VHS-Calenberger-Land
  • 23. April 2018
Klima-Meister 2014: Neustadt, Sehnde und Ronnenberg

Klima-Meister 2014: Neustadt, Sehnde und Ronnenberg

Region (red). Die Klima-Meister der zweiten Saison des CO2NTEST stehen fest: In der Kommune-Wertung des Wettbewerbs sicherten sich Neustadt a. Rbge., Sehnde und Ronnenberg die Titel in ihren Kategorien. Zum ersten Mal konnten 2014 auch Bürgerinnen und Bürger an den Start gehen. Den ersten Preis in dieser Wertung nahm Claudia Fegebank aus Hannover mit nach Hause. In den fünf Disziplinen Solar-, Bio- und Windenergie, Kraft-Wärme-Kopplung und Passivhäuser traten die Städte und Gemeinden gegeneinander an. Jetzt wurden die Sieger bei der Meisterfeier in der Akademie des Sports in Hannover geehrt.

„Engagement für den Klimaschutz ist wichtig – egal, ob Sie Ihren Strom- und Wärmeverbrauch reduzieren, Ihr Mobilitätsverhalten überdenken, sich häufiger vegetarisch ernähren oder auf erneuerbare Energien setzen, jede Maßnahme zählt“, lobte Almut Kottwitz den Einsatz der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen. „Mit der heutigen Prämierung werden erfolgreiche lokale Klimaschutzmaßnahmen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und damit hoffentlich viele Impulse zum Nachmachen ausgelöst“, so Kottwitz weiter. Die Staatssekretärin des Niedersächsischen Umweltministeriums war stellvertretend für den Schirmherrn des Wettbewerbs, Ministerpräsident Stephan Weil, zur Meisterfeier gekommen.

Die Ehrung der siegreichen Städte und Gemeinden übernahm Angelika Walther, stellvertretende Präsidentin der Region Hannover. Insgesamt gingen 17 Kommunen im Klima-CO2NTEST an den Start. In drei Kategorien – ländliche Struktur, städtische Struktur und ländlich-städtische Struktur – holten sie Punkte in den fünf Disziplinen Solarenergie, Bioenergie, Windenergie, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und energieeffiziente Gebäude. Gewertet wurden jeweils der Bestand an Anlagen sowie der Zuwachs im Jahr 2014. Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover, Organisatorin und Schiedsrichterin des Wettbewerbs, hatte alle Einwohnerinnen und Einwohner aus der Region sowie die Kommunen dazu aufgerufen, ihre Anlagen und effizienten Gebäude zu melden. Weitere Daten, zum Beispiel von Verwaltungen und Energieversorgern, gingen in die Wertung mit ein.

Urkunde für Barsinghausen: Kleo, die Klimaprinzessin, Andreas Harting, stellvertretender  Bürgermeister, und die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther.

Eine Urkunde für Barsinghausen: Von links Kleo, die Klimaprinzessin, Andreas Harting, stellvertretender Bürgermeister, und die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther.

„Insgesamt wurden 533 neu errichtete Anlagen erfasst – und jede einzelne hat zum Endergebnis beigetragen“, so Angelika Walther. „So kommen wir außerdem den für die Region Hannover gesteckten Klimaschutzzielen Schritt für Schritt näher.“ Bereits zum zweiten Mal gelang Neustadt a. Rbge. der Sieg in der Kategorie ländliche Struktur. Besonders in Sachen Windenergie konnte die Stadt punkten: Mit gleich vier neuen Anlagen hatte Neustadt die Nase vorn. Ebenso gibt es dort den größten Zuwachs an Solarstromanlagen und auch bei der KWK hat die Stadt viel vorzuweisen: Fünf große Anlagen mit mehr als 100 kW Leistung machen sie zum Meister. Auf Platz zwei folgt – wie auch 2013 – Springe, Platz drei sicherte sich Uetze.

Ronnenberg holte sich den Sieg in der Kategorie städtische Struktur und verdrängt den Vorjahressieger Hemmingen auf Platz zwei. Den Titel Klima-Meister 2014 verdankt Ronnenberg der Biogasanlage, die das knappe Rennen zwischen den beiden Erstplatzierten letztendlich entschied. Platz drei geht an Langenhagen.

Durch einen großen Vorsprung in der Disziplin KWK kletterte Sehnde in der Kategorie ländlich-städtische Struktur aufs oberste Treppchen. Außerdem gab es in der Stadt eine große neue Solaranlage mit 140 kW Leistung, die ebenfalls viele Punkte einbrachte. Über Platz zwei in dieser Kategorie freut sich die Gemeinde Wennigsen, Platz drei geht an Gehrden.

Die Medaillen der Bürger-Wertung verlieh Dr. Ulrich Witte, Leiter der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die die dreijährige Pilotphase des Wettbewerbs finanziell und mit ihrem Expertenwissen fördert. „Projekte wie diese motivieren Bürger, ihr eigenes Klimaschutz-Handeln zu hinterfragen, und der  Wettbewerbscharakter spornt an, noch mehr zu tun. Insgesamt haben alle Teilnehmer – Bürger wie Kommunen – dem Klima 14.115 Tonnen CO2 im Jahr 2014 erspart“, hob er hervor. „Ein Ergebnis, das hoffentlich noch viele motiviert, auch etwas für den Klimaschutz zu tun.“ In der ersten Bürger-Wertung im Klima-CO2NTEST sicherte sich Claudia Fegebank aus Hannover-Wettbergen den Titel. Mit 17.639 Punkten setzte sich die 43-Jährige deutlich ab. Gemeinsam mit ihrer Familie bewohnt sie seit 2014 ein Passivhaus inklusive Holzheizung, Solarthermieanlage  und Ökostrombezug. Damit war ihre Ausgangslage bereits sehr gut, weitere Punkte sicherte sie sich unter anderem mit Baumpflanzungen im eigenen Garten. Ebenfalls aus Hannover kommt die Gewinnerin der Silbermedaille: Marion Hirschberger kam auf 7.838 Punkte. Die einstige Vielfliegerin verzichtete 2014 komplett auf Flugreisen und fuhr stattdessen mit der Bahn, was ihr eine große CO2-Ersparnis und damit eine Menge Punkte einbrachte. Zudem hat sie sowohl ihren Heizenergie- als auch ihren Stromverbrauch verringert. Über die Bronzemedaille freut sich Cornelius Rüther. Der Mathematiker wohnt auch in Hannover und lag mit seiner CO2-Bilanz zum Auftakt bereits unter dem deutschen Durchschnitt, was ihm direkt Punkte einbrachte. Insgesamt kam er
auf 6.416 Punkte. Der 29-Jährige besitzt kein eigenes Auto, sondern nutzt Car-Sharing. Zudem warb er sechs weitere CO2NTEST-Teilnehmer, was sich positiv auf sein Punktekonto auswirkte. Für die Bürger-Wertung erfassten die Teilnehmenden zum Anfang und zum Ende der Saison ihre CO2-Bilanzen, die dann miteinander verglichen und in Punkte umgewandelt wurden. Insgesamt nahmen 240 Personen teil.

2015 geht der Wettbewerb in die dritte Runde. „Auch dieses Mal sind wieder Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, gegeneinander anzutreten und sich mit ihrem Klimaschutz-Engagement den Titel und tolle Preise zu sichern“, so Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. Neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wird der Klima-CO2NTEST von der
Region Hannover, der Avacon AG und dem enercity-Fonds proKlima unterstützt.

Klima-3-Meister

Die drei Klima-Meister der Kategorien ländlich-städtisch, städtisch und ländlich: Von links Carl Jürgen Lehrke, Bürgermeister Stadt Sehnde, Stephanie Harms, Bürgermeisterin der Stadt Ronnenberg, und Dr. Jörg Windmann, Erster Stadtrat und Umweltdezernent der Stadt Neustadt a. Rbge.

Ergebnis-Übersicht CO2NTEST 2014

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