• 17. November 2018
Ein Rothmund-Geschenk und Neuzugänge beim TSV B

Ein Rothmund-Geschenk und Neuzugänge beim TSV B

Barsinghausen. Ob Neujahrstreffen, Neujahrsempfang oder Neujahrsbegegnung – SCB und NFV, das hatten wir schon. Mit dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder und der Fußballsparte des TSV Barsinghausen zogen jüngst zwei Vereine nach. Ein Ende zum Thema „Wir begrüßen das neue Jahr mit Gönnern und Freunden“ ist in Sicht.

Von Erk Bratke und Wolf Kasse

Wenn man so will, dann gingen beide Clubs ein wenig fremd. Oberligist Germania wählte für seine erste Neujahrsbegegnung überhaupt nicht etwa seine Heimspielstätte an der Egestorfer Ammerke als Veranstaltungsort, sondern hatte ins Sportheim Langreder eingeladen. Kapitän Mirko Dismer betonte dazu: „Langreder ist ein Stück weit Heimat für uns. Hier ist die Basis für sportlich hervorragende Möglichkeiten, auch wenn wir unsere Heimspiele weiterhin in Egestorf austragen werden.“ Obendrein gab es einen besonderen Grund für die Wahl der Location – doch dazu später mehr.

Beim Landesligisten TSV Barsinghausen hat der örtliche Wechsel des Neujahrsempfangs Tradition. Bereits seit 2008 gastieren die Kernstädter bei einem seiner Partner. „Reise von Sponsor zu Sponsor“ wird dies genannt – einerseits um Freunden und Gönnern Danke zu sagen, andererseits um mögliche Synergieeffekte unter den Förderern zu intensivieren. Das klappte auch diesmal wieder, und zwar im KompetenzCenter der Hannoverschen Volksbank in der Kirchstraße.

Obligatorisch: Die jeweiligen Rückblicke auf Arbeit, besonderes Engagement und sportliche Leistungen und Errungenschaften – geschenkt, denn beide Vereine stehen aufgrund ihrer „Königssportart“ in Popularität und medialem Interesse zweifellos an vorderster Front. Gleichwohl gab es eine Fülle an neuen Informationen.

FC Germania

Alt-Kapitän Jan Baßler und Neu-Teamkäpt’n Dismer begrüßen neben Sponsoren auch die Ortsvereine Langreders im früheren Dorfgemeinschaftshaus an der Halben Straße. Bereits im Vorfeld der Begegnung waren Spenden gesammelt worden – über 3000 Euro für die Renovierung der Herrentoilette. Die anfängliche Sachlichkeit – kein Wunder, bei diesem Thema – wich im Verlauf des Abends durchaus feuchtfröhlicher Stimmung, wozu zweifelsfrei die mittlerweile zweijährige Kooperation der I. Herrenmannschaft mit einer großen Brauerei beitrug. Eine später durchgeführte Tombola ließ den Spendenbetrag logischerweise noch ansteigen. Gut geplant!

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Karl Rothmund mit „seinem“ Schiedsrichtertrikot im Sportheim Langreder.

Nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Karl Rothmund mit „seinem“ Schiedsrichtertrikot im Sportheim Langreder.

Bevor es an einen launigen Talk und den „Krombacher Dreiklang“ (ein deftiges Brot mit Käse, Schinken und Gurken) ging, galt es ein plakatives Geschenk zu überreichen. Klar, an Karl Rothmund – Ehrenbürger der Stadt Barsinghausen, früherer Bürgermeister, NFV-Präsident sowie Mitglied und Macher beim TSV Langreder und 1. FC Germania. Nachträglich zu seinem 70. Geburtstag erhielt er ein Schiedsrichtertrikot mit den Unterschriften sämtlicher DFB-Unparteiischen, das künftig in einer Glasvitrine im Eingangsbereich des Sportheims seinen festen Platz findet. „Das ist ein Dank an Karl Rothmund für sein Mitwirken im Schiedsrichterwesen zu seiner Zeit als DFB-Vizepräsident“, erläuterte NFV-Mitarbeiter und Germania-Kopf Baßler. Rothmund schmunzelte – auch kein Wunder, denn wer den streitbaren Fußballfan kennt, der weiß, dass so mancher Referee ein ums andere Mal auf den Plätzen der Region sein Fett abbekommen hat.

Spaßig ging es weiter. Martin Kind war als Stargast des Abends angekündigt worden. Ob der 96-Präsident sich selbst als Star ansieht – eher fraglich. Aber: Seine Unternehmensführung – egal, ob privat bei seinem Hörgeräte-Imperium oder als Präses bei den „Roten – geht zweifellos in diese Richtung. Moderator Manfred Finger hatte sich eine Menge Fragen ausgewählt, die Kind auch als Privatmensch zeigen sollten. Kind machte den Spaß mit. Sind Sie ein angenehmer Tischnachbar? Kind: „Ich gebe mir Mühe, bin aber sicherlich nicht pflegeleicht, manchmal anstrengend. Ich versuche, freundlich zu wirken.“ Woher kam der Wunsch nach einer eigenen Kneipe? Kind: „Ich wollte schon immer in gemütlicher Atmosphäre nach Feierabend mit Freunden Skat spielen.“ Sein Freund Karl Rothmund habe sich indes noch nicht vor Ort eingefunden. Kind: „Da müssen wir erst mal sehen, ob er überhaupt Skat spielen kann.“ Und zum Thema 96: Schwierige Phase, oder? Kind: „Das Risiko, das wir absteigen, ist deutlich. Aber wir schaffen das.“ Außerdem denke er darüber nicht nach. Das koste unnötige Energie, die woanders gebraucht werde.

Zur Trainerverpflichtung – Kind: „Wenn einer das schafft, dann ist es Schaaf.“ Da gab es Applaus. Und wie sieht der Firmenchef die Fankultur in seinem Unternehmen? Kind: „Man muss nicht alles wissen. Da spielt 96 keine Rolle. Zumindest ein Fan vom VfL Wolfsburg ist mir bekannt.“ Die WM 2006, auch damit hatte Martin Kind vor Ort etwas zu tun. Kind: „Die Bewerbung von Hannover als WM-Standort war eine Erfolgsstory sondergleichen. Das nun all die Skandale hochkochen – schade.“

Talkrunde: Protagonisten in Langreder waren Germanias Alt-Kapitän Jan Baßler, 96-Präsident Martin Kind, NFV-Präsident Karl Rothmund und Neu-Kapitän Mirko Dismer (von links).

Talkrunde: Protagonisten in Langreder waren Germanias Alt-Kapitän Jan Baßler, 96-Präsident Martin Kind, NFV-Präsident Karl Rothmund und Neu-Kapitän Mirko Dismer (von links).

Was längst alle Fußballfans wissen – und wohl auch Ex-Trainer Mirko Slomka – bestätigte Martin Kind mit Nachdruck: „Jörg Schmadtke war der beste Sportdirektor, den wir bei 96 hatten. In den letzten drei Jahren nach seinem Abschied hatten wir auf dem Posten zu wenig Kompetenz.“ So ist das also. Martin Kind, ein Star der klaren Worte – zumindest im Nachhinein. Der Abend wurde lang und länger. Abschließend folgte eine Talkrunde mit Karl Rothmund. Wer sonst, wenn nicht der 1943 in Langreder geborene Funktionär, hätte die umfangreiche und wechselhafte Geschichte des Sportheims rückblickend ins rechte Licht setzen können?! Vom Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Jahre 1974 bis Stand jetzt. Als nächstes wird eben die Herrentoilette renoviert…

TSV Barsinghausen

Präsentator: Dirk Heinrich, Regionaldirektor der Hannoverschen Volksbank.

Präsentator: Dirk Heinrich, Regionaldirektor der Hannoverschen Volksbank.

Der Neujahrsempfang und die oft zitierte „Reise von Sponsor zu Sponsor“ der Kernstädter führte diesmal in die Räumlichkeiten der Hannoverschen Volksbank in der Kirchstraße, wo Regionaldirektor Dirk Heinrich und Filialdirektor Heiko Bierwag als Präsentatoren und Hausherren rund 70 geladene Gäste willkommen hießen. Trotz ernster Themen in diversen Gesprächsrunden hatte Moderator Erk Bratke dem diesjährigen Neujahrstreffen einen karnevalistischen Anstrich gegeben – Tuschmaschine hier und kleine Spitzen dort, zeitlich passend zum anstehenden Weiberfastnachtstag.

Sportlich gesehen wurden dabei die wichtigsten Personalentscheidungen für die kommende Saison eingebunden. Manager Jens Widdel gab bekannt, das die beiden Trainer Thorsten Kropp (I. Herren) und Josef Abbas (II. Herren) ihre Verträge jeweils verlängert haben. „Die Stimmung in der Mannschaft, im Umfeld und dank unserer Fans auch auf den Rängen ist einzigartig. Davon träumt doch jeder. Es gibt für mich einfach kein Grund, den TSV zu verlassen“, sagte Kropp. Und Kreisligacoach Abbas, ein Eigengewächs des TSV Barsinghausen, stieß ins gleiche Horn. Die Arbeit mit „Amas“ (gleich Amateure, wie sich die TSV-Reserve nennt) mache ihm richtig Spaß und er freue sich bereits darauf, dass zur neuen Saison wieder rund ein halbes Dutzend Youngster aus der A-Jugend von Basche United hinzustoßen. Indes sind sich beide Trainer sicher, dass der jeweilige Klassenerhalt erreicht werde. Dafür gab’s dicken Applaus.

Personalentscheidungen: Landesligacoach Thorsten Kropp, Neuzugang Tim Jüngling, Manger Jens Widdel, Neuzugang Hassan Ibrahim und Kreisligacoach Josef Abbas (von links).

Personalentscheidungen: Landesligacoach Thorsten Kropp, Neuzugang Tim Jüngling, Manger Jens Widdel, Neuzugang Hassan Ibrahim und Kreisligacoach Josef Abbas (von links).

Apropos neu: Manager Widdel präsentierte an dem Abend zwei Neuverpflichtungen für den Landesligakader. Tim Jüngling (23), zuletzt für den Bramfelder SV in der Landesliga Hamburg aktiv, war kürzlich nach Barsinghausen gezogen und soll künftig die TSV-Offensive verstärken. „Er passt perfekt zu uns“, betonte Kropp. Ebenso wie Hassan Ibrahim (23). Der Defensiv-Allrounder kickte zuletzt beim FC Sulingen, war nach Hannover gezogen, wo er den TSV-Kollegen Patrick Müller kennenlernte, der ihn zum TSV B lotste. „Hassan hat sich beim Supercup in Hameln bereits als Edelfan erwiesen und sein neues Team lautstark unterstützt“, lobte der TSV-Coach.

Planungssicherheit bei den „Barsinghäuser Jungs“, was auch auf den langjährigen Trikotsponsor zutrifft. Sonja Guder vom gleichnamigen Autohaus in Gehrden und Barsinghausen meldete ebenfalls eine Verlängerung des Engagements. Indes war es Hausherr Heiko Bierwag vorbehalten, das Engagement der örtlichen Voba für den Jugendfußball der gesamten Stadt Barsinghausen zu resümieren. Seit mehreren Jahrzehnten unterstütze die Bank nun schon die städtischen Jugendmeisterschaften als Präsentator. Das wird auch in diesem Jahr wieder so sein, betonte Bierwag. Er gab zudem bekannt, dass sich die Jugendleiterrunde aller Clubs für 2016 auf die Ausrichtung im REWE-Sportpark geeinigt hatten. Der TSV Barsinghausen sei wieder an der Reihe, was auch bestens zum 125-jährigen Jubiläum des Gesamtvereins passe, so Bierwag.

Doppelpass: Moderator Erk Bratke und Bürgermeister Marc Lahmann.

Doppelpass: Moderator Erk Bratke und Bürgermeister Marc Lahmann.

Gäste in der Volksbank: Ratsherr Peter Messing (SPD), TSV-Spartenleiter Dennis Völkers, Top-Sponsor Thorsten Krause (REWE) und Manager Jens Widdel (von links).

Gäste in der Volksbank: Ratsherr Peter Messing (SPD), TSV-Spartenleiter Dennis Völkers, Top-Sponsor Thorsten Krause (REWE) und Manager Jens Widdel (von links).

Abschließend stand Bürgermeister Marc Lahmann, von Beginn an Stammgast beim TSV-Neujahrsempfang, Rede und Antwort. Trotz ernster Themen lieferten sich Bratke und Lahmann manch launigen „Doppelpass“ in Sachen „Integrationsarbeit durch den Fußball“, „städtische Sportförderung“ und „Ehrenamt“. Aufmerksam verfolgt – und mit Lob bedacht – habe Lahmann die jüngste Spendenbereitschaft der „Barsinghäuser Jungs“ an das Kinder- und Jugendheim Waldhof sowie an die Barsinghäuser Tafel. „Ich denke, dass auch die Politik dass wahrgenommen hat“, bekräftigte der Bürgermeister. Besserung zur Unterstützung des Sport sei in Sicht. Immerhin habe der Rat für das laufende Haushaltsjahr 30.000 Euro eingestellt – zusätzlich zur normalen Sportförderung für die Vereine und deren Leistungen in puncto Integration. „Wird ganz schön eng, oder?“, lautete die letzte Frage an Lahmann, womit sein Herzensclub Hannover 96 gemeint war. Der Bürgermeister gab sich souverän. Als eingefleischter Fan der „Roten“ glaube er fest an den Klassenerhalt des Bundesligisten. Schön wär’s ja.

Schön war auch das kleine Spielchen, dass die Volksbank allen Gästen ans Herz gelegt hatte. Auf einer Mini-Mini-Golfanlage konnten sie aktiv werden und dabei Ziel- und Treffsicherheit beweisen. Selbstverständlich für einen guten Zweck: Für Treffer gab’s Euros von der Voba, die dem Jugendförderverein der TSV-Kicker zu Gute kommen.

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Spaß-Spiel: Ratsfrau Dr. Kerstin Beckmann (AfB), Pressemann Manfred Finger (NFV) und Sparkassen-Mann Martin Wildhagen (von links). Fotos: Bratke/Kasse

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