstück erworben, auf dem ein Wettkampfbecken für Kanu-Polo entstand. Das Becken (50×31 Meter) steht seitdem für Training und Turniere zur Verfügung. Mittlerweile gilt Kanu-Polo als der aktivste Bereich im CCC, der bereits eine ganze Reihe von überregionalen Titeln und erfolgreichen Aktiven bis hin zu Nationalspielern und Auswahltrainern hervor brachte.

Unterstützung: Anweisungen von Trainer Stefan Suckow

Unterstützung: Anweisungen von Trainer Stefan Suckow

Mit seinem Deister-Schüler-Cup bemüht sich der Verein um den Nachwuchs. Dieser Mannschaftswettbewerb feierte jüngst seine 20. Auflage und gehört damit zu den traditionsreichsten Veranstaltungen im Barsinghäuser Sportkalender.

Elf Mannschaften hatten sich für das beliebte Turnier gemeldet. Auch die Gastgeber brachten zwei blutjunge Nachwuchsteams an den Start. Neu rekrutiert: „Wir haben wohl die jüngsten Mannschaften im Wasser und somit nur wenig Chancen auf vordere Platzierungen“, kommentierte Björn Wende. Der amtierende Landestrainer war selbstverständlich auf der Anlage neben dem Golterner Freibad dabei.

Abgewehrt: Mit dem Paddel wird ein gewünschtes Passspiel verhindert.

Abgewehrt: Mit dem Paddel wird ein gewünschtes Passspiel verhindert.

Er sollte Recht behalten, denn schlussendlich sprangen für die CCC-Schüler „nur“ Platz 9 und 11 heraus. So wurde das vielzitierte Lehrgeld bezahlt – macht ja nix! „Damit auch unsere Jüngsten ihre ersten Turniererfahrungen sammeln konnten, hatten wir die Spieler bewusst in zwei gleich starke Gruppen aufgeteilt“, gab Beate Siebecke zu Protokoll. Groß war der Jubel, als CCC 1 in der Partie um Rang 9 gegen die KG List mit 5:3 gewann.

Apropos: Turniersieger wurde der KSV Havelbrüder aus Berlin, der sich im Finale souverän gegen den 1. MKC Duisburg (7:0) durchsetzte. Platz 3 ging an den WSV Osnabrück, der mit 5:4 gegen den RSV Hannover die Oberhand behielt.

Bemerkenswert: Geselligkeit wird in der Kanu-Polo-Familie groß geschrieben, was sich auch in der weitläufigen „Zeltstadt“ dokumentierte. Auffällig auch, dass das Turnier weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Der Nachwuchs in den Kanus sowie die helfenden Vereinsmitglieder und Eltern hätten durchaus ein größeres Zuschauerinteresse verdient gehabt. Aber vielleicht klappt ja ein Besuch beim Deister-Schüler-Cup 2016. Weitere Vereinsinfos unter www.calenberger-canoe-club.de.

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Zeltstadt: Geselligkeit wird in der Kanu-Polo-Familie groß geschrieben.

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