70. Jahrestag: Große Feier des Sozialverbandes bei Wöbbekind

Führungsriege: Ursula Bothe (links) leitet den Vorstand des SoVD-Ortsverbandes Barsinghausen nun schon seit 2012. Foto: privat

Barsinghausen (eb). Anlässlich des 70. Jahrestages der Wiedergründung des Barsinghäuser Ortsverbandes Barsinghausen im Sozialverband Deutschland (SoVD) lädt der Vorstand Mitglieder und Gäste zu einem Festakt ein. Der runde Geburtstag soll am Samstag, 5. November, ab 11 Uhr in den Räumlichkeiten der Tanzschule Wöbbekind am Volkers Hof gefeiert werden. Anmeldungen dazu sind erforderlich.

Mit Nachdruck bitten die 1. Vorsitzende Ursula Bothe (Telefon 05105/7798005) und ihre Stellvertreterin Karin Nentwig (05105/1661) um die Voranmeldungen – und zwar bis Sonntag, 30. Oktober. „Sonst können wir das gemeinsame Mittagessen sowie die Kaffee- und Kuchentafel nicht wie geplant organisieren“, betont die Ortsverbandsvorsitzende, die jetzt im Barsinghäuser Rathaus über das Festprogramm informierte und dabei auch eine Kurzchronik vorstellte.

Das Motto für die Feier des 70-jährigen Bestehens seit der Wiedergründung 1946 lautet: „Soziale Gerechtigkeit in Frieden und Freiheit für alle Menschen“. Die Historie des SoVD in Barsinghausen reicht allerdings viel weiter zurück. „Schon Ende 1917 im 1. Weltkrieg haben sich in der Gemeinde zehn Männer und Frauen eine Gruppe des Reichsbundes für Kriegsgeschädigte und Hinterbliebene gegründet“, heißt es in der Chronik. Der Personenkreis trat für eine bessere Entschädigung für Witwen und Waisen sowie für eine bessere Versorgung der Kriegsbeschädigten ein. Nachdem sich immer mehr Menschen der „Kampfgemeinschaft“ angeschlossen hatten, wurde sie 1933 von den Nationalsozialisten verboten.

Mit der Wiedergründung 1946 nahm der ehemalige Reichsbund seine Arbeit wieder auf – auch in Barsinghausen. Adolf Flasbart und Georg Hahn hießen die Gründer dieser Ortsgruppe, zu deren Gründungsversammlung 26 Personen erschienen waren. Walter Latsch wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Als Nachfolger führt die Chronik Hebert Sievers, Ernst Nolte, Kurt Blunk und Friedel Jördens an. Seit 2012 steht Ursula Bothe an der Spitze des hiesigen SoVD-Ortsverbandes.

„Direkt nach der Wiedergründung standen natürlich ganz andere Themen als heute vorn an“, sagte Bothe und nannte Beispiele wie die Versorgung von Kriegsopfern und Heimatvertriebenen sowie die Suche nach vermissten Personen und die Lebensmittelbesorgung. Wenig später sei die große Wohnungsnot dann auch in der Deisterstadt ein beherrschendes Thema gewesen. Seinerzeit hatte die Gemeinnützige Reichsbund Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft durch die Errichtung vieler Häuser über 600 Wohneinheiten geschaffen.

Die Chronik informiert: „In unzähligen Sprechstunden wurden Jahr für Jahr zahlreiche Barsinghäuser Bürger im Versorgungs- und Rentenwesen zu ihrem Recht verholfen. Unzählige Anträge auf Beihilfen für Zahnersatz, Brillen, Wohngeld, Telefon, Rundfunk und Fernsehen wurden durchgeführt.“ Hilfreich seien die Informationen zum Spätheimkehrer- und Häftlingshilfe-Gesetz, zum Wohnungsbaugesetz und Bundessozialhilfegesetz gewesen. Durch die Einführung des Schwerbehindertengesetzes 1974 erhielten viele Betroffene bessere Beschäftigung beziehungsweise Ausbildungschancen.

In dieser Zeit hatte der heutige SoVD auch seine größten Mitgliederzahlen. „Anfang der 1970er Jahre waren wir fast 700“, berichtete Ursula Bothe. Nach der Hinzunahme des Ortsverbandes Groß Munzel zählt der OV Barsinghausen aktuell knapp 500 Mitglieder. Aktuellstes Thema, dem sich der SoVD vor Ort widme, sei laut Bothe die Barrierefreiheit.

Die Feier zum 70. Jahrestag am 5. November beginnt um 11 Uhr mit einem Sektempfang. Ab 12 Uhr schließen sich Grußworte und der Festvortrag an. Dr. Kerstin Beckmann, selbst Mitglied im SoVD, wird die Rede halten. In der Folge wird es eine Ehrung für 50-jährige Mitgliedschaft geben. Gegen 13 Uhr ist das gemeinsame Mittagessen vorgesehen. „Dann folgt eine Überraschung, die wir noch nicht verraten“, teilte Bothe mit. Ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen lässt die Festveranstaltung ausklingen.

Führungsriege: Ursula Bothe (links) leitet den Vorstand des SoVD-Ortsverbandes Barsinghausen nun schon seit 2012.   Foto: privat
Führungsriege: Ursula Bothe (links) leitet den Vorstand des SoVD-Ortsverbandes Barsinghausen nun schon seit 2012. Foto: privat