Zeitzeuge Umbach: „Man kann die Lehrgangsteilnehmer nur beneiden“

Im Januar 2017, zur feierlichen Wiedereröffnung der NFV-Sportschule II in Barsinghausen, konnte sich sicher niemand vorstellen, dass der komplette Sportbetrieb in Niedersachsen einmal zum Erliegen kommen würde. Jetzt verspricht Innenminister Boris Pistorius (Mitte), dass er die Sportvereine in der Coronakrise nicht im Stich lassen werde. Foto: NFV
Im Januar 2017, zur feierlichen Wiedereröffnung der NFV-Sportschule II in Barsinghausen, konnte sich sicher niemand vorstellen, dass der komplette Sportbetrieb in Niedersachsen einmal zum Erliegen kommen würde. Jetzt verspricht Innenminister Boris Pistorius (Mitte), dass er die Sportvereine in der Coronakrise nicht im Stich lassen werde. Foto: NFV
Sanierung der Sportschule II des NFV ist abgeschlossen

Barsinghausen (eb/bo). Nach elfmonatiger Bauzeit steht die kernsanierte Sportschule II des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) jetzt wieder für den Lehrgangsbetrieb bereit. Großer Bahnhof bei der feierlichen Eröffnung, denn Hausherr Karl Rothmund konnte reichlich Polit- und Sportprominenz im Fuchsbachtal begrüßen. Alle Beteiligten lobten das ehrgeizige Projekt des Fachverbandes.

Bereits im Jahresabschlussgespräch hatte der NFV-Präsident gemeinsam mit der Direktorenrunde den Abschluss der Sanierung angekündigt (DJ berichtete). „Wir sind hier nicht in Hamburg oder Berlin“, sagte Barsinghausens Ehrenbürger Rothmund mit einem Seitenhieb auf die Großprojekte der Metropolen und freute sich darüber, dass der NFV bei der Umsetzung des Projektes sowohl finanziell als zeitlich im Rahmen geblieben sei.

Einen besonderen Dank richtete er an die Mitarbeiter des Sporthotels und der Sportschule, für die 2016 aufgrund der Baumaßnahmen kein leichtes Jahr gewesen sei. „Die Mitarbeiter sind ein ganz entscheidender Faktor dafür, dass dieses Haus mit Leben gefüllt wird. Darauf können wir stolz sein“, betonte der Präsident. Ein großes Kompliment sprach er auch dem ehemaligen NFV-Direktor Walter Burkhard und dessen Nachfolger Steffen Heyerhorst aus, die das Sanierungsprojekt verantwortlich begleitet hatten.

„Ich bin hier, um zu gucken, wo das vom DFB investierte Geld geblieben ist. In letzter Zeit mussten wir mitunter ja Geld suchen“, flachste Dr. Rainer Koch. Der DFB-Vizepräsident befand, dass das Geld „sinnvoll angelegt“ sei. „Die Sportschule des Niedersächsischen Fußballverbandes hat ihre Wettbewerbsfähigkeit noch einmal erheblich gesteigert“ – Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, stieß ins gleiche Horn und zeigte sich begeistert vom Haus II der Sportschule, das sich mit völlig neuem Gesicht präsentierte.

Koch und Pistorius waren nicht die einzigen Prominenten bei der feierlichen Eröffnung. Verständlich, denn finanzielle Unterstützung für das Bauprojekt erhielt der NFV nicht nur vom DFB, sondern auch über den LandesSportBund (LSB) durch das Land Niedersachsen. Auch LSB-Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach gehörte zu den Gastrednern.

Oliver Zech vom mit der Sanierung beauftragten Mindener Architekturstudio pm sprach bei der Einweihung von „einem Meilenstein im Betrieb der Sportschule“. Laut Architekt hatte der „Zahn der Zeit“ der 1954 eröffneten Sportschule II erheblich zugesetzt, so dass energetische und brandschutztechnische Mängel zu Tage traten. Auf einer Grundfläche von 1150 Quadratmetern über der Karl-Laue-Halle verfügt der NFV jetzt über 16 moderne Zimmer mit 45 Betten für Lehrgangsteilnehmer sowie drei Seminarräume. Das Investitionsvolumen für die Kernsanierung betrug zwei Millionen Euro betragen.

Der Bezug zum Fußball ist allgegenwärtig. Die Räume wurden nach den Austragungsländern der Fußball-Weltmeisterschaften benannt und haben einen individuellen Wiedererkennungswert, beginnend mit 1954, dem Jahr des Wunders von Bern, und endend mit dem vierten Stern für Deutschland in Brasilien. Die Kleiderschränke in den Zimmern, Fußballspinten nachempfunden, tragen den Namen der Protagonisten der jeweiligen Turniere. Bobby Charlton (1966), Maradona (1986) oder Manuel Neuer (2014) lassen grüßen. Schautafeln mit Fotos und statistischen Angaben zu den einzelnen Weltmeisterschaften erinnern an die großen Turniere der vergangenen 60 Jahre. Alle Zimmer, früher jeweils über Treppen zu erreichen, liegen heute auf einer Ebene, nur der große Seminarraum Braunschweig wurde abgesenkt und ist über vier Stufen zu betreten.

Großer Bahnhof: Zur Eröffnung begrüßte Hausherr Karl Rothmund (Zweiter von links) prominente Gäste wie LSB-Geschäftsführer Reinhard Rawe, DFB-Vize Dr. Rainer Koch, Innenminister Boris Pistorius und LSB-Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach (von rechts). Foto: NFV

„Glückwunsch, hier ist eine wirklich gelungene Atmosphäre geschaffen worden. Es gibt aufgrund der tollen Trainingsbedingungen und der guten sportlichen Infrastruktur viele gute Gründe für viele Teams, hierher zu kommen“, lobte Boris Pistorius das einladende Ambiente in höchsten Tönen. Zudem wies er darauf hin, dass das Land Niedersachsen mit einer Million Euro an der Sanierung beteiligt gewesen sei und bezeichnete diese Summe als gut angelegtes Geld. „Der Umbau der Sportschule stärkt den Fußballstandort Barsinghausen. Darauf können wir auch in Niedersachsen stolz sein“, bekräftigte der Innenminister.

Als Zeitzeuge, der in seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter bereits in den 60er Jahren die Sportschule II kennengelernt hatte, und als ehemaliges Mitglied des NFV-Vorstandes außerdem zwölf Jahre für die Sportschule zuständig, erinnerte sich Wolf-Rüdiger Umbach an frühere Zeiten: „Ich habe hier so manchen Schweißtropfen vergossen. In den 60er Jahren war die Einrichtung noch sehr bescheiden. Wir haben mit sechs Leuten auf einem Zimmer geschlafen und es gab eine Gemeinschaftsdusche am Ende des Ganges. Heute hat das moderne Haus Hotelstandard und man kann die Lehrgangsteilnehmer nur beneiden.“

Zum Thema

Modernisiert hat der Niedersächsische Fußballverband auch sein Gesicht in der Öffentlichkeit. Der Verband will mit der Zeit gehen – und deshalb jetzt auch endgültig den Schritt in die sozialen Netzwerke machen. Seit Beginn des neuen Jahres ist der NFV mit einer offiziellen Seite bei Facebook vertreten.

Ziel dabei sei, sich in Zukunft noch stärker als innovativer und lebendiger Verband zu präsentieren. „Viele Fußballinteressierte wissen gar nicht, was wir so alles im Verband leisten. Es ist deshalb an der Zeit, sich in den sozialen Medien noch stärker zu positionieren“, erklärt Präsident Karl Rothmund.

Direktor Bastian Hellberg sagt zum neuen Auftritt: „Unsere bisherige Kommunikation über die Internetseite nfv.de, den Newsletter, das Fußball-Journal und den direkten Austausch via DFBnet-Postfach wird durch Facebook noch einmal entscheidend erweitert.“ Die Facebook-Seite des Niedersächsischen Fußballverbandes ist künftig unter www.facebook.com/nfvev/ zu finden.