Erste Tigermücken-Population in Niedersachsen nachgewiesen

In Hannover wurde eine Brutstätte identifiziert. Eine erhöhte gesundheitliche Gefahr besteht aktuell nicht

Symbolbild


Region Hannover. Der Fund wurde im Rahmen des Mückenmonitorings des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) registriert. Hierbei ist die Bevölkerung aufgerufen, verdächtige Mücken-Exemplare oder Fotos von solchen Mücken einzusenden. Aufgrund eines eindeutigen Fotos hat eine Mitarbeiterin des NLGA den Fundort in einem Wohngebiet in Hannover Döhren besichtigt und eine Tigermücken-Population in einer Regentonne festgestellt. Den Schädlingen reichen allerdings bereits deutlich kleinere Ansammlungen von Wasser, um Eier abzulegen und sich fortzupflanzen. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass sich die Mücke in der Umgebung bereits ausgebreitet hat.

„Durch die Tigermücke allein besteht noch keine erhöhte gesundheitliche Gefahr“, erklärt Dr. Sonja Wolken, Parasitologin am NLGA. „Denn aktuell sind die in Deutschland vorkommenden Tigermücken nicht mit Erregern infiziert. Regelmäßig kehren Menschen von Reisen zurück, die entsprechende Erreger in sich tragen wie beispielsweise Chikungunya-, Dengue- oder Zikaviren. Je mehr Tigermücken hierzulande vorhanden sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass diese die Viren von Reiserückkehrern auch auf Menschen übertragen, die Deutschland nie verlassen haben. Deshalb appellieren wir an die Bevölkerung, es der Mücke so schwer wie möglich zu machen – auch wenn sich die Ausbreitung aufgrund des Klimawandels langfristig wohl kaum aufhalten lässt.“ Um eine etwaige Ausbreitung der Ansiedlung zu erfassen, hat das NLGA in der Umgebung des Fundorts Mückenfallen aufgestellt.

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

Dr. Andrea Wünsch, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsmanagement der Region Hannover erklärt, welche Maßnahmen nun zur Bekämpfung ergriffen werden: „Wir haben unverzüglich mit Tür-zu-Tür-Begehungen im Umfeld des Fundorts begonnen, um die Bevölkerung aufzuklären und weitere potentielle Brutstätten zu identifizieren. Gartenbesitzer werden dazu angehalten unnötige Wasseransammlungen in Gefäßen wie Gießkannen, Eimern oder Pflanzenuntersetzern zu vermeiden. Selbst kleinste Wasseransammlungen werden von der Tigermücke genutzt. Vogeltränken und andere geplante Wasserreservoirs müssen einmal wöchentlich gereinigt werden. Bei der Identifizierung weiterer Brutstätten sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.“

Wie sieht die Tigermücke aus?

Wie genau die invasive Art nach Hannover Döhren gelangt ist, ist unbekannt. Möglicherweise erfolgte die Einschleppung über Waren- oder Personenverkehr – so sind höchstwahrscheinlich auch in der Vergangenheit vereinzelt Exemplare nach Niedersachsen gekommen. Bei der Tigermücke handelt es sich um eine schwarze, vergleichsweise kleine Mücke (etwa 0,5 Centimeter). Die namensgebende schwarz-weiße Streifung der Beine ist nur aus der Nähe und bei guten Lichtverhältnissen zu erkennen. Die tagaktive, aggressive Art ist ausgesprochen lästig und macht Aufenthalte im Freien fast unmöglich. Häufig wird die Tigermücke mit der Ringelmücke verwechselt. Diese sehr große, bräunliche Mücke besitzt deutlich erkennbare, braun-weiß geringelte Beine.

Verdächtige Mückenexemplare können zur Identifizierung an das NLGA geschickt werden. Nach Möglichkeit sollte vorab ein Foto per E-Mail an vektormonitoring@nlga.niedersachsen.de eingereicht werden.

Weitere Informationen zu Tigermücken:
www.apps.nlga.niedersachsen.de/tigermuecke