Barsinghäuser helfen im Kampf gegen den Hunger auf dem Balkan

Barsinghausen/Minden/Shabla (Bulgarien). Spender aus Hameln-Pyrmont, Barsinghausen, Bückeburg und Minden haben es möglich gemacht, dass bettelarme und zumeist kranke Senioren im Osten Bulgariens täglich eine warme Mahlzeit bekommen.

Von Claudia Behmann

Marian Getchev, Bürgermeister der Stadt Shabla, hatte die heimische Hilfsorganisation Interhelp vor ein paar Monaten um Hilfe bei der Lösung eines für sie großen Problems gebeten. Um auch bedürftige alte Menschen, zumeist Witwen, in den entlegenen Dörfern der Dobrudscha mit Essen beliefern zu können, werde dringend ein Lieferwagen benötigt, hieß es. Dafür sei jedoch kein Geld mehr übrig, denn die Mittel würden gerade ausreichen, um in der städtischen Armenküche täglich 120 Portionen Mittagessen zuzubereiten.

Wer in der Stadt wohnt und noch mobil ist, der kann sich seine Mahlzeit abholen. „Wer jedoch ob seines hohen Alters nicht mehr gut zu Fuß ist und kein Geld für den Bus hat, der ist im wahrsten Sinne des Wortes arm dran – der muss oft Hunger leiden“, erklärt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann, der auf eigene Kosten nach Bulgarien gereist ist und sich vor Ort von der schwierigen Lage der Senioren überzeugt hat. Mit Geld, das Geber und Gönner aus dem Weser- und Leine-Bergland zur Verfügung gestellt haben, wurde ein gebrauchter Opel gekauft. Die Freude war groß: Bei der Fahrzeugübergabe sangen Frauen des örtlichen Rentner-Clubs; ein Pope der bulgarisch-orthodoxen Kirche segnete das Auto. Wasser wurde vor dem Transporter ausgeschüttet – das soll Glück bringen. Der Wagen ist ab sofort täglich im Einsatz, um Not zu lindern. „Helfen kann so einfach sein“, sagt Behmann, betont jedoch: „Ohne die vielen Spender, die uns ihr Vertrauen und ihr Geld schenken, wäre das jedoch nicht möglich.“

Erst Mitte Juli hatte Interhelp dem Krankenhaus der Stadt Kavarna einen medizinisch komplett ausgestatteten Notarztwagen gespendet. Die Hamelner Rettungsassistenten Thomas Breitkopf und Michael Wömpener hatten den gespendeten feuerroten Mercedes nach Bulgarien gebracht – innerhalb von nur 48 Stunden waren die Ehrenamtlichen durch sechs Länder gefahren. Interhelp bittet um Spenden, um auch in Zukunft Notleidenden im Weserbergland und in aller Welt helfen zu können. Derzeit wird für Hilfsprojekte in Hameln, auf Haiti und Sri Lanka sowie in der Ukraine gesammelt. Fördermitgliedsanträge und Spendenkonten:

IBAN: DE60 2545 0110 0000 0203 13   – Sparkasse Weserbergland

IBAN: DE49 2546 2160 0700 7000 00   – Volksbank Hameln-Stadthagen

Weitere Infos unter www.interhelp.info

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Ab sofort im Einsatz, um Not zu lindern: Das Interhelp-Lieferfahrzeug rollt durch Bulgarien. Mit vor Ort sind Claudia und Ulrich Behmann aus Hameln.