Immer mehr Schwerbehinderte: SoVD fordert sichtbare Inklusion und Teilhabe

Landesregierung muss sich gegen Einschnitte bei Eingliederungshilfe stellen

Hannover. In Niedersachsen leben immer mehr Menschen mit einer Schwerbehinderung. Das zeigen aktuelle Zahlen des Landesamts für Statistik. Dabei sind nicht nur Ältere, sondern auch Kinder betroffen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb stärkere Bemühungen für eine inklusive Gesellschaft und vor allem keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe.

Ende 2025 lebten über 779.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung in Niedersachsen – acht Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Die meisten von ihnen sind über 65 Jahre alt, allerdings haben auch etwa 24.000 Kinder und Jugendliche einen Grad der Behinderung von mindestens 50. „Das zeigt sehr deutlich, dass immer mehr Menschen jeden Alters auf eine Gesellschaft angewiesen sind, die alle mitdenkt und vollständige Teilhabe ermöglicht“, macht Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen deutlich.

Schaue man sich aber derzeit in der Politik um, sei davon wenig zu spüren. „Das beste Beispiel sind die geplanten Kürzungen in der Eingliederungshilfe. Das ist ein völlig falsches Signal“, so Swinke. Die niedersächsische Landesregierung müsse sich auf Bundesebene klar gegen die Einschnitte stellen. Aus Sicht des größten Sozialverbands in Niedersachsen brauche es aber auch vor Ort mehr Anstrengungen, damit Menschen mit Behinderung gleichberechtigt teilhaben können. „Es muss in den Kommunen mehr auf Barrierefreiheit gesetzt werden – sowohl beim Wohnen und in den Schulen als auch im öffentlichen Nahverkehr“, fordert der Vorstandsvorsitzende. Das sei besonders wichtig, damit Betroffene selbstbestimmt leben können. „Da geht es zum Beispiel um die Assistenz in der eigenen Wohnung, den Start einer Ausbildung oder den Kinobesuch. Diese mehr als 779.000 Bürger*innen in Niedersachsen dürfen nicht vergessen werden“, betont Swinke.