VHS-Calenberger-Land
  • 23. April 2018
Glanzvoller Abend für glanzvolle sportliche Leistungen

Glanzvoller Abend für glanzvolle sportliche Leistungen

Barsinghausen. Sie alle hatten enorme Leistungen vollbracht – jetzt wurden sie dafür gebührend geehrt und feierten sich selbst: die Sportler des Jahres der Stadt Barsinghausen. „Eine gute Wahl“, befand SSK-Vorstandschef Reinhard Meyer gleich zu Beginn des traditionellen Events im vollbesetzten Saal Niedersachsen des Sporthotels Fuchsbachtal. Es folgte ein glanzvoller Abend mit reichlich Spaß und Stehvermögen.

Von Erk Bratke

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Sportring-Chef Lothar Brecht. Fotos: Bratke

Beste Laune bis zum Schluss. Mitternacht war längst schon vergangen, da amüsierten sich einige Protagonisten des Abends immer noch prächtig. Besonderes Stehvermögen zeigten dabei die Volleyballdamen des TSV Groß Munzel und Teile der Kirchdorfer Fußballherren. Gut so, denn schließlich richtet sich eine Sportlerehrung in erster Linie an sie – an die Aktiven, die zuvor herausragende Leistungen erbracht hatten (genauer gesagt im Jahr 2014). So ist es alljährlich in Baden-Baden, in Hannover und eben auch in Barsinghausen.

Weshalb es allerdings erst zu einem solchen Event kommen kann, brachte der Sportring-Chef Lothar Brecht gleich zu Beginn des Abends nachdrücklich auf den Punkt: „Ohne unsere Sponsoren wäre die Veranstaltung gar nicht möglich.“ Völlig zu Recht stellte er das jahrelange Engagement der Stadtsparkasse (SSK) Barsinghausen, des Sporthotels Fuchsbachtal, von Lotto-Niedersachsen und Computer-Technik Barsinghausen heraus. Sport ohne Sponsoring – heutzutage undenkbar.

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Moderatoren: Mareile Ihde und Manfred Finger.

In der Folge riefen Mareile Ihde und Manfred Finger nacheinander die von einer Jury gewählten Preisträger auf die Bühne. Das Moderatorenduo spielte sich in gewohnt souveräner Manier die Bälle zu; es war bereits der dritte gemeinsame Auftritt. Leider konnten nicht alle Sportler des Jahres zum launigen Interview anwesend sein – entsprechende Trainingslager beziehungsweise berufliche Verhinderungen machten dabei einen Strich durch die Rechnung.

Nach dem Motto „ladies first“ stand die Frauen-Konkurrenz am Anfang. Aufgerufen wurden Mieke Düvel (Bundesliga-Handballerin vom SV Garßen-Celle), Jennifer Tadje (überregionale Erfolge im Westernreiten) und Schwimmerin Valerie Lena Kamberg (Rang 7 bei den Deutschen Meisterschaften als Top-Platzierung). Letztgenannte konnte wegen eines Trainingslageraufenthaltes auf Fuerteventura nicht dabei sein, wurde aber beim Frage-Antwort-Spiel glänzend von ihrer Mutter Susanne Kamberg vertreten.

Dicken Applaus gab es schließlich für Mieke Düvel; mit 27 Jury-Punkten verwies die Junioren-Nationalspielerin sowohl Jennifer Tadje (2./14 Punkte) als auch Valerie Lena Kamberg (3./13) auf die Plätze. Bemerkenswert: Westernreiterin Tadje musste wie im Vorjahr, als sie ebenfalls Zweite wurde, erneut einer Handballerin (Tina Wagenlader) den Vortritt lassen.

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Sportler des Jahren: Mieke Düvel (Frauen) und Leo Fischer (Männer).

Bei den Männern fehlten sogar zwei Preisträger. Björn Wüsteney (TSV Barsinghausen/wurde von Freundin Maren Klöver vertreten) und Lukas Weinmeister (SV Kirchdorf 54) konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht teilnehmen. Der Triathlet und der Schütze teilte sich mit jeweils neun Punkten den Silberplatz. Somit blieb dem neuen Sportler des Jahres ein gebührend breiter Raum. Schwimm-Ass Leo Fischer (22 Jury-Punkte) gab einen stimmungsvollen Einblick in seine Duelle um die Stadtrekorde – zehn Bestmarken auf unterschiedlichen Lagen hatte der zweimalige Landesmeister bereits verbessert. SRB-Chef Brecht überreichte die Trophäe an Fischer.

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Mannschaft des Jahres: die männliche A-Jugend des HV Barsinghausen.

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Mannschaft des Jahres: die A-Junioren des JFV Calenberger Land.

Einerseits deutlich, anderseits eng – so könnte das Ergebnis bei den Mannschaften umschrieben werden. So brachte das Resultat zwei geteilte erste Plätze sowie zwei geteilte dritte Ränge zu Tage. Mit jeweils 20 Punkten schnappten sich die beiden A-Juniorenteams des HV Barsinghausen Niedersachsens Vizemeister) und des JFV Calenberger Land (Aufsteiger zur Fußball-Niedersachsenliga/Vorjahreszweiter) die Titel. Mit jeweils sechs Punkten teilten sich die Verbandsliga-Volleyballerinnen des TSV Groß Munzel und die Bezirksligafußballer des TSV Kirchdorf den 3. Platz. Die Pokale überreichte Asmus Weber von Lotto-Niedersachsen. Beifall gab’s natürlich für alle Aktiven.

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Ehrenamts-Preisträger: Friedrich Jonas (links) und Bürgermeister Marc Lahmann.

Unterbrochen wurden die Auszeichnungszeremonien der drei Sportler-Kategorien durch weitere Ehrungen. Die Roland-Freitag-Medaille (Ehrenamtspreis) überreichte Bürgermeister Marc Lahmann an Friedrich Jonas; der Schütze ist bereits seit 1971 Mitglied im SV Nordgoltern und bekleidet seit 1976 ein Vorstandsamt – alle Achtung!

Zweifellos ein Highlight mit einem verdienten Preisträger war die Vergabe des Nachhaltigkeitspreises, der erstmals vergeben wurde. Wer sonst, wenn nicht Ehrenbürger Karl Rothmund hätte dieses Thema besser zünden können. In seiner Funktion als ehemaliger DFB-Vizepräsident ist er diesbezüglich zweifellos bestens unterwegs.

Der Hausherr sprach in einer flammenden Rede über die Nachhaltigkeit im Sport, stellte dabei die besondere Rolle in sozialer und kultureller Hinsicht heraus. Selbstverständlich nutzte der NFV-Präsident dazu „König Fußball“ als Beispiel. Angefangen bei der Aufgabenstellung in DFB und NFV vermittelte er beeindruckende Zahlen – hinunter bis auf die lokale Ebene. Neben dem obligatorischen Kerngeschäft gehöre wesentlich mehr dazu als die bloße Spielabwicklung („Fußball ist eben mehr als 1:0“). Entwicklung, Ehrenamt, Fair Play, Integration und Inklusion – Aufgaben, die vor allem auch gesellschaftspolitisch relevant seien und – wenn sie dann bewältigt werden – von unschätzbarem Wert.

Bezogen auf die lokale Ebene müsse sich der Sport vor allem – sagen wir mal – besser verkaufen. „Der Sport muss darstellen, was er alles leistet. Wir müssen auch nachweisen, wofür wir Gelder einsetzten. Und natürlich müssen die richtigen Themen an die Politik herangetragen werden“, bekräftigte Rothmund. Vorbildlich helfe der Sport dabei mit, gesellschaftliche Probleme zu lösen – nachhaltig.

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Nachhaltigkeitspreis: Karl Rothmund, Gerd Köhler und Bernd Dierßen (von links).

Genau diese Nachhaltigkeit treffe auf Gerd Köhler vom HV Barsinghausen und seine Förderung des Handballsports im Allgemeinen sowie der Jugendförderung im Speziellen mustergültig zu. „Perfekter kann man es nicht machen“, beteuerte Rothmund und rief „Barsinghausens Mr. Handball“ auf die Bühne. Köhler war geladen, wusste aber bis zuletzt nichts von der Auszeichnung. „Ich dachte, ich bin hier als Trainer dabei“, sagte der frühere Ehrenamts-Preiträger sichtlich überrascht. Die Geheimhaltung hatte ebenso funktioniert wie bei der Kür der Sportler des Jahres. Am späteren Abend fügte Köhler in geselliger Runde hinzu: „Na ja, eigentlich brauche ich solche Preise ja nicht, aber stolz bin ich natürlich schon.“ Typisch Gerd Köhler – und: wie wahr!

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Machen Musik: Lukas Dolphin und Schlagwerker Daniel.

Und was war noch? Ein musikalischer Auftritt des Duos „Lukas Dolphin“ sowie eine Talkrunde mit Jens Rehagel, dem Chef des Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96, und Gerald Glöde, dem Geschäftsführer des Handballverbandes Niedersachsen, rundeten das Programm der diesjährigen Sportlerehrung ab. Die wurde mit einer „Kanzlerplatte“ beendet – der offizielle Teil jedenfalls. Was danach folgte war reger Gedankenaustausch – und eben Stehvermögen.

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Talkrunde: Jens Rehagel (links) und Gerald Glöde.

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