• 23. Oktober 2018
„Sportler für Sportler“-Benefiz bringt 3000 Euro in die Kasse

„Sportler für Sportler“-Benefiz bringt 3000 Euro in die Kasse

Barsinghausen. Einen neue Bodenturnmatte? Circa 8000 Euro. Ein Kunstradfahrrad? Etwa 2000 Euro. Der Erhalt des AGS-Lehrschwimmbeckens? Als Wert für die Allgemeinheit unbezahlbar! Die Benefizaktion „Sportler für Sportler“ will helfen, die Kosten der Betroffenen ein wenig zu schmälern – und kann das auch: Sensationelle 3000 Euro brachte die zweite Auflage des sportlichen Benefiz-Events ein.

Von Erk Bratke

Pickepackevoll: Die rund 300 Zuschauer auf der Tribüne der Glück-Auf-Halle waren begeistert.

Pickepackevoll: Die rund 300 Zuschauer auf der Tribüne der Glück-Auf-Halle waren begeistert.

Kurz vor dem anstehenden Fest war die Stimmung in der Glück-Auf-Halle keineswegs weihnachtlich, dafür aber umso ausgelassener. Die rund 300 Zuschauer auf der pickepackevollen Tribüne waren rundum begeistert von dem Tun auf dem Hallenparkett. Noch größer dürfte die Begeisterung bei den Organisatoren und „beschenkten“ Vereinen gewesen sein, denn durch Spenden konnte die 3000-Euro-Marke geknackt werden. Unglaublich!

Schon wenige Tage vor dem Event stand fest, dass der aktuelle Erlös das Vorjahresergebnis um mindestens das Doppelte übertreffen werde. 2014 lautete der Betrag am Ende des Veranstaltungsabends 1400 Euro. Dank tatkräftiger Unterstützung etlicher Sponsoren hatte das Spendenbarometer schon 2800 Euro erreicht. „Sensationell“, urteilte Jan Baßler (1. FC Germania Egestorf/Langreder), der das Event abermals gemeinsam mit Gerd Köhler (Handballverein Barsinghausen) organisiert hatte.

Unter der Schirmherrschaft von Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann stand erneut das Motto „Handball spielt Fußball und Fußball spielt Handball“ im Blickpunkt – und Germania gegen HVB auf dem Spielfeld. Beide Oberligisten versuchten sich jeweils eine Halbzeit in der Sportart des anderen. Wieder zählte mehr der Spaß als das Ergebnis – auch wenn beide Seiten zugaben, dass sie durchaus die „fremde“ Sportart trainiert hatten. HVB-Chefcoach Jürgen Löffler: „Es ist Tradition, dass wir vor jedem Training auch ein wenig kicken.“

Wie bei der Premierenveranstaltung sollte der Erlös des Abends abermals Athleten zugute kommen, deren Sportarten im Gegensatz zum Fußball und Handball nicht so im Rampenlicht stehen. Wie berichtet wurden die TGW-Mädchen des TSV Kirchdorf, die Kunstradfahrerinnen des Radvereins Victoria Stemmen und der Trägerverein des Lehrschwimmbeckens Barsinghausen ausgewählt, um mit den Spendengeldern bedacht zu werden. „Wir haben Vereine ausgewählt, die nachhaltige Arbeit leisten“, erklärte HVB-Vorstand Gerd Köhler dazu.

Ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk also, das Anja Eichenberg-Müller vom RV Victoria kaum fassen konnte. „Wir müssen unbedingt ein neues Rad anschaffen. Das Geld wird uns helfen.“ NFV-Pressemann Manfred Finger, der als Hallensprecher fungierte und die Veranstaltung moderierte, interviewte auch die beiden anderen Vereinsvertreter. Der Förderverein des Lehrschwimmbeckens werde nach Aussage seines Vorsitzenden Wolfgang Meier das Geld in „energetische Maßnahmen“ stecken. Turntrainerin Andrea Danner verdeutlichte, dass der TSV Kirchdorf unbedingt neue Bodenturnmatten benötige.

Herausragend: Melissa Kopf (links) zeigte ihr Können sowohl beim Fußball als auch beim Handball.

Herausragend: Melissa Kopf (links) zeigte ihr Können sowohl beim Fußball als auch beim Handball.

Der sportliche Wettstreit „Fußball trifft Handball“ hatte mit dem Vergleich der HVB-Damen gegen die Fußballerinnen der FSG Egestorf/Langreder/Kirchdorf begonnen. Klare Sache: „König Fußball“ war in diesem Duell chancenlos. „Prinz Handball“ entschied beide Halbzeiten souverän für sich. Herausragend dabei: Melissa Kopf, die zunächst das Fußballspiel (1:0) entschieden und danach als sichere Torfrau auch maßgeblichen Anteil am 12:2-Erfolg ihres Handballteams hatte.

Dann trafen die Hauptprotagonisten aufeinander. Die HVB-Handballer zeigten sich enorm verbessert. Waren sie im Vorjahr beim Fußball noch mit 0:5 unter die Räder gekommen, so stand diesmal „nur“ ein 0:2 zu Buche. Germanias Asse benötigten immerhin acht Spielminuten, um durch Marek Waldschmidt in Führung zu gehen. Sebastian Baar besorgte den Endstand. Auf der Gegenseite hatten Maxi Schulze und Fynn Graafmann vom HVB großes Pech, denn ihre Schüsse landeten kurz vor dem Ende leider am Torgebälk.

Gedoppelt: Germanias Jannik Oltrogge (Mitte) kann Fußball und Handball gleichermaßen gut.

Gedoppelt: Germanias Jannik Oltrogge (Mitte) kann Fußball und Handball gleichermaßen gut.

Auch wenn die Germanen beim Handball insgesamt eine bessere Figur als im Vorjahr abgaben, so hatte das von Co-Trainer Jensen gecoachte Team zunächst kein Gegenmittel gegen die HVB-Werfer. Dreierpack in Minute 4 von Lukas Schieb, Lucas Strulik und Daniel Dreier. Nach sieben Minuten stand es gar 0:6. Dann aber kamen die Fußballer besser mit dem klebrigen kleineren Ball zurecht – und ins Spiel. Mehrfach zeichnete sich Maximilian Mücke im HVB-Tor aus, doch zweimal war auch er geschlagen. Die Treffer von Jannik Oltrogge (durchaus ein Handball-Talent) und Andreas Baranek wurden frenetisch gefeiert; an Germanias 4:9-Niederlage änderten sie freilich nichts.

Choreografie: Die TGW-Damen zeigten Kür-Ausschnitte ihres Programms.

Choreografie: Die TGW-Damen zeigten Kür-Ausschnitte ihres Programms.

Wie im Vorjahr stand es nach beiden Halbzeiten also 1:1. Wieder musste die Entscheidung von der Siebenmeterlinie erfolgen – die Handballer mit dem Fuß, die Fußballer mit der Hand. Bei den ersten fünf Aktiven hielten sich Fehlschüsse und -würfe die Waage. Sieben Schützen wurden beim „Shoot Out“ benötigt. Als „Bara“ Baranek locker traf und Florian Schart an Keeper Christoph Raum und der Querlatte scheiterte, hatten schlussendlich erneut die Fußballer die Nase vorn – 5:4.

Tolle Bilder: Kirchdorfs Turnerinnen demonstrierten Akrobatik, aber waghalsige Sprünge.

Tolle Bilder: Kirchdorfs Turnerinnen demonstrierten Akrobatik, aber waghalsige Sprünge.

Superstimmung! Den kräftigsten Beifall ernteten diesmal allerdings die Präsentationen der beiden Vereinsgruppen aus Kirchdorf und Stemmen. Der doppelte Auftritt der TGW-Damen und -Mädchen zeigte Rasanz und waghalsige Sprünge bei fetziger Musik, während das Trio vom RV Victoria tolle Akrobatik auf dem Zweirad demonstrierte – Bravo!

Balance: Lisanne Lachmann vom RV Victoria fährt „anders“ Fahrrad.

Balance: Lisanne Lachmann vom RV Victoria fährt „anders“ Fahrrad.

Insgesamt auch ein Bravo für die tolle Idee: „Sportler für Sportler“ dient dem guten Zweck und besticht obendrein durch Kurzweiligkeit. Nach etwas mehr als zwei Stunden waren wohl alle Beteiligten zufrieden. Vorfreude auf eine Wiederholung in 2016 – durchaus!

FOTO 7: Sportler für Sportler: Gruppenbild der Teilnehmer 2015. Fotos: Bratke

Sportler für Sportler: Gruppenbild der Teilnehmer 2015. Fotos: Bratke

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