
Barsinghausen (eb). Nun ja, es wird wohl sein letztes Jahresabschlussgespräch in Funktion des NFV-Präsidenten gewesen sein. Karl Rothmund untermauerte nicht nur seine bereits mehrfach angekündigte Amtsniederlegung beim Verbandstag 2017, sondern sprach auch von einem weitreichenden Generationswechsel in der Spitze des Niedersächsischen Fußballverbandes.
Auf der Agenda standen das Fazit 2016 sowie der Ausblick auf 2017. Mit der Tradition dieser Jahres-Pressekonferenz wollte Rothmund nicht brechen. „Eigentlich habe ich diesmal wenig zu sagen, nämlich gar nichts“, begann der NFV-Boss. Wer Barsinghausens Ehrenbürger kennt, wusste natürlich, dass er das nicht durchhalten konnte. Sein zweites Statement: „Die DFB-Probleme überlasteten alles.“ Konkreter wurde Rothmund nicht – verständlicherweise, denn das war freilich nicht Thema des Gesprächs.
Seinen Landesverband fühlt er beim Deutschen Fußball Bund (DFB) stark vertreten. Überhaupt stellte er den Niedersachsen ein gutes Zeugnis aus. „In vielen Bereichen waren wir es, die Projekte mit Pilotcharakter in Gang geschoben haben“, bekräftigte Rothmund und nannte dabei vor allem das Fußball-Informationssystem und das baldige Erscheinen der Nachhaltigkeitsberichte. Fakt sei aber auch, dass die eigentliche Arbeit in den Vereinen gemacht werde.
Rückblickend fand er ausnahmslos lobende Worte für die Zusammenarbeit mit der Stadt Barsinghausen und ihren Gremien, mit den Unternehmen der heimischen Wirtschaft sowie mit den eigenen Mitarbeitern – „ausgezeichnet“ sei dies in seinen 27 Jahren gewesen. Vorausschauend freue er sich ganz besonders auf das Stelldichein von Nationaltrainer Jogi Löw am 7. Februar anlässlich des Krombacher Neujahrsempfangs (DJ berichtete).
Das Sporthotel
Für die einzelnen Bereiche des NFV gab Rothmund das Wort an seine hauptamtlichen Führungskräfte ab. Dabei zog Hotelgeschäftsführer Bernd Dierßen gemeinsam mit Kerstin Busch (hauptverantwortlich für den Hotelbetrieb) ein rundum positives Fazit. Dierßen sprach von einem „sehr guten Jahr mit einer starken Umsatzgröße“. Dabei konnte vor allem das Tagungsgeschäft leicht ausgebaut werden. „Damit können wir notwendige Investitionen tätigen.“

Insgesamt seien 23.300 Übernachtungen gezählt worden; bezogen auf die 68 Zimmer eine positive Auslastung. Neben den Tagungsgästen seien auch die Anfragen von Sportmannschaften regelmäßig. Jüngst gastierte der Hamburger SV im Fuchsbachtal. Für 2017 liegen bereits Anfragen vom VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum vor. „Auch die Nationalmannschaft wird wiederkommen. Jedenfalls hat uns das Manager Oliver Bierhoff bestätigt“, erwähnte Hoteldirektor Dierßen.
Positiv werde auch das Interesse der Barsinghausen Bürger aufgenommen. „Die Akzeptanz nimmt eindeutig zu“, betonten Dierßen und Kollegin Busch. Das liege einerseits an dem guten Preis-Leistungsverhältnis der Gastronomie sowie andererseits an der räumlichen Flexibilität innerhalb des Hotelkomplexes. „Das ist zweifellos ein großes Plus gegenüber anderen guten Lokalen in unserer Nähe“, bestätigte Karl Rothmund.
Ebenso positiv mache sich die geringe Fluktuation der Mitarbeiter bemerkbar. Mit rund 120 Kräften (40 Hotel/80 Verband) gehört der Fußballverband längst zu den größeren Arbeitgebern der Deisterstadt. Derzeit beschäftigt das Hotel sieben Auszubildende. „Fünf Azubis haben wir erfolgreich durch die Prüfung gebracht“, berichtete Kerstin Busch.
Baumaßnahmen
Seit 2014 läuft mittlerweile das Gesamtsanierungskonzept beim NFV, respektive Hotel und Sportschulen mit einem Investitionsvolumen von etwa 3 Millionen Euro. Der stellvertretende NFV-Direktor Steffen Heyerhorst setzte das von seinem Vorgänger Walter Burkhard auf den Weg gebrachte Konzept fort. Zuletzt stand die elfmonatige Bauzeit mit der Kernsanierung der Sportschule 2 im Fokus. Das Obergeschoss der Karl-Laue-Halle soll nach kleineren Abschlussarbeiten Mitte Januar fertig gestellt sein.
Das Kurzfazit: Bedacht wurden energetische Gesichtspunkte, notwendiger und nicht minder kostspieliger Brandschutz, eine neue Heizzentrale (auch im Hinblick auf den Umweltgedanken), ein neuer Zimmerzuschnitt (16 Zimmer mit einer Kapazität von 45 Betten), zwei Tagungsräume sowie ein IT-Raum. Heyerhorst bezifferte die Kosten auf rund 2,1 Millionen Euro. Vergessen wolle man nicht, dass die Maßnahmen auch vom Land Niedersachsen unterstützt werden. Über den Landessportbund (LSB) fließen auf mehrere Jahre angelegte Zuschüsse von 1 Millionen Euro.
Auch im Verwaltungsgebäude in der Schillerstraße wurde Hand angelegt. So entstanden zwei neue Büroräume (Robert-Enke-Stiftung). Gleichzeitig wurden energetische Umbaumaßnahmen am Dach vorgenommen. In 2017 will der NFV laut Heyerhorst keine größeren Investitionen tätigen. In der Fußballersprache könnte es folglich heißen: den Ball flach halten. „Die üblichen Instandhaltungskosten dürften folglich zwischen 100 und 200.00 Euro liegen“, schätzte Heyerhorst.

Einen Strich durch die Rechnung könnte allerdings der Schaden am Kunstrasenplatz im Fuchsbachtal machen. Wurde in der Vergangenheit der Belag zwar bereits ausgetauscht, so musste jüngst ein Absacken der Trägerschicht festgestellt werden. „Das müssen wir in ein bis zwei Jahren beheben“, sagte Heyerhorst.
Sponsoring und Projekte
Stellvertretend für den erkrankten Direktor Bastian Hellberg berichtete Jan Baßler als einer seiner Stellvertreter von einer stabilen Lage im Sponsoringbereich. „VW und adidas haben ihre Verträge bereits verlängern“, sagte Baßler. Beide Partner zeigten großes Interesse am Projekt „Junior Coach“. Hier falle dem NFV mit seiner zentralen und dezentralen Ausbildung für 14- bis 18-jährige Schüler in Sachen Trainerarbeit quasi eine Vorreiterrolle zu. Baßler zählte 39 Lehrgänge in 2016, in denen fast 2750 Jugendliche ausgebildet wurden – „fast so viele wie alle anderen Landesverbände zusammen.“ Indes läuft die Partnerschaft mit der Continental AG aus. Neu im Spiel dürfte die Salzgitter AG sein.
Auch die Sparkassen-Fußballschule erfreut sich stetiger Resonanz. Das Projekt läuft ebenso zentral wie dezentral. Die Sportschule 1 zählte dabei rund 10.000 Übernachtungen. Weitere statistische Zahlen: Das DFB-Spielmobil leistete 341 Einsätze in Vereinen und Schulen mit über 13.000 Teilnehmern. Belebung habe auch das Studio 54, die Fitnesseinrichtung des NFV, erfahren. Mittlerweile zähle man 380 Abos.
Interessant für die örtlichen Vereine dürfte die Ausweitung der DFB-Aktion „1:0 für ein Willkommen“ sein. „Aus 1:0 wird 2:0“, sagte Baßler und rief die Vereine auf, sich der Arbeit mit Flüchtlingen zu widmen. Konkrete Infos liefert das Internet unter www.fussball.de.








