• 23. Oktober 2018
Neuer Name, neues Wappen: Basche Old Boys

Neuer Name, neues Wappen: Basche Old Boys

Kirchdorf. „Oppa-Fußball“ – nein, das ist keineswegs despektierlich gemeint. Vielmehr ist es eine liebevolle Umschreibung für diejenigen Kicker, die das 32. Lebensjahr erreicht haben und sich so langsam vom – sagen wir mal – Leistungsfußball verabschieden. Gleichwohl muss in einer Altherrenmannschaft (Ü32) das Bemühen um Teamgeist und gelungene Ballstaffetten nicht zwangsläufig auf der Strecke bleiben…

Von Erk Bratke

Der Termin ist erledigt – war schwierig, die Protagonisten dieser Geschichte beisammen zu bekommen. Denn: Etliche Akteure der SG Kirchdorf/Barsinghausen/Hohenbostel funktionieren in ihren Stammvereinen an diversen anderen Positionen. Sie besetzen Vorstandsämter, sie sind Trainer, sie arbeiten an anderen ehrenamtlichen Stellen, sie kümmern sich um das eigene Team und nicht zuletzt sind viele Familienväter und stehen natürlich auch im Job.

Muss man über „Oppa-Fußball“ schreiben? Logo, die Beteiligten bejahen diese Frage mit Nachdruck. Man merkt schon, dass die ehemaligen Leistungsträger langsam, aber ganz sicher in die Altersgeneration eintreten, die noch nie ein Spiel verloren hat. Wenn nicht schon im Ü40-Alter, dann ist dieses Statement spätestens im Ü50-Kader erreicht.

Beim Erstellen der Story schwirrt auf einmal der Begriff „je oller, desto doller“ im Kopf herum. Nicht ohne Grund, denn ganz aktuell: Hat nicht 96-Kapitän Christian Schulz kürzlich mit seinem Doppelpack für den unerwarteten Sieg in Stuttgart gesorgt? „Schulle“ hat Altherrenalter. Noch verrückter: Erlebt Claudio Pizaaro nicht gerade seinen x-ten Fußballfrühling? Bremens Peruaner ist gar 37 und erschoss jüngst mit seinem Dreierpack den „Pillenclub“ Leverkusen fast im Alleingang. Also: Erfolgreicher Fußball muss nicht zwangsläufig blutjung sein.

Präsentation: Dirk Ostermann, Dennis Völkers, Trainer Sven Waliczek, Jan Conradi und Heiko Tegt (von links) zeigen das neue Outfit.

Präsentation: Dirk Ostermann, Dennis Völkers, Trainer Sven Waliczek, Jan Conradi und Heiko Tegt (von links) zeigen das neue Outfit.

Das dürfte den Kickern der SG KiBaHo auch ganz egal sein. Hauptsache Spaß haben, erfolgreich sein und gut aussehen. Wie jetzt – gut aussehen? Ja klar, neue Trikots mussten her. Lange Zeit wurde am Design getüftelt. Das Ergebnis: Komplett königliches Weiß mit einem dicken schwarzen Längsstreifen. Machen Streifen wirklich schlank? Spaß bei Seite, viel auffälliger ist das neu entwickelte Logo.

Hosen-Accessoire: Auch auf den schneeweißen Hosen prangt das Wappen der „Basche Old Boys“.

Hosen-Accessoire: Auch auf den schneeweißen Hosen prangt das Wappen der „Basche Old Boys“.

Das Wappen auf der Brust ist neu, zeigt aber auch Bekanntes. Da sich bei der Ü32-Spielgemeinschaft mittlerweile die gleichen Vereine wie bei der JSG Basche United an einem Strang ziehen, setzen nun auch die Oldies auf die drei Sterne in den Farben Rot, Grün und Schwarz. Kurzerhand wurde aus den eher sperrigen Vereinsnamen Kirchdorf, Barsinghausen und Hohenbostel das prägnante „Basche“, das mit dem Zusatz „Old Boys“ gepaart wurde. Mit den Ziffern 2015 wurde quasi ein Entstehungsjahr hinzu genommen. Komplettiert wird das „Brusttattoo“ mit zwei zusammengebundenen Lorbeerzweigen als Einfassung. Schon klar, der Siegerkranz soll auf kommende Erfolge hindeuten.

„Basche Old Boys fanden wir von vornherein passend. Für das Logo hatten wir eigentlich das Barsinghäuser Stadtwappen auserkoren, mussten aber bei der Stadtverwaltung erfahren, dass das aufgrund bürokratischer Vorgaben nicht einfach so statthaft ist“, erklärte Dennis Völkers. Neben Spielern wie Jan Conradi, Dirk Ostermann, Josef Abbas oder Kevin Wegel gehört Völkers zu der noch „frischen“ Altherrengarde im Kader; einige sind auch noch in den Leistungsmannschaften ihrer Stammvereine am Ball.

Einer der großen Kümmerer bei der Anschaffung des neuen Spielkleidung war Torwart Benjamin Multer. Eingeweiht wurde das neue Dress bereits – mit mehren Testspielen in der Winterpause. Heimspielort der Basche Old Boys ist übrigens die Sportanlage des TSV Kirchdorf, wo auch Chefcoach Sven Waliczek und Co-Trainer „Eddi“ Bauer beheimatet sind. So weit, so gut.

„Ja, wir wollen Meister werden und aufsteigen“, bekräftigt Trainer Waliczek. Raus aus der 1. Kreisklasse 3 und rein in die Kreisliga. Ob das auch für Spielgemeinschaften im NFV-Kreis Hannover-Land mittlerweile möglich ist, soll noch in Erfahrung gebracht werden. Rein sportlich spricht aktuell vieles dafür.

An alles gedacht: Die Lieblingsnummer darf natürlich nicht fehlen.

An alles gedacht: Die Lieblingsnummer darf natürlich nicht fehlen.

Die Basche Old Boys schlossen die erste Halbserie in der 1. KK 3 als Spitzenreiter ab. Mit der SV Arnum gibt es eigentlich nur einen echten Verfolger in der Staffel. Als Primus hat die SG Kirchdorf/Barsinghausen/Hohenbostel zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Arnum. Beide Vertretungen sind bislang noch ungeschlagen. Beeindruckend liest sich vor allem das Torverhältnis der Barsinghäuser, die mit ihren erzielten 53 Toren fast doppelt so oft wie die zweitplatzierten Arnumer ins Schwarze getroffen haben und mit nur sechs Gegentoren auch über die mit Abstand sicherste Defensive verfügen.

Im Übrigen stellt die Staffel durch eine Reihe an Nachbarschaftsclubs so etwas wie eine „Straßenbahnliga“ im Altherrenbereich dar. Der SV Gehrden ist derzeit Tabellendritten. Weitere Platzierungen wären: der SV Weetzen auf Rang 4, der 1. FC Germania Egestorf/Langreder ist Sechster, gefolgt von Borussia Empelde (7.) und dem Holtenser SV (8.).

Erster Punktspieleinsatz nach der Winterpause ist das Auswärtsspiel beim SV Weetzen; terminiert für Mittwoch, 9. März, um 19 Uhr. Das nächste Heimspiel lässt noch geraume Zeit auf sich warten: am 15. April um 19.15 Uhr gegen Borussia Empelde.

Zuvor steht allerdings ein ganz wichtiger Termin an, denn die Basche Old Boys wollen ins Finale des Kreispokals einziehen. Dazu müssen sie zunächst das Halbfinale gegen den TSV Godshorn erfolgreich bestreiten. Anpfiff ist am Samstag, 12. März, um 16 Uhr in Godshorn. „Schreib da mal was drüber, damit möglichst viele Zuschauer kommen und uns unterstützen“, sagt „Eddi“ Bauer in seiner unnachahmlichen Art. Hiermit geschehen!

Kreispokal-Halbfinale: Mit einem Sieg beim TSV Godshorn will die SG Kirchdorf/Barsinghausen/ Hohenbostel ins AH-Finale einziehen. Fotos: Bratke

Kreispokal-Halbfinale: Mit einem Sieg beim TSV Godshorn will die SG Kirchdorf/Barsinghausen/ Hohenbostel ins AH-Finale einziehen. Fotos: Bratke

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