Praxis fuer Klangmassage
  • 20. Juli 2018
VGH-Fairness-Cup: „Philosophie von Anstand, Achtung und Respekt“

VGH-Fairness-Cup: „Philosophie von Anstand, Achtung und Respekt“

Barsinghausen (bo/maf/eb). FIFA- und DFB-Skandale, spielentscheidende Handspiele in der Bundesliga sowie Gewaltbereitschaft mit Spielabbrüchen auf unterster Ebene – der Fair Play-Gedanke im Fußball fällt in diesen Tagen schwer. Ungeachtet dessen wurde jetzt der MTV Barum in Barsinghausen als fairste Herrenmannschaft in Niedersachsen ausgezeichnet.

Mit einer Bilanz von 24 gelben und einer gelb-roten Karte aus 32 Punktspielen hatte das Team aus dem NFV-Kreis Uelzen in der Saison 2014/15 den 1. Platz im VGH-Fairness-Cup belegt. Unternehmensvorstand Frank Müller und NFV-Präsident Karl Rothmund überreichten im Sporthotel Fuchsbachtal den Siegerpokal und die Medaillen. Für Deutschlands größten Fairness-Wettbewerb werden jährlich alle niedersächsischen Mannschaften von der 1. Bundesliga bis einschließlich der Kreisligen berücksichtigt. In der Saison 2014/15 waren es 1012 Teams in 68 Staffeln.

Mit Platz 1 wiederholte der MTV seinen Gesamtsieg aus der Saison 2013/14 und vollbrachte damit das Kunststück der Titelverteidigung. Dies war in der nunmehr 23-jährigen Wettbewerbsgeschichte zuvor nur dem SV Wippingen (1994 und 1995), dem TSV Lochtum (2001 und 2002) sowie der Spvgg Oetzen/Stöcken (2007 und 2008) gelungen.

Was den Erfolg der Blau-Weißen darüber hinaus adelt, ist die Tatsache, dass Barum erst der zweite Cup-Sieger ist, der oberhalb der Kreisebene angesiedelt ist. Zuvor galt dies allein für den TuS Celle FC, der im Premierenjahr 1993 als Oberligist und damit als Mitglied in der dritthöchsten deutschen Spielklasse den Sieg davontrug. „Das Leistungsfeld in der Staffel 1 der Bezirksliga Lüneburg ist sehr dicht. Die Mannschaften auf den Plätzen drei bis 14 haben in etwa das gleiche Niveau, so dass es in den Spielen zur Sache geht“, sagte Barums Fußballobmann Michael Struck bei der Siegerehrung und gab einige Beispiele für eine neuartige Fair Play-Kultur in seiner Region.

Im VGH-Fairness-Cup werden gelbe Karten mit je einem, gelb-rote Karten mit je drei und rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet. Zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt einen Fairness-Quotienten, der für die Barumer in der Saison 2013/14 bei 0,6 und bei der Titelverteidigung 2014/15 bei 0,84 lag.

„Ihr habt in beeindruckender Weise über einen langen Zeitraum gezeigt, dass leidenschaftliches Fußballspielen und Fair Play gut zusammenpassen“, hob Barums Bürgermeister Hermann Kalinowski die MTV-Spieler anlässlich der Ehrungsveranstaltung hervor. Gemeinsam mit Uelzens NFV-Kreischef Gerd Lüdtke, VGH-Regionaldirektor Martin Aude, Jürgen Stebani (Vorsitzender des NFV-Spielausschusses) und Hartmut Jäkel (Vorsitzender des NFV-Spielausschusses im Kreis Uelzen) hatte Kalinowski die Mannschaft nach Barsinghausen begleitet. Er bezeichnete sie als „Aushängeschild für die Gemeinde Barum“ und lobte ihre Haltung, in der sich „eine Philosophie von Anstand, Achtung und Respekt widerspiegelt, die ganz besonders in der heutigen Zeit vonnöten ist.“

„Fair Play ist ein Wert in Sport, Wirtschaft und Politik“, erklärte Vorstand Frank Müller, der seit 23 Jahren bei der VGH tätig ist. Beim Blick auf die Preisträger stellte er heraus, dass es noch nie einen Verein gegeben hat, der dreimal hintereinander den VGH-Fairness-Cup gewonnen hat. Deshalb beendete er seine Rede mit den Worten: „Ich drücke die Daumen für das Triple!“ Weitere Informationen unter www.nfv.de.

weitere Artikel