Klimaschutz gestrichen, Hitze bleibt: AWO fordert sozialen Hitzegipfel

Hannover. Die Temperaturen in Deutschland erreichen Rekordwerte. Menschen und Natur leiden unter der Hitze. Ganz besonders: vulnerable Gruppen, wie zum Beispiel Kinder und ältere Menschen. Mit dem Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) wollte die Bunderegierung Pflege- und Altenheime, Kindertagesstätten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe an die Folgen des Klimawandels anpassen. Anfang 2026 wurde das Förderprogramm scheinbar aus Haushaltsgründen eingestellt.

„Die letzten Tage zeigen eindrücklich, wie fatal und verantwortungslos diese Entscheidung war“, kritisiert Marco Brunotte, Vorsitzender des Vorstands des AWO Bezirksverband Hannover e.V. „Dieser Fehler der Bundesregierung ist gesundheitsschädigend für unsere Mitarbeitenden und Klienten und kann lebensbedrohliche Folgen haben.“ Die Gebäudebestände der Sozialwirtschaft seien in vielen Fälle nicht auf die Auswirkungen des Klimawandels ausgerichtet. Das Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ habe die Hoffnung bei den Wohlfahrtsverbänden geweckt, dass endlich eine politische Priorität in das Thema gesetzt und eine ausreichende Förderkulisse zur Verfügung gestellt werde. Die Kostenträger würden die erforderlichen Investitionen größtenteils nicht übernehmen, und somit fehlen die finanziellen Mittel für die Maßnahmen.

Während Klimaschutz und Nachhaltigkeit für die Gesellschaft und auch die AWO eine immer größere Bedeutung bekommen, habe sich die Bundesregierung in bemerkenswerter Weise mit dem Stopp der Förderung aus der Verantwortung gezogen. „Wir brauchen Planungssicherheit und eine verlässliche Förderung, um die uns anvertrauten Menschen vor den immer länger andauernden und stärker werdenden Hitzeperioden zu schützen“, sagt Marco Brunotte. „Mit den Erfahrungen des beginnenden Sommers 2026 muss die Bundesregierung sofort wieder das Förderprogramm ‚Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen‘ öffnen und weitere Maßnahmen ergreifen.

Der Klimawandel ist da und er lässt sich nicht durch Lippenbekenntnisse stoppen. Jetzt sind Verantwortungsbewusstsein und Haltung gefragt. Noch sind Maßnahmen möglich, um viele Menschen zu schützen. Aber die Zeit drängt! Wir brauchen einen sozialen Hitzegipfel im Bundeskanzleramt und einen wirkungsvollen Aktionsplan mit schnellen Förderprogrammen. Bundesregierung und Bundestag dürfen hilfebedürftige Menschen und unsere Mitarbeitenden nicht länger mit dem Klimawandel und immer höheren Temperaturen alleine lassen.“