
Barsinghausen (eb). Das eins schon mal klar ist: Die jungen Gäste aus Kovel mögen Barsinghausens Bürgermeister lieber als ihren eigenen. „Es ist eben aufgefallen, dass Marc Lahmann ein besonders großes Herz für Kinder hat“, bekräftigte die Kinderhilfe-Vorsitzende Lilli Bischof im Barsinghäuser Rathaus. Dort begrüßte der Verwaltungschef – fast schon traditionell in der Adventszeit – eine Gruppe aus der ukrainischen Partnerstadt.
Einmal mehr gastiert eine Besuchergruppe aus Kovel in der Deisterstadt. Für neun Tage sind die drei Erwachsenen und die vier Kinder (alle zehn Jahre alt) bei hiesigen Familien untergebracht. „Sie bereichern ganz klar unser Weihnachtsdorf“, gab Lahmann als erstes Statement mit Freude ab.
Am Thie hatten die Ukrainer bereits mit Auftritten begeistert und auch eine Standbesetzung einer Holzhütte übernommen. Die Darbietungen kamen prächtig an. „Diesmal haben wir so viele Einnahmen wie noch nie erzielt“, urteilte Bischoff. Der Erlös reiche ihrer Ansicht nach schon fast aus, um den Bus zu finanzieren, der im nächsten Sommer abermals Kinder aus Kovel für einen Ferienaufenthalt nach Barsinghausen bringt.
Heimische Volkslieder, unterstützt mit Akkordeon und gespickt mit kleineren Tanzeinlagen wurden dargeboten – niedlich anzusehen und durchaus stimmungsvoll. Auftritte hatten die Gäste aus dem Osten zuvor auch schon in diversen Seniorenheimen abgeliefert. Die Kinder hatten dazu extra auch zwei deutsche Weihnachtslieder einstudiert. Im Egestorfer ASB-Heim sei es besonders toll gewesen. „Viele Bewohner haben mitgesungen“, berichtete Bischoff. Einige hätten sogar Tränen der Rührung in den Augen gehabt.
Die Kids pflegen ihre heimatlichen Traditionen übrigens in einem sogenannten Kinderkulturhaus. Das werde in Kovel von der Stadt finanziert – Freizeitverhalten, dort sei eine Anmeldung ab sechs Jahren möglich. Weitere Touren und Darbietungen am Deister sind von der Musik- und Volkstanzgruppen aus Kovel beispielsweise in der Wennigser Mark und in Lauenau geplant.
Ganz herzlich wolle sich die Kinderhilfe-Vereinsvorsitzende (Infos unter www.kinderhilfe-urkaine-barsinghausen.de) bei den Barsinghäuser Bürgern für die Spenden und die Gastfreundschaft bedanken. „Die Kinder wollen gar nicht mehr nach Hause“, erzählte Bischoff. Und dies nicht nur, weil sie für den Aufenthalt eine Woche schulfrei bekommen – „sondern vielmehr deshalb, weil sie hier eine ganz andere Welt ohne Konflikte und Krieg erleben.“
Selbstverständlich gab’s auch im Rathaus ein kleines Geschenk für jeden Gast zur Belohnung. Die Besucher selbst hatten für den Bürgermeister ebenfalls eine Gabe parat: Eine schmuckvoll verpackte Flasche Sekt, die liebevoll mit Schokoladenbonbons bestückt war und obendrein noch ein Päckchen Tee aus der Ukraine. Man kann es wohl glauben: Die Kovel-Kinder haben Barsinghausens Bürgermeister gern.








