Hannover bietet noch 2.016 freie Ausbildungsplätze

Foto: NGG, Florian Göricke: Nicht jeder Tag ist Tortentag – außer in Konditoreien. Trotzdem haben Ausbildungen oft auch ihre süßen und kreativen Seiten. Damit es die gibt, rät die Gewerkschaft NGG Jugendlichen in Hannover, sich die Ausbildung und den Betrieb genau anzugucken.

Hannover. Gestern Schüler, heute Azubi: Zum Start des neuen Ausbildungsjahres registriert die Arbeitsagentur noch 2.016 offene Ausbildungsplätze in Stadt und Region Hannover. Darunter sind 50 freie Ausbildungsplätze in Hotels, Restaurants und Gaststätten. Die Lebensmittelindustrie in der niedersächsischen Hauptstadt und den Gemeinden des Kommunalverbands sucht 39 Azubis. Und auch Bäckereien bieten noch 29 Jugendlichen eine Ausbildung – am Backofen genauso wie am Verkaufstresen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen.

„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen. Die meisten Betriebe sind da flexibel: Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, sagt Philipp Thom. Der Geschäftsführer der NGG Hannover rät Jugendlichen, nicht auf Gelegenheitsjobs zu setzen, sondern auf einen Ausbildungsvertrag: „Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die 3 Jahre Ausbildung sind gut investiert“, so Thom.

Entscheidend sei allerdings, beim Ausbildungsbetrieb genau hinzugucken: „Das Geld, das ein Azubi verdient, muss passen. Dabei ist es wichtig, sich für einen Betrieb zu entscheiden, der Tariflöhne zahlt“, so Philipp Thom. Außerdem sollten Azubis darauf achten, dass es eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gebe.

„Das ist eine Art ‚Jugend-Betriebsrat‘, der sich für die Interessen der jungen Belegschaft stark macht und zum Beispiel darauf achtet, dass es einen Rahmenplan für die Ausbildung gibt. Der ist wichtig, damit Auszubildende nicht ausgenutzt werden. Denn was bringt es, wenn man mit Arbeiten zugeschüttet wird, die mit der Ausbildung selbst wenig oder nichts zu tun haben?“, so Philipp Thom.
So sollten angehende Bäckereifachverkäuferinnen darauf achten, nicht nur „zum Brötchenschmieren im Hinterzimmer“ abgestellt zu werden. „Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse. Denn zur Ausbildung für eine Bäckereifachverkäuferin gehört auch der kaufmännische Teil“, sagt Philipp Thom von der NGG Hannover.