• Endlich: Wohltuende Einigkeit im Barsinghäuser Sportring
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Endlich: Wohltuende Einigkeit im Barsinghäuser Sportring

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Barsinghausen. Gelingt die Aufstellung eines Sportentwicklungsplans für Barsinghausen? Oder kommt es gar zu einem „Pakt für den Sport“ in der Deisterstadt? Zwei Fragen, die den organisierten Sport mit seinem rund 10.000 Mitgliedern künftig beschäftigen werden. Gleichwohl zwei Visionen, für die auch der Sportring Barsinghausen (SRB) eintreten will. Doch zunächst galt es für den amtierenden SRB-Vorstand, Bilanz zu ziehen. Diese fiel anlässlich der Mitgliederversammlung 2017 durchaus positiv aus.

Von Erk Bratke

Bilanz eines arbeitsreichen ersten Jahres: SRB-Vorstandssprecher Berthold Kuban.

Bilanz eines arbeitsreichen ersten Jahres: SRB-Vorstandssprecher Berthold Kuban.

Die internen Streitigkeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Das teilweise jämmerliche Bild, das der Barsinghäuser Sportring bis zu seiner Neufindung im vergangenen Jahr dargeboten hatte, scheint ad acta gelegt zu sein. Ob nun die Umwandlung vom einstigen Arbeitskreis in einen „e.V.“ (eingetragener Verein inklusive Gemeinnützigkeit) oder allein die personelle Neuaufstellung für einen Sinneswandel gesorgt haben, sei dahingestellt. Fakt ist: Das jüngste Mitgliedertreffen im Clubheim des TSV Kirchdorf verlief ruhig und sachlich in der Diskussion sowie mit einem positiven Fazit des Vorstandsgremiums. Vorstandsprecher Berthold Kuban zog eben jenes von einem arbeitsreichen ersten Amtsjahres: „Wir gehen jetzt den Weg des Miteinanders.“

Kubans Jahresbericht zufolge hatte sich der SRB e.V. seit seiner Gründung 2016 vier Punkte auf die Agenda gesetzt. Punkt 1 sei die Neustrukturierung der Arbeit des Vereins gewesen. „Unser Ziel war es, wieder zu einem vertrauensvollen Miteinander in der Vorstandsarbeit zu finden und trotz der ein oder anderen Differenz stets zum Wohle des Vereinssports in Barsinghausen und keinesfalls für den eigenen Kirchturm zu wirken. Das ist uns aus meiner Sicht gelungen.“

Auch die Außendarstellung des SRB und seiner Mitglieder bei Rat und Verwaltung (Punkt 2) habe sich weitgehend verbessert. Man spricht wieder miteinander und nicht übereinander, könnte man meinen. Bei den monatlichen Vorstandstreffen sei mit Axel Heyerhorst auch stets ein Vertreter der Verwaltung Teil der Sitzung gewesen, so Kuban. Erheblich verbessert habe sich auch der Kontakt zu den Ratsvertretern der politischen Parteien. Die wiederum bekundeten ihr Interesse auch durch Anwesenheit bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Kirchdorf (SPD, CDU, FDP, AfB waren anwesend). Auch die nach einjähriger Unterbrechung vollzogene Sportlerehrung sei gewinnbringend für die Außendarstellung des örtlichen Sports gewesen – und von der Kostenseite her eine Nullnummer. Dafür dankte Kuban den Sponsoren nochmals nachträglich.

Der dritte Punkt auf der Agenda stellte zweifellos die schwierigste Aufgabe dar: Verbesserung der finanziellen Situation des vereinsgebundenen Sports. „Wir wurden durch die Reduzierung der Sportförderung in die Enge getrieben“, sagte Kuban deutlich. Gespräche mit der Stadt seien allerdings auf einem guten Weg. Kuban: „Künftig gibt es 35.000 Euro für Integrationsarbeit, außerdem ist im Nachtragshaushalt der Stadt ein Nachschlag für die Sportförderung in Höhe von 21.000 Euro eingestellt.“ Ein guter Weg, der dem Sportring-Vorstand allerdings nicht ausreicht. Ziel sei es, eine Erhöhung der Sportförderung auf mindestens 1 Euro pro Monat und Sportler in den Haushalt 2018/2019 zu verankern. „Das würde bedeuten, dass wir dann bei circa 10.000 Sportlerinnen und Sportlern einen Haushaltsansatz von 120.000 Euro fordern“, so Kuban.

Dr. Thomas Wolf – Barsinghausens 1. Stadtrat war ebenfalls anwesend – nahm die Worte zur Kenntnis. Er räumte ein, dass der Barsinghäuser Sport durch das Haushaltskonsolidierungskonzept  zwar arg beschnitten worden sei, machte aber auch deutlich, dass eine Bewilligung der Forderungen nicht ohne Weiteres erfolgen werde. Zudem outete sich Wolf wie schon sein Vorgänger im Amt, Dr. Georg Robra, als Verfechter für einen „Pakt für den Sport“, der auch einen Sportentwicklungsplan vorsehe. Dazu gehöre, die Strukturen in den Vereinen durch eine externe Analyse unter die Lupe zu nehmen. Ein langer Weg, aber auch aus Sicht des SRB-Vorstandes der einzig mögliche, um den örtlichen Sport zukunftsträchtig aufzustellen.

Informationen zum „Pakt für den Sport“ gibt es hier:

www.stadt-bad-salzuflen.de

www.vibss.de

Der Einstieg in die Aufstellung eines solchen Sportentwicklungsplanes stellte gleichzeitig Kubans vierten Agendapunkt seines Jahresberichts dar. Beim später von den Mitgliedsvereinen beschlossenen Haushaltansatz für das kommende Jahr wurde deutlich, dass es dem Vorstand ernst mit der Angelegenheit ist. Denn: 3.000 Euro sind bereits auf der Ausgabenseite zu finden. Ein Manko: Die Mitglieder waren zuvor noch nicht informiert, genehmigten den Haushaltplan 2018 dennoch einstimmig.

Würdigung des Ehrenamts: Michaela Henjes vom RSB (von links), Christoph Lobisch. Hans Heinrich Rode, Georg Wolfermann und Stadtrat Dr. Thomas Wolf.

Würdigung des Ehrenamts: Michaela Henjes vom RSB (von links), Christoph Lobisch. Hans Heinrich Rode, Georg Wolfermann und Stadtrat Dr. Thomas Wolf.

Apropos Haushalt: Der langjährige „Finanzchef“ Christoph Lobisch stellte sein Amt im SRB-Vorstand zur Verfügung. Eine Änderung der Tagesordnung hatte bereits für die vorherige Würdigung seines ehrenamtlichen Wirkens gesorgt. Michaela Henjes vom Regionssportbund Hannover überreichte Lobisch die Goldene Ehrennadel mit Urkunde. Mit Hans Heinrich Rode (Vorsitzender Vereinskommunikation) und Georg Olfermann (Vorsitzender Ehrenamt) wurden zwei weitere Mitstreiter aus dem SRB-Vorstand verabschiedet. Präsente gab’s von den Kollegen, lobende Worte von Stadtrat Dr. Wolf.

Einigkeit herrschte bei den Delegierten in der Folge bei den Wahlen der Nachfolger. Mit einstimmigem Votum rückten Martin Wildhagen vom TSV Barsinghausen (Finanzen), Karl-Heinz Tiemann vom TSV Egestorf (Vereinskommunikation) und Roland John vom VSV Hohenbostel (Ehrenamt) für zwei Jahre ins Führungsgremium auf.

Neu im SRB-Vorstand: Martin Wildhagen, Karl-Heinz Tiemann und Roland John (von links). Fotos: Bratke

Neu im SRB-Vorstand: Martin Wildhagen, Karl-Heinz Tiemann und Roland John (von links). Fotos: Bratke

Lediglich ein Punkt wurde kontrovers diskutiert. Der vom Vorstand eingebrachte Antrag über die neue Geschäftsordnung wurde durch ein Patt (15 Ja- und 15 Neinstimmen) folgerichtig abgelehnt. Reibungspunkt war nicht nur die Länge der Ordnung, sondern vor allem das vorgesehene „Ordnungsgeld“ für das Fernbleiben bei Jahreshauptversammlungen. Eine Quasi-Strafe für das Ehrenamt – höchst fraglich. Das schmeckte nicht nur Klaus-Jürgen Dallmann vom TSV B gar nicht. Ein Ordnungsgeld könne nicht der richtige Weg sein, um zur Mitarbeit aufzufordern, sagte Dallmann. Positiv beispielgebend könne der Regionssportbund sein, der mit einer Art Belohnungssystem zur Mitarbeit aufruft. Nun muss der SRB-Vorstand bei der Geschäftsordnung nachbessern. Übrigens: Von den insgesamt 37 Mitgliedsvereinen waren 21 vertreten.

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