Unterrichtsversorgung zum Stichtag 10.09.2020 bei 99 Prozent

Unterrichtsversorgung

Niedersachsen. Die Unterrichtsversorgung an den niedersächsischen öffentlichen allgemein bildenden Schulen erreicht im Schuljahr 2020/2021 einen statistischen Durchschnittswert von 99,0 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 99,6 Prozent). Das teilte das Niedersächsische Kultusministerium am gestrigen Montag mit. Der Stichtag zur Erhebung der Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2020/2021 war der 10.09.2020.

Die Werte nach Schulformen:

• Grundschulen 101,5 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 101,5 Prozent)
• Realschulen 98,0 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 98,1 Prozent)
• Hauptschulen 93,7 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 94,3 Prozent)
• Oberschulen 96,1 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 97,1 Prozent)
• Förderschulen 93,2 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 93,4 Prozent)
• Gesamtschulen 98,9 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 99,1 Prozent)
• Gymnasien 100,2 Prozent (Schuljahr 2019/2020: 102,2 Prozent)

Das leichte Minus von 0,6 Prozentpunkten in der Statistik ist überwiegend auf einen Anstieg der Schülerzahlen zurückzuführen. So werden an Niedersachsens allgemein bildenden Schulen im laufenden Schuljahr 2020/2021 rund 19.200 Schülerinnen und Schüler (davon rund 16.900 an öffentlichen allgemein bildenden Schulen) mehr unterrichtet als noch im vergangenen Schuljahr 2019/2020. Ein Großteil des Schüleraufwuchses ergibt sich aus dem zusätzlichen 13. Schuljahrgang durch die Umstellung auf G9 an den bisherigen G8-Systemen. Hinzu kommt ein leichter Aufwuchs im Primarbereich und ein noch vorhandener Rückgang im Sekundarbereich I. Insgesamt ergibt sich hieraus eine Zunahme der Lehrkräfte-Soll-Stunden im Umfang von rund 22.400 und der Lehrkräfte-Ist-Stunden im Umfang von rund 14.250. Hierdurch erklärt sich die Veränderung der UV-Werte. In diesen Werten ist ein weiterer Aufwuchs der Stunden für Zusatzbedarfe enthalten. Dies sind Stunden, die zusätzlich zur Erteilung der Pflicht-Stundentafel und der Poolstunden für besondere schulische Aufgaben zugewiesen werden.

Insbesondere in die Inklusion zur Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (122.801 Stunden) und in die Ganztagsschule (88.176 Stunden) investiert das Land in hohem Maße, aber auch für Fachleistungsdifferenzierungen in integrierten Systemen oder für die Sprachförderung insbesondere von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache werden in beträchtlichem Umfang Zusatzstunden gewährt (55.101 Stunden). Diese sehr bewusst zur Unterstützung der wichtigen Aufgaben an Schule bereitgestellten Stunden machen mittlerweile rund 20 Prozent aller Stunden aus: Die Unterrichtsversorgung rein nach Stundentafel inklusive Poolstunden und Doppelzählung liegt bei 120 Prozent.

Vor dem Hintergrund der doppelten Herausforderung durch den deutlichen Anstieg der Schülerzahlen und den Aufwuchs der Zusatzbedarfe bewertet das Kultusministerium den erzielten Wert von 99,0 Prozent als zufriedenstellend. Zur Stabilisierung beigetragen hat die wiederholte Einstellung einer höheren Anzahl von Lehrkräften, als aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden sind. Im Jahr 2020 konnten 3.242 Lehrkräfte eingestellt werden (ausgeschieden sind 2.352). Zudem wirken die flankierenden Maßnahmen zur UV-Stabilisierung wie freiwillige kurzfristige Teilzeiterhöhungen im Umfang von rund 160 Vollzeitlehrkräfteeinheiten (VZE) und weitere befristete Personalmaßnahmen wie auch die Beschäftigung von Studierenden mit Bachelor-Abschluss oder Pensionären, womit Stunden im Umfang von rund 265 VZE generiert werden konnten.

Im laufenden Lehrkräfteeinstellungsverfahren zum zweiten Schulhalbjahr 2020/2021 sind bereits erneut über 83 Prozent der ausgeschriebenen Stellen besetzt (rund 996 von 1.200). Das Einstellungsverfahren läuft aber noch weiter, damit stehen weiter zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, so dass noch mit einer relevanten Anzahl von Stellenbesetzungen zu rechnen ist. In 2021 ist damit eine Verbesserung zu erwarten.

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